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Fragen aus der mündlichen Jägerprüfung in Bayern - Sachgebiet 3: Jagdrecht, Tierschutz- und Naturschutzrecht
1) Was versteht man unter Jagdrecht?

(Den Text im Wortlaut auswendig aufsagen können!)

Bundesjagdgesetz (BJagdG)
I. Abschnitt. Das Jagdrecht
§ 1 Inhalt des Jagdrechts
Absatz 1


Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis,
auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere,
die dem Jagdrecht unterliegen (Wild),
zu hegen,
auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen.
Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.
2) Was ist das Ziel der Hege?

(Den Text im Wortlaut auswendig aufsagen können!)

Bundesjagdgesetz (BJagdG)
I. Abschnitt. Das Jagdrecht
§ 1 Inhalt des Jagdrechts
Absatz 2


Die Hege hat zum Ziel,
die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten
artenreichen und gesunden Wildbestandes
sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen.
Auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt.
Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung,
insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.
3) Was ist das Jagdausübungsrecht?

(Den Text im Wortlaut auswendig aufsagen können!)

Bundesjagdgesetz (BJagdG)
I. Abschnitt. Das Jagdrecht
§ 1 Inhalt des Jagdrechts
Absatz 4


Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.
4) Was ist das Aneignungsrecht?

(Im Wortlaut auswendig aufsagen können!)

Bundesjagdgesetz (BJagdG)
I. Abschnitt. Das Jagdrecht
§ 1 Inhalt des Jagdrechts
Absatz 5


Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen
sowie die Eier von Federwild, sich anzueignen.
5) Darf der Pächter eines Jagdreviers ohne Erlaubnis des Eigentümers Leitern und Hochsitze in seinem Revier errichten?

Art. 36 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz - Jagdeinrichtungen:

1) Der Revierinhaber darf auf land- oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende
    Anlagen nur mit Einwilligung des Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten errichten; die Einwilligung kann durch die Jagdbehörde
    ersetzt werden, wenn dem Eigentümer des Grundstücks die Duldung der Anlage unter Berücksichtigung der jagdlichen Erfordernisse zumutbar ist.

2) Der Eigentümer des Grundstücks kann eine angemessene Entschädigung verlangen, die auf Antrag eines der
    Beteiligten durch die Jagdbehörde festgesetzt wird.

Also:
Nur besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende Anlagen bedürfen der Einwilligung des Grundstückeigentümers oder Nutzungsberechtigten.
Die Einwilligung kann unter Umständen durch die UJB ersetzt werden.

Im Umkehrschluss dürfen ANDERE als „besondere, das Eigentum wesentlich beeinträchtigende Anlagen“ auch ohne Einwilligung des
Grundstückseigentümers errichtet werden.
Dabei kann es sich z.B. um vorübergehend aufgestellte Drückjagdböcke, Scherenleitern, fahrbare Kanzeln, Ansitzschirme etc. handeln.
6) Welches Wild darf bejagt werden?

Die Frage beinhaltet bereits, daß es sich um wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (eben Wild) handelt..
Antwort:
Alles Wild, das gerade nicht mit der Jagd zu verschonen ist.

Mit der Jagd zu verschonen ist Wild während seiner Schonzeit (§ 22 BJagdG und Art. 33 BayJG) und Wild auf das die
Elterntierregelung (§ 22 Absatz 4 BJagdG) sachlich und zeitlich anzuwenden ist.
Auch sachliche Verbote (§ 19 BJagdG und Art. 29 BayJG) können einer Bejagung entgegenstehen.

Typisches Beispiel wäre die Überläuferbache mit Frischlingen:
Sie hat ganzjährig keine Schonzeit, sie ist aber mit der Jagd zu verschonen, weil sie ein Elterntier mit abhängigen Jungen ist.


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§ 22 BJagdG - Jagd- und Schonzeiten

(1) Nach den in § 1 Abs. 2 bestimmten Grundsätzen der Hege bestimmt das Bundesministerium durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Zeiten,
     in denen die Jagd auf Wild ausgeübt werden darf (Jagdzeiten). Außerhalb der Jagdzeiten ist Wild mit der Jagd zu verschonen (Schonzeiten).
     Die Länder können die Jagdzeiten abkürzen oder aufheben; sie können die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder für einzelne
     Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken
     oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken,
     bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben. Für den Lebendfang von Wild können die Länder in Einzelfällen
     Ausnahmen von Satz 2 zulassen.

