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Fragen aus der mündlichen Jägerprüfung in Bayern - Sachgebiet 4: Jagdliche Praxis, Hege, Wildkrankheiten
1) Sie beobachten eine Rotte Wildschweine. Welches Stück beschießen Sie?
Das schwächste Stück.
2) Wann dürfen Sie Frischlinge und Überläufer schießen?
Ganzjährig.
 

Schwarzwild:

 

Keiler

16. Juni - 31. Januar

Bachen

16. Juni - 31. Januar

Überläufer

ganzjährig

Frischlinge

ganzjährig

3) Können schon Frischlinge führen?
Ja
4) Wie kann man Schwarzwildschäden verhindern?
- Schwerpunktbejagung an kritischen Stellen wie z.B.: Milchreifen Maisfeldern.
- Ablenkfütterungen
5) Wo legt man eine Ablenkfütterung an?
Die Ablenkfütterung ist eine Einrichtung im Wald, die die Wildschweine zu bestimmten Zeiten mit der Futtersuche im Wald beschäftigen soll.
Das Ziel der Ablenkfütterung besteht darin, Wildschweine von landwirtschaftlichen Kulturen abzuhalten. Dazu wird versucht, die Wildschweine im Wald zu halten, indem eine alternative Nahrungsquelle angeboten wird, welche die Wildschweine so lange als möglich beschäftigt. Es ist nicht Ziel, die Tiere zu schießen oder zu füttern.
6) Wie legen Sie eine Kirrung an?
- Der Kirrplatz soll vom Mond beschienen werden und / oder einen hellen Untergrund wie ein Stoppelfeld verfügen.
- Für Schwarzwild nimmt man Körnermais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide tut es aber auch.
- Für Rehwild Apfeltrester
- Für Rot-, Dam-, und Muffelwild nimmt man Zuckerrüben
- Den Fuchs kirrt man am Luderplatz
7) Darf der Luderplatz in einer Betonröhre angelegt werden, die gelegentlich als Entwässerungsrohr dient?
In Wasserschutzgebieten ist das unzulässig. Woanders nur eine Schweinerei.
8) Was können Sie noch tun, um Schwarzwild an Ihre Kirrung zu locken?
Bäume mit Buchenholzteer einstreichen.
9) Wo bejagen Sie Schwarzwild?
Sinnvoller Weise da, wo es am meisten Schaden anrichten kann.
Also in der Nähe von Feldern und Wiesen.
Ansonsten überall wo man es erwischt.
10) Warum soll das Schwarzwild nicht auf die Felder?
Weil sie Wiesen und Felder kaputtmachen.

 
Von Schwarzwild aufgebrochene Wiese          Mais mag Schwarzwild ganz besonders                     

11) Eine Rotte Schwarzwild mit Frischlingen, Überläufern und einem starken Keiler kommt an ihre Kirrung! Wie verhalten Sie sich und warum?
An der Kirrung selbst werde ich nicht schießen. Sonst bringen die Schweine die Kirrung mit dem Tod ihres Kollegen in Verbindung. Wenn die Rotte abzieht, schieße ich auf das letzte Stück.
12) Welche Jagdarten kennen Sie?
Einzeljagd:
Ansitz, Pirsch, Buschieren, Brackieren, Bau- oder Erdjagd, Beizjagd

Gesellschaftsjagd (ab 5 Teilnehmer):
Feldtreiben: Einfache Streife, Böhmische Streife, Kesseltreiben, Vorsteh- oder Standtreiben
Waldtreiben: Vorsteh- oder Standtreiben, Drück- oder Riegeljagd, Einfache Streife

Buschieren:
Das Buschieren ist eine Jagdmethode mit Stöberhunden und Flinte. Sie dient der Suche nach Wild in unübersichtlichem Gelände vor dem Schuss. Der dazu verwendete Stöberhund läuft in Schlangenlinien vor dem Jäger her, und zwar im maximalen Abstand der Flintenschußdistanz, also 25 bis 30 Meter.

Brackieren:
Wild kehrt, gemäß seiner Natur wieder in seinen Einstand zurück. Diesen Umstand nutzt man beim Brackieren. Der Hund folgt dem Wild ständig Laut gebend. Am Ende dieser Brackierroute wartet der Jäger.
Beim Brackieren arbeitet der Hund mit tiefer Nase, wichtig ist hier ein spurtreuer, selbständig suchender Hund.
Es geht hier in erster Linie nicht um das Hetzen und stellen oder gar abfangen des Wildes, sondern um das gezielte jagen und zutreiben. Der Hund ist in der Regel eine Bracke. Gejagt werden Fuchs und Hase.
13) Was verstehen Sie unter einem Kesseltreiben?
Als Kesseltreiben wird eine Treibjagd im Felde bezeichnet, bei der Treiber und Schützen eine große Fläche kreisförmig umschließen und dann gleichmäßig auf deren Mittelpunkt zugehen.
Wenn der Kreis kleiner 350 m wird, kommt das Signal "Treiber rein". Dann drehen sich die Schützen um und schießen nach außen.
14) Plötzlich zieht beim Treiben Nebel auf! Was veranlassen Sie?
Daß das Treiben abgeblasen, und das Schießen eingestellt wird.
15) Was ist bei einer Gesellschaftsjagd obligatorisch?
- Es muß ein Jagdleiter vorhanden sein
- Ausreichende Anzahl von geeigneten Hunden
- Alle Teilnehmer müssen Signalkleidung tragen
16) Was sind die Aufgaben des Jagdleiters?
- Jagdleiter bin ich als Revierpächter selber
- Jäger und Treiber einladen
- Für ausreichende Anzahl von brauchbaren Hunden sorgen
- Grenzen und Reihenfolge der einzelnen Treiben festlegen
- Mit den Gruppenführern das Gelände besichtigen
- Den Einsatz von Hundeführern vor und nach dem Schuss besprechen
- Versorgen und Verwerten des erlegten Wildes organisieren
- Jagdhornbläser organisieren
- Mittagessen und Schüsseltreiben organisieren
- Jäger und Treiber in Gruppen einteilen und jeder Gruppe einen geländekundigen Führer zuweisen.
17) Was haben die Jäger bei einer Gesellschaftsjagd für Pflichten?
- Unfallverhütungsvorschriften einhalten
- Anordnungen des Jagdleiters ist Folge zu leisten
- Jedem Nachbarn ist der Eigene Standort mitzuteilen
- Standort darf vor dem Abblasen nicht verändert oder verlassen werden.
- Nachbarschützen sind auf eventuelle Gefahrentatbestände wie das Auftauchen von Spaziergängern hinzuweisen
- Waffe darf vor dem Anblasen nicht geladen werden.
- Waffe beim Verlassen des Standes entladen
- Waffe nach dem Abblasen entladen
18) Was müssen Sie als Teilnehmer eines Vorstehtreibens beachten?
- Hunde werden nur auf Anweisung des Jagdleiters geschnallt
- Der Schuß erfolgt generell nur nach außen und nicht ins Treiben.
19) Erläutern Sie ein Standtreiben.
Beim Vorsteh- oder Standtreiben, beziehen die Jäger einen festen Stand und lassen sich das Wild zutreiben.
Bejagt werden Hase, Fasan, Fuchs in Maisfeldern auch Schwarzwild
Getrieben wird mit möglichst vielen Treibern gegen den Wind.
Abhängig von den Sichtverhältnissen stellen sich die Schützen mit dem Gesicht zum Treiben (bei lichtem Bestand und im Feld)
oder mit dem Rücken zum Treiben (bei dichtem Bestand, Schilf und Dickungen).
 