(2) Wild, für das eine Jagdzeit nicht festgesetzt ist, ist während des ganzen Jahres mit der Jagd zu verschonen.
    Die Länder können bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder bei schwerer Schädigung der Landeskultur
    Jagdzeiten festsetzen oder in Einzelfällen zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken Ausnahmen zulassen.

(3) Aus Gründen der Landeskultur können Schonzeiten für Wild gänzlich versagt werden (Wild ohne Schonzeit).

(4) In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von Wild
     ohne Schonzeit, nicht bejagt werden.
     Die Länder können für Schwarzwild, Wildkaninchen, Fuchs, Ringel- und Türkentaube, Silber- und Lachmöwe sowie für nach Landesrecht dem Jagdrecht
     unterliegende Tierarten aus den in Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 genannten Gründen Ausnahmen bestimmen.
     Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall das Aushorsten von Nestlingen und Ästlingen der Habichte für Beizzwecke
     aus den in Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie 2009/147/ EG genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie
     2009/147/EG genannten Maßgaben genehmigen.
     Das Ausnehmen der Gelege von Federwild ist verboten. Die Länder können zulassen, daß Gelege in Einzelfällen zu wissenschaftlichen,
     Lehr- und Forschungszwecken oder für Zwecke der Aufzucht ausgenommen werden.
     Die Länder können ferner das Sammeln der Eier von Ringel- und Türkentauben sowie von Silber- und Lachmöwen aus den in Artikel 9 Absatz 1 der
      Richtlinie 2009/147/EG genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben erlauben.

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Art. 33 BayJG - Art. 33 Jagd- und Schonzeiten

(1) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung

1. Tierarten, die in § 2 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes nicht genannt sind, dem Jagdrecht zu unterstellen und für diese Tierarten Jagdzeiten festzusetzen,
2. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 3 des Bundesjagdgesetzes die Jagdzeiten abzukürzen oder aufzuheben,

(2) Rechtsverordnungen nach Absatz 1 Nr. 1 ergehen im Einvernehmen mit dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

(3) Die höhere Jagdbehörde wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung

1. gemäß § 22 Abs. 1 Satz 3 des Bundesjagdgesetzes für bestimmte Gebiete oder für einzelne Jagdreviere aus besonderen Gründen,
    insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken und kümmernden Wildes, zur Vermeidung von
    übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen Zwecken, Lehr- und Forschungszwecken, bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder der
    Wildhege die Schonzeiten aufzuheben,

2. gemäß § 22 Abs. 2 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes bei Störung des biologischen Gleichgewichts oder bei schwerer Schädigung der
    Landeskultur Jagdzeiten festzusetzen,

3. gemäß § 22 Abs. 3 des Bundesjagdgesetzes aus Gründen der Landeskultur Schonzeiten für Wild gänzlich zu versagen,

4. gemäß § 22 Abs. 4 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes Ausnahmen von dem Jagdverbot in den Setz- und Brutzeiten für Schwarzwild, Wildkaninchen,
    Fuchs, Ringel- und Türkentaube, Silber- und Lachmöwe sowie für die nach Landesrecht dem Jagdrecht unterstellten Tierarten zu bestimmen.

(4)
1  Rechtsverordnungen nach Absatz 3 werden, wenn eine landeseinheitliche Regelung erforderlich oder zweckmäßig ist, vom Staatsministerium
    für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erlassen.

2  Solche Rechtsverordnungen setzen entgegenstehende oder inhaltsgleiche Vorschriften der nachgeordneten Jagdbehörden außer Kraft.
3  Haben solche Rechtsverordnungen die Bekämpfung von Wildseuchen zum Gegenstand, so ist das Staatsministerium für Umwelt
   und Verbraucherschutz zu beteiligen.

(5) Die Jagdbehörde kann

1. in Einzelfällen für den Lebendfang von Wild Ausnahmen nach § 22 Abs. 1 Satz 4 des Bundesjagdgesetzes und zu wissenschaftlichen,
    Lehr- und Forschungszwecken oder für Zwecke der Aufzucht und Wiedereinsetzung Ausnahmen nach § 22 Abs. 4 Satz 5 des Bundesjagdgesetzes
    zulassen und das Sammeln der Eier von Ringel- und Türkentauben sowie von Silber- und Lachmöwen nach § 22 Abs. 4 Satz 6 des Bundesjagdgesetzes erlauben.

2. Regelungen nach Absatz 3 Nrn. 1 und 2 auch durch Einzelanordnung treffen und gemäß § 22 Abs. 2 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes Ausnahmen zulassen,

3. gemäß § 22 Abs. 4 Satz 3 des Bundesjagdgesetzes im Einzelfall das Aushorsten von Nestlingen und Ästlingen der Habichte für Beizzwecke genehmigen.