 
20) Welche zwei besonderen Formen gibt es beim Standtreiben?
A: Die Schützen umstellen auf drei Seiten das Gelände. Auf der vierten Seite stehen die Treiber

SSSSSSSSSSSSS
S                         S
S                         S
S                         S
S                         S
S                         S
STTTTTTTTTTTS

B: Die Schützen stehen nur auf einer Seite, die Treiber auf der anderen Seite. Die Seite links und rechts bleibt frei.

SSSSSSSSSSS




TTTTTTTTTTTTTT

C: Hobeln - Die Treiber gehen einmal durch die gesamte Fläche des Treibens, und drehen dann wieder um und gehen zurück.

D: Scheren - Es gehen zwei Treiberwehren in gegensätzliche Richtung durch das Gelände.

-> Hobeln und Scherentreiben kennt scheinbar nur der "Heintges". Im Internet findet sich nichts darüber!
21) Welche Pflichten haben Sie beim Ansitzen?
- Hochsitz auf Stabilität überprüfen
- Gewehr beim Aufbaumen / Abbaumen entladen
- Schußfeld und Kugelfang überprüfen
- Auf Spaziergänger und Radfahrer achten
22) Was verstehen die unter Lancieren?
An den Wechseln zum Tageseinstand eines bestimmten Hirsches, stellen sich Schützen auf.
Ein Hundeführer mit nicht geschnalltem Hund folgt der zunächst kalten Fährte des Hirsches.
Nach dem Hochwerden des Tieres dann der warmen Fährte.
Das Gespann folgt der Fährte sehr langsam, um ein flüchtig werden des Hirsches zu verhindern.
So verläßt er auf den vertrauten Wechseln die Dickung und peng.
23) Was verstehen sie unter Brackieren?
Wild kehrt, gemäß seiner Natur wieder in seinen Einstand zurück. Diesen Umstand nutzt man beim Brackieren. Der Hund folgt dem Wild ständig Laut gebend. Am Ende dieser Brackierroute wartet der Jäger.
Beim Brackieren arbeitet der Hund mit tiefer Nase, wichtig ist hier ein spurtreuer, selbständig suchender Hund. Es geht hier in erster Linie nicht um das Hetzen und Stellen oder gar Abfangen des Wildes sondern um das gezielte jagen und zutreiben. Der Hund ist in der Regel eine Bracke. Gejagt werden Fuchs und Hase.
24) Welche Lockinstumente kennen Sie?
Lautäußerungen: Beutetiere, Nebenbuhlern während der Brunftzeit, fortpflanzungswilliger weiblichen Stücken

Mauspfeifchen: für Fuchs, ganzjährig bis 100m
Kaninchen- oder Hasenklage: für Fuchs, meist im Winter bis 500m
Blätter von Buche, Flieder, Grashalme oder Rehblatter: Ende der Brunftzeit vom Rehwild also Ende August.
Fiepen (Lockruf des weiblichen Stückes)
Angstgeschrei (wenn eine Geis vom Bock bedrängt wird)
Hohle Hände oder Taubenlocker: für Tauber (imitiert den Ruf eines Nebenbuhlers)
Herakleumrohr: Bei der Rufjagd auf den Rothirsch während der Brunft. Schaut aus, wie der Einfüllstutzen vom Reservekanister
Triton-Muschel: Bei der Rufjagd auf den Rothirsch während der Brunft. Ist ein Kuhhorn.

            
Mauspfeifchen            Rehblatter                      Hasenklage                      Taubenlocker
25) Welche sind die Lautäußerungen des Auerhahns in der Balz? Bei welchen bewegen Sie sich auf ihn zu und warum?
Balz ist April bis Mai.
Die einzelnen Strophen werden als "Knappen, Triller, Hauptschlag, Wetzen oder Schleifen" bezeichnet.
Beim anschließenden Schleifen oder Wetzen ist der Hahn fast taub. Dieser Zustand dauert 3-4 Sekunden an.
In diese Zeit kann man sich die Tier nähern. Dann stehenbleiben bis zum nächsten Schleifen.
26) Was sind die Balzstifte beim Auerhahn?
Die Balzstifte sind die Hornfedern an den Zehen des Auerwildes.
Sie dienen jedoch nur als eine Art Schneeschuh zum einfacheren Laufen auf Schnee.
Sie fallen zur Frühjahrsmauser aus und bilden sich erst im August wieder.

Balzstifte beim Auerhahn
27) Wie kirre ich den Fuchs an?
Mit Trauben-Nuss Schokolade, Schlachtabfällen, Aufbruch
28) Wie wird eine Jagd auf den Fuchs abgehalten?
Treibjagd, Ansitzjagd oder Baujagd.
29) Was machen Sie, wenn sich der Fuchs im Bau zurückgezogen hat?
Dann Fuchssprengen mit Erdhunden wie Dackel und Terrier.
Der Hund treibt (sprengt) den Fuchs aus seinem Bau, vor dem er dann erschossen wird.
Läßt er sich nicht sprengen kann man nur vor dem Bau ansitzen und warten, bis er von alleine raus kommt.
Gelegentlich sind auch Waschbären oder Dachse in einem Fuchsbau.
Die greifen den Hund an und lassen sich nicht sprengen.

  Ein Terrier holt den Fuchs aus seinem Bau. 
30) Sie wollen einen prächtigen Balg. Wie schießen Sie den Fuchs?
Mit Kleinkalieber - 22lfb.
31) Wann hält sich der Dachs im Bau auf?
Tagsüber immer, nachts meistens.
32) Welche Jagdarten auf den Dachs versprechen Erfolg?
Ansitzen ist einfachste, oder ausgraben und mit Fangschuß töten.
Von Hunden lassen sich allenfalls Jungdachse aus dem Bau treiben.

  Dachs ausgraben.
33) Eine Sauenfährte führt in die Dickung, was tun Sie?
Nichts. Wenn ich sie wirklich schießen will, warte ich bis sie von alleine rauskommen. Es könnte ja ein schlechtgelaunter 200 kg Keiler in der Dickung sein.
34) Welche Merkmale hat Schwarzwildlosung?
Schwarzwildlosung besteht aus knollenförmiger Klümpchen die zu 7cm langen, unförmigen Würsten zusammengepresst sind.

35) Wie erfolgt der Befall mit Hautdasseln?
Hautdasseln (Dasselfliegenlarven):sind das Larvenstadium der Dasselfliege. Diese ist etwa 1cm groß.
Sie kommen vorwiegend Rot- und Rehwild vor.
Übertragung: Die Fliege legt die Eier Mai bis Juli auf den Tier ab. Nach 3-4 Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich in die Haut.
Im Laufe von 6 Monaten wandern sie in die Unterhaut des Rückens. Dort überwintern sie.
Die Larven bohren sich Atemlöcher durch die Rückendecke und wachsen dann bis auf 30 mm Länge heran.
Im März / April des nächsten Jahres verlassen sie den Wirt und verpuppen sich am Boden.
Nach 4-6 Wochen schlüpfen dann die geschlechtsreifen Fliegen
36) Wie erfolgt der Befall mit Rachendasseln?
Die Rachendasselfliege schießt die ihre Laven im Flug in die Nasenlöcher des Wirtes.
  
Reh-Rachendasselfliege            Reh-Rachendassel Laven im Rachen
37) Was kann der Jäger tun, um Rachendasseln zu bekämpfen?
Nichts. Das ist auch nicht notwendig, im Herbst verlassen die Larven den Rachen von alleine.
38) Nennen Sie Viruserkrankungen?
Viren haben keinen Stoffwechsel und können sich auch nicht teilen. Sie vermehren sich indem sie sich in Wirtszellen einnisten. Dort zerstören sie das Erbgut der Zelle und setzen ihres dafür ein.
Gegen Viruserkrankungen kann man Impfen!

Tollwut:
Übertragung durch Bisse oder über Wunden und Schleimhautverletzungen, beim Kontakt mit dem kranken Tier.
Inkubationszeit 3 Wochen - 6 Monate
Anzeichen: Kranke Wildtiere werden unnatürlich zutraulich oder sehr aggressiv.
hängende Unterkiefer, Schluckbeschwerden, Speichelfluß
Bekämpfung: Alle kranken Tiere müssen abgeschossen werden
Rotfuchs ist der Hauptüberträger
Für Menschen und Hunde gibt es eine vorbeugende Schutzimpfung, die regelmäßig wiederholt werden muß.
  
Tollwütiger Hund mit Lähmungen und Speichelfluß

Schweinepest:
Nur bei Schwarzwild und Hausschweinen
Übertragung: Meist durch infizierten Fraß wie Küchen- oder Schlachtabfälle. Auch durch direkten Kontakt.
Inkubationszeit 4 - 18 Wochen
Anzeichen: Bewegungsstörungen, Tiere werden unnatürlich zutraulich,
Lungenentzündung, Entzündung des Magen-Darmkanals, Blutungen in allen Organen.
Punktförmige Blutungen auf den Nieren
Bekämpfung: Abschuß der kranken Stücke ohne den Rest der Rotte zu zerstreuen. Also nur Einzelansitz, keine Treib- oder Drückjagden.
   
Durch Schweinepest verursachte Hautblutungen.     Durch Schweinepest verursachte Blutung an einer Niere.

Myxomatose:
Nur bei Wild- und Hauskaninchen.
Übertragung: Sehr leicht durch Mücken und Kontakt mit kranken Artgenossen.
Inkubationszeit: 2 - 6 Tage, die Sterblichkeit bei 60 - 80% des Bestandes.
Anzeichen: auffallend verdickter Kopf, verdickte Ohrmuschelansätze, entzündete und verklebte Augenlieder,
hohes Fieber, schnelle Abmagerung
Bekämpfung: Nur starke Bejagung


Maul- und Klauenseuche:
Überwiegend Haustiere, gelegentlich auch Schalenwild
Übertragung: Durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, mit kontaminierten Ställen oder Viehtransportfahrzeugen Eine Infektion des Menschen tritt gelegentlich auf.
Inkubationszeit: 2- 14 Tage
Anzeichen: Blasenbildung am Lecker- und Äser, Entzündungen an unbehaarten Stellen der Decke und an den Klauen.

Klauenerosionen bei einem Schwein
39) Nennen Sie bakterielle Erkrankungen.
Bakterien sind eigenständige Lebensformen mit eigenem Stoffwechsel. Sie können sich durch Zellteilung vermehren.


Gamsblindheit:
Meist bei Gams- und Steinwild.
Bei der Gamsblindheit sind immer beide Augen betroffen! Ist nur ein Auge betroffen, dann war es nur eine "normale" Verletzung des Auges.
Übertragung: direkter Kontakt mit dem kranken Tier, oder über Fliegen
Anzeichen: Eintrübung der Hornhaut, starkes Ruhebedürfnis, Lungenentzündung mit Atemnot, Husten und Röcheln.
Die Krankheit führt zur Erblindung. Es kann aber auch zu einer Ausheilung kommen.
Bekämpfung: Abschuß der erkrankten Stücke. Nur über Einzeljagd um ein Abwandern der Tiere zu verhindern.
    