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§ 19 BJagdG - Sachliche Verbote

(1) Verboten ist

1. mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuß, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;

2.
a) auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren Auftreffenergie auf 100 m (E 100) weniger als 1 000 Joule beträgt;

b) auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber von 6,5 mm zu schießen; im Kaliber 6,5 mm und darüber
   müssen die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100) von mindestens 2 000 Joule haben;

c) auf Wild mit halbautomatischen oder automatischen Waffen, die mehr als zwei Patronen in das Magazin aufnehmen können, zu schießen;

d) auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen,
    wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt;

3. die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 Metern von der Bezirksgrenze, die Jagd durch Abklingeln der Felder und die
    Treibjagd bei Mondschein auszuüben;

4. Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt die Zeit von eineinhalb Stunden
    nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen,
    Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild;

5.
a) künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische
    Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang
    oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen sowie zur Nachtzeit an Leuchttürmen oder Leuchtfeuern Federwild zu fangen;

b) Vogelleim, Fallen, Angelhaken, Netze, Reusen oder ähnliche Einrichtungen sowie geblendete oder verstümmelte Vögel beim Fang oder
    Erlegen von Federwild zu verwenden;

6. Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Federwild auszusetzen, zu geben oder zu empfangen;

7. Saufänge, Fang- oder Fallgruben ohne Genehmigung der zuständigen Behörde anzulegen;

8. Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen;

9. Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten, sowie Selbstschußgeräte zu verwenden;

10. in Notzeiten Schalenwild in einem Umkreis von 200 Metern von Fütterungen zu erlegen;

11. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu erlegen; das Verbot umfaßt nicht
     das Erlegen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der zuständigen Behörde;

12. die Netzjagd auf Seehunde auszuüben;

13. die Hetzjagd auf Wild auszuüben;

14. die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr auszuüben;

15. Wild zu vergiften oder vergiftete oder betäubende Köder zu verwenden;

16. die Brackenjagd auf einer Fläche von weniger als 1 000 Hektar auszuüben;

17. Abwurfstangen ohne schriftliche Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten zu sammeln;

18. eingefangenes oder aufgezogenes Wild später als vier Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf dieses Wild auszusetzen.

(2) Die Länder können die Vorschriften des Absatzes 1 mit Ausnahme der Nummer 16 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken;
     soweit Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Artikel 9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments
     und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7) in der jeweils
    geltenden Fassung genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben zulässig.

(3) Die in Absatz 1 Nr. 2 Buchstaben a und b vorgeschriebenen Energiewerte können unterschritten werden, wenn von einem staatlichen
     oder staatlich anerkannten Fachinstitut die Verwendbarkeit der Munition für bestimmte jagdliche Zwecke bestätigt wird.
     Auf der kleinsten Verpackungseinheit der Munition ist das
     Fachinstitut, das die Prüfung vorgenommen hat, sowie der Verwendungszweck anzugeben.


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Art. 29 BayJG - Sachliche Gebote und Verbote

(1) Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen.

(2) Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes

1.  Wild, insbesondere zur Abrichtung und Prüfung von Jagdhunden, absichtlich krankzuschießen,

2.  die Jagd auf Wild mit Fanggeräten oder Fangvorrichtungen auszuüben; dies gilt vorbehaltlich des Art. 29a nicht für die
    Jagd auf Raubwild und Wildkaninchen,

3.  die Jagd auf sonstiges Haarwild, mit Ausnahme von Schwarzwild und Raubwild, zur Nachtzeit
    (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes) auszuüben,

4.  die Jagd auf Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, als Treibjagd auszuüben,

5.  das Wild durch Lappen oder sonstige Mittel zu hindern, aus seinen oder in seine Tageseinstände zu wechseln,

6.  auf Wild, das durch Überflutungen, Lawinen oder sonstige Naturkatastrophen in Not geraten oder zum Verlassen
     der Einstände gezwungen worden ist, die Jagd auszuüben; dies gilt nicht, soweit die Not des Wildes nur durch Erlegung beendet werden kann,

7.  die Jagd unter Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln, Sprengstoffen, Gasen oder von Schußwaffen mit Schalldämpfern auszuüben,

8.  Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu beschießen;
     das Verbot umfasst nicht das Beschießen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der Jagdbehörde.