Gamsblindheit

Salmonellose:
Können alle Säugetiere und Vogel haben. Die Bakterien sind hart im Nehmen. Sie werden erst abgetötet, wenn sie mindestens 10 Minuten auf 70°C erhitzt werden. Einfrieren überleben sie problemlos.
40) Nennen Sie Außenparasiten.

Zecken:
Zecken zählen zu den Spinnentieren. Das erwachsene Exemplar hat vier Beinpaare.
Die Zecken an sich sind nur lästig. Sie sind aber das Trägersystem für Vieren die Hirnhautentzündung und Borreliose verursachen.
Übertragung: Sie sitzen auf Sträuchern und Gräsern und lassen sich auf geeignete Säugetiere herabfallen.
Wenn die Zecke mit Blut vollgesaugt ist, läßt sie sich wieder auf den Boden fallen und legt dort ihre Eier ab.
Nach 3 bis 7 Wochen schlüpfen die Larven, klettern wieder auf Büsche warten auf ein neues Opfer.
Die Larven können bis zu einem Jahr in dieser Wartestellung auf Ihr Opfer warten.
Zecken

Flöhe:
Flöhe sind bis zu 3mm lang. Das dritte Beinpaar ist zu kräftigen Sprungbeinen ausgebildet.
Stechen tun sie mit den Mundwerkzeugen. Sie ernähren sich vom Blut der Wirtstiere.
Vorkommen tun sie nur auf Tieren, die in Nestern oder Bauen leben, also u.a. Kaninchen, Fuchs, Dachs, Fasan.
Flöhe übertragen Wildkrankheiten wie die Myxomatose.
Hundeflöhe sind der Zwischenwirt für den Gurkenkernbandwurm.

Läuse:
Läuse können nur auf einem Wirtstier überleben. Ohne Wirt überleben sie nur einige Tage. Die Übertragung erfolgt nur im direkten Kontakt auf alle Tierarten - auch auf Federwild.
Der Läusebefall ist lästig, aber meist harmlos.

Milben (hier Räudemilben):
Räudemilben verursachen bei Gams-, Fuchs, Dachs, Reh- und Schwarzwild, und natürlich auch beim Jagdhund
Hautveränderungen. Sie leben in der Oberhaut des Wirtstieres.
Bauhunde infizieren sich bei der Arbeit leicht mit Räudemilben des Fuchses.
Anzeichen für den Befall sind starker Juckreiz, verstärkter Haarausfall und entzündete Hautverdickungen.

   Fuchs mit Räudemilbenbefall
Es besteht Ansteckungsgefahr für den Menschen.
Wichtig ist vor allem eine gründliche Desinfektion von Lager, Hütte und Zwinger des Hundes.
41) Nennen Sie Innenparasiten.
Hautdassellarven (Dasselfliegenlarven):
Hautdasseln sind das Larvenstadium der Dasselfliege. Diese ist etwa 1cm groß.
Sie kommen vorwiegend Rot- und Rehwild vor.
Übertragung: Die Fliege legt die Eier Mai bis Juli auf den Tier ab. Nach 3-4 Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich in die Haut.
Im Laufe von 6 Monaten wandern sie in die Unterhaut des Rückens. Dort überwintern sie.
Die Larven bohren sich Atemlöcher durch die Rückendecke und wachsen dann bis auf 30 mm Länge heran.
Im März / April des nächsten Jahres verlassen sie den Wirt und verpuppen sich am Boden.
Nach 4-6 Wochen schlüpfen dann die geschlechtsreifen Fliegen
Dasselfliegenbeulen auf dem Rücken eines Rindes.
Die Maden siedeln sich unter der Haut eines Hirsches an.
Dassellarven beim Rind

 Dassellarven beim Hirsch

Große Lungenwürmer:
Lungenwürmer sind häufige Parasiten beim Rot-, Reh-, Dam-, Gams-, und Muffelwild.
Übertragung: Die Larven klettern auf Futterpflanzen und werden mit der Äsung aufgenommen.
Über den Darm über die Lymphe (=Gewebsflüssigkeit im Körper) und Blutstrom in die Lunge.
Dort setzen Sie sich in den Lungenwegen und Luftröhre fest.
In der Lunge kommt es zur Eiablage.
Eier und Larven werden hochgehustet, abgeschluckt und über die Losung ausgeschieden.
Der Wurmbefall ist bis zu gewissen Grenzen für das Tier harmlos.
Das Wildbret ist genußtauglich.

Trichinen:
Trichinen schmarotzen im Dünndarm ihrer Wirtstiere. Die Larven setzten sich in den Muskelfasern fest.
Trichinen kommen bei Aasfressern und Allesfressern vor. Und als Ausnahme auch beim vegetarisch lebenden Nutria.
Übertragung: Die Ansteckung erfolgt durch Aufnahme trichinösen Fleisches.
Die Magensäfte setzen die Larven frei. Diese gelangen in den Dünndarm, in welchem sie sich festsetzen.
Nach 2 Tagen sind die Würmer geschlechtsreif und legen Larven ab.
Über den Blutstrom gelangen sie in die Quergestreifte Muskulatur.
Hier kapseln sie sich ein, und bleiben jahrelang ansteckungsfähig.

Verkapselte Trichinen in der Quergestreiften Muskulatur.

Es besteht Ansteckungsgefahr für Menschen bei verzehr infizierten Fleisches!
Ein geringer Befall ist harmlos. Ein starker Befall kann tödlich sein.
Die Trichinenuntersuchung von Schwarzwild, Dachs, Nutria ist verpflichtend!
Vorbeugend sind keine Schlachtabfälle von Trichinenträgern auf den Luderplatz zu legen.

Bandwürmer und ihre Finnen:

Es gibt viele Bandwurmarten die im Darm unserer Wildtiere leben.
Ihre Entwicklung erfolgt über ein Zwischenstadium -den Finnen.
Die Finnen benötigen stets eigene Zwischenwirte wie z.B. Schalenwild, Nager, Moosgrasmilbe.
Die Finnenblasen müssen unschädlich entsorgt werden.
Es besteht Ansteckungsgefahr für Wild und Hund!

Es besteht Ansteckungsgefahr für Menschen bei verzehr infizierten Fleisches!
Ein geringer Befall ist harmlos. Ein starker Befall kann tödlich sein.
Die Trichinenuntersuchung von Schwarzwild, Dachs, Nutria ist verpflichtend!
Vorbeugend sind keine Schlachtabfälle von Trichinenträgern auf den Luderplatz zu legen.

42) Sie stellen einen Befall mit Leberegeln fest! Ist das Wild verwertbar?
Ja. Es ist nur die Leber betroffen, nicht das Muskelfleisch.
43) Welche Wildarten kennen Sie?
Alle Tiere die im Jagdrecht unterliegen.
 
Haarwild
Wisent
Elchwild
Rotwild
Damwild
Sikawild
Rehwild
Gamswild
Steinwild
Muffelwild
Schwarzwild
Feldhase
Schneehase
Wildkaninchen
Murmeltier
Wildkatze
Luchs
Fuchs
Steinmarder
Baummarder
Iltis
Hermelin
Mauswiesel
Dachs
Fischotter
Seehund
Federwild
Rebhuhn
Fasan
Wachtel
Auerwild
Birkwild
Rackelwild
Haselwild
Alpenschneehuhn
Wildtruthuhn
Wildtauben
Höckerschwan
Wildgänse
Wildenten
Säger
Waldschnepfe
Blässhuhn
Möwen
Haubentaucher
Großtrappe
Graureiher
Greife
Falken
Kolkrabe
44) Wie hoch ist der Zuwachs bei Schalenwild?
Rehwild 100%
Damwild 90%
Rotwild 80%
Muffelwild 65 %
Schwarzwild 150-200%
45) Nach welchen Grundsätzen wird ein Abschußplan erstellt?

Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, darf nur auf der Grundlage eines revierbezogenen Abschußplanes bejagt werden. Die Aufstellung des Abschußplanes erfolgt für jede Wildart nach Geschlechtern und teilweise nach Altersklassen und Bewirtschaftungsrichtlinien.

Bei der Altersklassenplanung liegt der Bejagungsschwerpunkt immer in der Jugendklasse, um den Zuwachs abzuschöpfen und einen naturnah zusammengesetzten Wildbestand zu erhalten.

Will man einen Bestand aufbauen, liegt der jährliche Abschuß unter dem Zuwachs, will man reduzieren, liegt er über dem Zuwachs mit verstärktem Eingriff bei den Zuwachsträgern (weibliches Wild). In ausgewogenen Beständen liegt der Abschuß in Höhe des Zuwachses, verteilt auf die Altersklassen.

Den Zuwachs ermittelt man bei Rehwild mit etwa 100, bei Damwild 90, bei Rotwild 80 und bei Muffelwild 65 Prozent des am 1. April vorhandenen weiblichen Wildes. Bei Schwarzwild beträgt der Zuwachs zwischen 150 und 200 Prozent des vorhandenen Gesamtbestandes.

Grundlegendes Ziel der Abschußplanung ist die Erhaltung eines entsprechend der Alterspyramide gegliederten gesunden Wildbestandes und die Erhaltung eines Geschlechterverhältnisses von männlich zu weiblich von 1 : 1. Die Bejagung soll möglichst einer natürlichen Auslese nahekommen. Auch unter natürlichen Verhältnissen würde Raubwild vorrangig Jungwild und überalterte Stücke reißen. Deshalb wird verstärkt in die Jugendklasse eingegriffen, mittlere Jahrgänge werden geschont, um entsprechend in der Altersklasse zu jagen.
46) Wie hoch soll der Abschuß bei Schwarzwild sein?
Bei Schwarzwild ist eine zielgerichtete Bewirtschaftung notwendig.
Ziel ist die Erhaltung gut gegliederter Familienverbände mit einer Leitbache, die grundsätzlich zu schonen ist.
Der Abschuß soll mindestens 70 bis 75 Prozent Frischlinge und 15 Prozent Überläufer betragen.
47) Wodurch entsteht ein Perückengehörn?
Durch Hormonstörungen, bzw. fehlenden Hoden.
48) Wodurch wird außer der Bejagung Rehwild noch reduziert?
Luchs, Wolf und Autos.
49) Was wird in die Streckenliste eingetragen?
Jedes Wild das erlegt wird.
Streckenliste Teil A: Wild das im Abschußplan steht.
Streckenliste Teil B: Wild das nicht im Abschußplan steht.
50) Auf welche Wildarten darf die Nachtjagd ausgeübt werden?
Schwarzwild, Fuchs, Waldschnepfe, Möwen
Auf Auer-, Birk- und Rackelwild theoretisch auch, die sind aber ganzjährig geschont.
51) Für welche Jagdarten brauchen Sie einen brauchbaren Jagdhund?
- Alle Gesellschaftsjagden
- Jagd auf Hasen auf den freien Feld
- Wasserjagd
52) Was machen Sie, wenn Sie einen Schuß auf Rehwild abgegeben haben?
- Sofort Nachladen, fünf Minuten warten und ggf. Nachschießen
- Auf Schußzeichen achten
- Anschuß merken.
- Bei Wild das nicht mehr in Sichtweite liegt, oder verletzt geflüchtet ist, den Anschuß verbrechen (markieren)
- Pirschzeichen suchen
- Nach Eingriffen und Ausrissen suchen
- Nachsuche mit Hund organisieren
53) Was sind Schußzeichen und welche gibt es?
Schußzeichen ist da Verhalten des Tieres wenn es von einem Geschoß getroffen wird.
 

Tiefblattschuß Herz + Lunge

Hochblattschuß  Lunge


Waidwundschuß  Ausschlagen mit den Hinterläufen

Bei Pansenschuss auch gekrümmter Rücken.

Krellschuß Schlagartiges Zusammenbrechen (Betäubung).
Das Stück kommt nach kurzer Zeit wieder zu sich, wird hoch und flüchtet

Leberschuß - Flucht mit gekrümmtem Rücken

Nierenschuß - Gekrümmter Rücken, und Nachgeben der Hinterhand

Vorderlaufschuß - Einknicken des getroffenen Laufes
 
54) Was sind Eingriffe und Ausrisse?
Das sind Trittsiegel die entstehen, wenn das Tier vom Geschoß getroffen wird.

Eingriffe: Der Geschoßaufschlag bewirkt ein ruckartiges Erschrecken. Hierbei werden die Schalen tiefen in den Boden gedrückt
Ausrisse: Entstehen beim Geschoßeinschlag wenn das Tier aus den Eingriffen heraus beschleunigt. Hierbei wird Erde und Gras, herausgeschleudert.

Links: Ausriss / Rechts: Eingriff
55) Was sind Pirschzeichen und welche gibt es?
Das sind Teile vom Tier, die vom Geschoß herausgerissen werden.

- Schweiß
- Schnitthaare
- Decken- und Schwartenfetzen
- Knochensplitter
- Gescheideinhalt
- Zahnteile
- Panseninhalt

                  
Röhrenknochen       Panseninhalt             Zähne einer Sau        Schweiß + Rißhaar



Oben:   Wildbretschuß   Streifschuß   Milzschuß         Weidewundschuß   Krellschuß
Unten:   Laufschuss        Leberschuß  Gebrechschuß   Lungenschuß          Weidsackschuß
56) Am 15.04. beobachten Sie einen Rehbock mit Vorderlaufbruch. Was tun Sie?
Am 15.4 haben Rehböcke noch Schonzeit. Wenn ich dem Bock schieße, ist das ein Hegeabschuß.
Dieser muß der Unteren Jagdbehörde unverzüglich mitgeteilt werden.
 

Rehwild

 

Ricken

1. September - 15. Januar

Kitze

1. September - 15. Januar

Schmalrehe

1. Mai - 15. Januar

Böcke

1. Mai - 15. Oktober

57) Wodurch unterscheiden Sie einen alten von einem jungen Bock?
Am Gehörn und an der Färbung

Der junge Bock verfärbt im Frühjahr früher (wird Rotbraun) (Juni)
Der junge Bock verfärbt im Herbst früher (wird Grau)

Der alte Bock verfärbt im Frühjahr später (wird Rotbraun) (März / April)
Der alte Bock verfärbt im Herbst später (wird Grau)

Der junge Bock verfegt im Frühjahr später (Juni / Juli)
Der alte Bock verfegt im Frühjahr früher (März / April)

Der junge Bock wirft sein Gehörn spät ab
Der alte Bock wirft sein Gehörn früh ab (Oktober / November)
58) Was verstehen Sie unter einem Erlegerbruch?
Den Bruch überreicht der Jagdleiter auf der blanken Klinge oder auf dem Jagdhut mit den Worten "Weidmanns Heil" und einem Händedruck. Der Erleger übernimmt den Bruch mit dem Worten "Waidmannsdank".
Anschließend steckt er sich den Bruch an die rechte Hutseite.
59) Wo entnehmen Sie den Hirschbart?
Der Hirschbart findet sich an der Halsmähne des Winterhaars ab der Brunftzeit also September / Oktober.
60) Wo entnehmen Sie den Saubart?
Der Saubart sind die langen Rückenborsten der Winterschwarte.
61) Was versteht man unter Kugelschlag?
Der Klang den das Geschoß erzeugt, wenn es auf das Wild trifft.
62) Was versteht man unter Kugelriß?
Die Spur die ein Geschoß im Boden hinterläßt
63) Was erwarten Sie im Besonderen beim Anschuß im Falle eines Laufschlusses?

Röhrenknochensplitter
64) Ein von Ihnen beschossenes Reh steigt nach dem Schuß steil nach oben. Wo haben Sie es getroffen?
Blattschuß = Herz / Lunge
65) Was machen Sie nach einem tödlichen Schuß?
- 10 Minuten warten
- Gewehr entladen
- zum Tier gehen und die letzte Äsung geben.
- Aufbrechen
- Organe auf evtl. Anomalitäten untersuchen.
- Das Tier schnellstmöglich in einem gelüfteten Kühlschrank auf 7°C herunterkühlen.
- Trichinenuntersuchung und Verstrahlungsmessung (max. 600 Becquerel) veranlassen.
- Zerwirken
- Braten
66) Wie verhalten Sie sich bei einem von Ihnen angetragenen Laufschuß?
- Sofort nachschießen
- Anschuß verbrechen (markieren)
- Schnell Nachsuche mit Hund organisieren – das Tier kann noch schnell und weit laufen.
67) Was ist ein Krellschuß, wie zeichnet das Wild bei einem Krellschuß und wie verhalten Sie sich, wenn Sie einen solchen angetragen haben?
Krellschuß

Schlagartiges Zusammenbrechen durch (Betäubung).
Das Stück kommt nach kurzer Zeit wieder zu sich, wird hoch und flüchtet

Mein Verhalten:
Schnell nachschießen, wenn das nicht vernünftig möglich ist, gar nichts tun. Das Tier ist längst außer Reichweite für eine Nachsuche und wird wahrscheinlich auch wieder gesund.
68) Wie erkennen Sie einen Leberschuß?
An blasigen, braunem Schweiß.
69) Wie verhalten Sie sich, wenn Sie ein Stück weidwund geschossen haben?
- Anschuß markieren
- Nachsuche mit brauchbarem Hund organisieren
- Zwei Stunden warten
- Dann nachsuchen
70) Sie haben einen "Scheurer" bzw. "Einwachser" vor sich! Schießen Sie den?
Kommt wohl nur bei Widdern vor.
Das ist ein Hegeabschuß, und somit auch erlaubt.
72) Worauf muß bei Schwarzwild neben Trichinose noch untersucht werden?
Auf Verstrahlung Maximum sind 600 Becquerel
73) Was darf im Wildbret nicht zurückbleiben?
Magen und Darminhalt - die Verdauungssäfte greifen das Muskelfleisch an, und machen es unbrauchbar.
Geschoßfragmente.
74) Was verstehen Sie beim Aufbrechen unter bedenklichen Merkmalen?
Süßlich fauler Geruch (verhitzt)
Verfärbung des Wildbrets (verhitzt)
75) Was machen Sie mit dem Aufbruch?
Auf dem Luderplatz kippen oder bei größeren Mengen in die Tierkörperverwertung bringen.
76) Was müssen Sie mit Wildbret schnellstmöglich nach dem Aufbrechen tun?
Auf 7°C runterkühlen.
77) Was sitzt vor dem Zwerchfell?
Die Lunge
Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, welche die Brust- und die Bauchhöhle voneinander trennt.
Es ist der wichtigste Atemmuskel. Die Muskelkontraktion des Zwerchfells führt zu einer Einatmung.

  Zwerchfell
78) Wo finden Sie die Nieren, z.B. eines Rehes?
79) Wie zeichnet ein Fasan / Rebhuhn, der im Kopf oder in die Lunge getroffen wurde?
Er "himmelt", das heißt er steigt senkrecht in die Höhe.
80) Ein Fasan segelt nach dem Schuß schräg nach unten und versucht, auf dem Boden zu flüchten. Wo haben Sie ihn getroffen, wie verhalten Sie sich?
Fasan wurde am Flügel getroffen.
Krankes Flugwild wird auch am Boden oder auf dem Wasser beschossen.
Obacht! Schrot kann am Boden abprallen.
81) Woran erkennen Sie Sauen im Revier?
Fährten. Suhlen, Malbäumen, Losung
82) Was zeichnet die Haare des Schwarzwildes aus?
Das Fell des Wildschweins ist im Winter dunkelgrau bis braun-schwarz mit langen borstigen Deckhaaren und kurzen feinen Wollhaaren.
Es dient vor allem der Wärmeregulation, da der zwischen den Haaren eingeschlossene Luftraum eine zu starke Abgabe der Körperwärme verhindert.
Die glatten Deckhaare verhindern, daß die Haut beim Durchstreifen von Gestrüpp verletzt wird.
Das Wollhaar bedeckt den gesamten Körper mit Ausnahme einiger Kopfpartien und des unteren Teils der Beine.

Im Frühjahr verliert das Wildschwein das lange, dichte Winterhaar und hat ein kurzes, wollhaarfreies Sommerfell mit hellgefärbten Haarspitzen.
Der Fellwechsel findet in einem Zeitraum von etwa drei Monaten statt und beginnt in den Monaten April bis Mai.
Vorjährige Wildschweine beginnen bereits ab Ende Juli oder Anfang August mit dem Wechsel zum Winterfell.
Bei ausgewachsenen Wildschweinen beginnt der Wechsel zum Winterfell erst im September. Im November ist der Fellwechsel abgeschlossen.
83) Wie legen Sie eine Kirrung an?
- Maximal 60 m vom Hochsitz (da kann man sie noch vernünftig ansprechen und auch im dunklen beschießen)
- Man nimmt Behältnisse, mit denen die Schweine einige Zeit beschäftigt sind, um an das Futter zu kommen (Saukreisel,..)
- Gekirrt wird mit geringen Mengen Mais.
- Bei Mondschein sollte der Hochsitz im dunkeln sein
84) Die Jagdzeiten für Haarwild:
 

Rotwild

 

Hirsche und Alttiere

1. August - 31. Januar

Kälber

1. August - 31. Januar

Schmalspießer

1. Juni - 31. Januar

Schmaltiere

1. Juni - 31. Januar

Schwarzwild:

 

Keiler

16. Juni - 31. Januar

Bachen

16. Juni - 31. Januar

Überläufer

ganzjährig

Frischlinge

ganzjährig

Dam- und Sikawild

 

Hirsche und Alttiere

1. September - 31. Januar

Kälber

1. September - 31. Januar

Schmalspießer

1. Juli - 31. Januar

Schmaltiere

1. Juli - 31. Januar

Rehwild

 

Ricken / Geißen

1. September - 15. Januar

Kitze

1. September - 15. Januar

Schmalrehe

1. Mai - 15. Januar

Böcke

1. Mai - 15. Oktober

Muffelwild

1. August - 31. Januar

Gamswild

1. August - 15. Dezember

Steinwild

ganzjährig geschont

Feldhasen

16. Oktober - 31. Dezember

Fuchs

ganzjährig

Wildkaninchen

ganzjährig

Waschbär

Marderhund

Nutria

ganzjährig

Steinmarder

Baummarder

16. Oktober - 28. Februar

Iltisse

1. August - 28. Februar

Hermeline

1. August - 28. Februar

Mauswiesel

1. August - 28. Februar

Murmeltier

ganzjährig geschont

Dachs

1. August - 31. Dezember

 

85) Was versteht man unter dem Entenstrich?
Das ist der abendlichen Einflug der Enten auf ihre angestammten Fressplätze. Dabei starten alle Enten gleichzeitig von ihrem Tages- oder Ruhegewässer,
um dann fast gleichzeitig in ihre Fressplätze einstreichen. Bejagt werden meist Stockenten, da es von denen meisten gibt.
Die Enten werden beim abendlichen Einfallen am Nahrungsgewässer abgepasst. Die Tiere fliegen in der Regel gegen den Wind ein.
86) Wo ist der Unterschied zwischen Gänse- und Entenstrich?
Gans streicht morgens vom Wasser zum Feld und abends zurück zum Wasser.
Ente streicht morgens zu ihren Ruhegewässern und abends zu ihren Nahrungsgewässern und Fressplätzen.
87) Was sind Trichinen?
Trichinella spiralis ist ein 2 - 4 mm großer Fadenwurm den u.a. Schwein, Bär, Dachs, Ratte, Hund, Katze, Fuchs, Marder in eingekapseltem Zustand in ihrer Muskulatur beherbergen.
Bei Genuss ihres Fleischs gelangen die sog. Kalktrichinen in Magen und Darm des Menschen oder eines anderen Wirts.
Im Darm werden sie von ihrer Kalkkapsel befreit und entwickeln sich zu geschlechtsreifen Darmtrichinen.
Die Übertragung auf einen neuen Wirt erfolgt ausschließlich durch den Verzehr von rohem Fleisch, welches die infektionsfähigen Muskellarven enthält.
Die eigentliche Vermehrung findet in der Darmschleimhaut des Wirtes statt.

Wirkung auf den Menschen:
Je nach Anzahl der aufgenommenen Larven variiert der klinische Verlauf der Erkrankung.
Für tödliche Verläufen sind in der Regel mehr als zweitausend Larven notwendig.
Erste Symptome treten aber bereits bei einer Anzahl von fünfzig Larven auf.
Im Darm befindliche adulte Trichinen führen beim Menschen in der Regel zu Schwindel, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.
Verbreiten sich dann die Larven im Körper, tauchen weitere Symptome wie Schwäche, Fieber und Ödeme im Gesichtsbereich auf.
Diese Symptome können bis zu einem Jahr anhalten.
Es können rheumatische Beschwerden fortbestehen, aber auch eine völlige Abheilung sind möglich.
Genaueres gibt es hier:
Trichinellose – Erkennung, Behandlung und Verhütung

Trichinella spiralis 20x vergrößert

Trichinella spiralis 20x vergrößert.
Abgekapselte Larven im Zwerchfell eines Schweins.
88) Bei welchen Tieren müssen Trichinenproben entnommen werden?
Bei Schwarzwild und Dachsen, die für den eigenen häuslichen Gebrauch bestimmt sind, oder verschenkt und verkauft werden sollen.
89) Wo werden die Trichinenproben untersucht?
Bei einer Trichinenuntersuchungsstelle, die in dem Landkreis liegt, in dem sich auch die Kühlzelle befindet, in der die Sau bis zum Vorliegen des Ergebnisses hängt.
Sau und Probe müssen immer im gleichen Landkreis sein, damit die Behörde bei positivem Befund sofortigen Zugriff auf die Sau hat.
90) Wer darf Trichinenproben entnehmen?
- Ein geschulter und von der Veterinärbehörde beauftragter Jäger, der Verantwortung für den Verbleib des Wildes trägt.
  Dies ist in der Regel ein Revierpächter oder ein im Revier für die Wildvermarktung verantwortlicher Jagdaufseher oder Jagdgast.
- Ein amtlicher Tierarzt.
91) Wo können sich Jäger für die Trichinenprobenentnahme beauftragen lassen?
Beim Veterinäramt im Landkreis des Wohnortes oder des Erlegeortes.
92) Wo finden Schulungen für die Trichinenprobenentnahme statt?
Schulungen werden von den örtlichen Veterinärbehörden, vom Landesjagdverband und seiner Landesjagdschule oder den Mitgliedsvereinen des LJV veranstaltet.
93) Wo müssen die Trichinenproben entnommen werden?
Bei Wildschweinen und Dachsen ist je eine Probe aus der Zwerchfellmuskulatur, vorzugsweise dem Zwerchfellpfeiler,
und der Unterarmmuskulatur (Vorderlauf) von mindestens 10 g zu entnehmen.
Sollte der Zwerchfellpfeiler für die Probenahme nicht zur Verfügung stehen,
so ist als Ersatzprobenmaterial andere Muskulatur des Zwerchfells, des Unterarms oder der Zunge (Unterzungenmuskulatur) zu entnehmen.
Bei positivem Untersuchungsergebnis ist eine weitere, insgesamt 50 g schwere Probe aus den genannten Geweben zu entnehmen.
94) Wann kann ein Jäger mit der Probeentnahme für die Trichinenuntersuchung beauftragt werden?
Die Proben für die Trichinenuntersuchung dürfen nur vom amtlichen Personal oder einem dafür beauftragten Jäger entnommen werden.
Voraussetzung für diese Beauftragung ist der Besitz eines gültigen Jagdscheins und der Nachweis, dass der Jäger für die Probenentnahme geschult wurde.
Zusätzlich muss er einen schriftlichen Antrag beim zuständigen Veterinäramt stellen.
95) Wo braucht sich der Jäger nicht um eine Trichinenuntersuchung kümmern?
- Wild, das über zugelassene Wildbearbeitungsbetriebe in Verkehr gebracht wird, braucht der Jäger keine Proben zu entnehmen.
   Die Entnahme und -untersuchung findet hier im Rahmen der amtlichen Fleischuntersuchung statt
- Wild darf ohne Trichinenuntersuchung an Einzelhandelsbetriebe oder an Jagdscheininhaber abgegeben werden, wenn diese die Probennahme selbst veranlassen.
96) Wann darf der Jäger Wild in Verkehr bringen, bei dem eine Trichinenuntersuchung vorgeschrieben ist?
Das Wild darf erst in Verkehr gebracht oder für den Eigenbedarf genutzt werden, wenn bei der Untersuchung keine Trichinen nachgewiesen worden sind.
- Auch der Aufbruch darf erst nach der Freigabe verwertet oder abgegeben werden!
- Zum Verarbeiten gehört auch das Zerwirken. Abschwarten ist jedoch schon vorher erlaubt.
97) Wozu braucht man Wildursprungsschein und Wildmarke?
Mit der Beauftragung zur Probeentnahme für die Trichinenuntersuchung erhält der Jäger vom Veterinäramt Wildursprungsscheine und Wildmarken.
Wildursprungsschein und Wildmarke sind für die Anmeldung zur Trichinenuntersuchung notwendig.
Sie werden benötigt, um die Probe zweifelsfrei dem erlegten Wild zuzuordnen und diese jederzeit zurückverfolgen zu können.
Wildursprungsschein Muster
98) Was macht der Jäger mit der Wildmarke?
Die Wildmarke ist grundsätzlich bei jedem Stück Schwarzwild (bzw. Dachs) anzubringen, bei dem eine Trichinenprobe selbst entnommen wird.
Dies gilt also auch für Wild, das im eigenen Haushalt verwendet werden soll.
Auch die Probe selbst muss mit der Nummer der Wildmarke gekennzeichnet werden, damit sie eindeutig zugeordnet werden kann.
99) Was macht man mit dem Wildursprungsschein?
-Der Wildursprungsschein besteht aus einem Original und zwei Durchschriften.
-Der Wildursprungsschein muss für jedes Stück Schwarzwild und Dachs, separat ausgefüllt und mit der Nummer der Wildmarke versehen werden.
-Das Original des Wildursprungsscheins wird durch die Untersuchungsstelle der zuständigen Behörde übermittelt und verbleibt dort.
-Eine Durchschrift wird dem Wildkörper bei Vermarktung als Nachweis für die Trichinenbeprobung beigefügt. Dies ist nicht erforderlich, wenn Wild in Teilstücken an Dritte abgegeben wird!
-Eine zweite Durchschrift des Wildursprungsscheins verbleibt bei dem beauftragten Jäger und muss mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden.
100)

Ihr Nachbar möchte ihnen Wildbret vom Reh abkaufen. In welcher Form dürfen sie ihm etwas verkaufen?

Nur ein ganzes Reh in der Decke.

Anmerkung:
Im Anschluss an den Verkauf darf ich dem Nachbarn beim Aus-der-Decke-Schlagen und Zerwirken SEINES Rehs helfen.
Diese Tätigkeit führe ich als hilfsbereiter Nachbar und nicht als Jäger, kundige Person oder Wildbrethändler aus.

   
   
  (c) Jürgen Schilling 14.09.2016

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