(3) Die Jagdbehörde kann Ausnahmen zulassen

1. in besonderen Einzelfällen, insbesondere zur Durchführung von Hegemaßnahmen oder zu wissenschaftlichen Zwecken, von dem Verbot
    des Absatzes 2 Nr. 2, soweit es sich nicht um die Verwendung von Schlagfallen (Art. 29a) handelt,
2. in begründeten Einzelfällen von den Verboten der Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern (Abs. 2 Nr. 7),
3. von dem Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes für die Nachtjagd auf Rotwild, soweit es die Landeskultur erfordert.

(4) Das Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 10 des Bundesjagdgesetzes gilt nicht für Kirrungen.

(5)
1  Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Verbote
    des § 19 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes1), mit Ausnahme der Nummer 16, zu erweitern oder aus besonderen Gründen,
    insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur
    Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen Zwecken, Lehr- und Forschungszwecken oder bei Störung
    des biologischen Gleichgewichts einzuschränken; soweit Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Art. 9 Abs. 1 der
     Richtlinie 79/409/EWG genannten Gründen und nach den in Art. 9 Abs. 2 dieser Richtlinie genannten Maßgaben zulässig.
2  Unter den gleichen Voraussetzungen kann die Jagdbehörde die Verbote auch durch Einzelanordnung einschränken.
3  Die tierseuchenrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.
7) Unter welchen Bedingungen dürfen Graureiher bejagt werden?

Auf Graureiher darf die Jagd gem. der „Verordnung über die Aufhebung der Schonzeit für Graureiher“ in der Zeit vom
16. September bis zum 31. Oktober in einem Umkreis von 200 m um geschlossene Gewässer im Sinn
 des Art. 2 Abs. 1 Nummer 1 und 2 des Fischereigesetzes für Bayern ausgeübt werden.

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Nicht auswendig lernen, aber sinngemäß wieder geben können:

Bayerisches Fischereigesetz:
Art. 2
(1) Geschlossene Gewässer im Sinn des Gesetzes sind:
1. alle künstlich angelegten, ablassbaren und während der Bespannung gegen den Wechsel der Fische ständig abgesperrten Fischteiche und
    Fischbehälter, mögen sie mit einem natürlichen Gewässer in Verbindung stehen oder nicht,
2. die lediglich zum Zweck der Fischzucht oder Fischhaltung künstlich hergestellten und ständig abgesperrten Rinnsale, solange sie
    ausschließlich diesem Zweck dienen,
3. mit Ausnahme der Altwässer alle anderen Gewässer, denen es an einer für den Wechsel der Fische geeigneten regelmäßigen
    Verbindung mit einem anderen natürlichen Gewässer fehlt.
(2) Ob ein geschlossenes Gewässer vorliegt, entscheidet die Verwaltungsbehörde.
8) Dürfen Kormorane bejagt werden?

Kormorane unterliegen auch nicht dem Jagdrecht, da sie kein Wild sind.
Sie dürfen entsprechend der Kormoranverordnung zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten geschossen werden.

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AAV - Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung
Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten

§ 1 Ausnahmen für Kormorane

(1)    Zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt wird nach Maßgabe
        der Abs. 2 bis 6 abweichend von  § 44 Abs.1 BNatSchG die Tötung von Kormoranen (Phalacrocorax carbo sinensis)
        durch Abschuss in einem Umkreis von 200 m um Gewässer erlaubt.

(2)    Von der Gestattung ausgenommen sind
2.1   befriedete Bezirke gemäß Art. 6 Abs. 1 und 2 des Bayerischen Jagdgesetzes,
2.2.  Naturschutzgebiete nach § 23 BNatSchG sowie Nationalparke nach § 24 Abs. 1 bis 3 BNatSchG in Verbindung
        mit Art. 13 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG),
2.3.  Europäische Vogelschutzgebiete gemäß der Vogelschutzverordnung.

(3) Der Abschuss ist nur zulässig in der Zeit vom 16. August bis 14. März. In Schonbezirken nach Art. 70 des Bayerischen
     Fischereigesetzes (BayFiG) sowie in geschlossenen Gewässern nach Art. 2 BayFiG ist der Abschuss vorbehaltlich
     besonderer Schutzvorschriften in der Zeit vom 16. August bis 31. März zulässig.
     Nicht zulässig ist der Abschuss von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang.
     § 11 der Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes (AVBayJG) gilt entsprechend.
9) Dürfen Bieber bejagt werden?

Bieber unterliegen wie die Kormorane auch nicht dem Jagdrecht, da sie kein Wild sind.
Nach der gleichen Verordnung wie die Kormorane dürfen auch Biber zeitlich, örtlich und sachlich begrenzt gefangen und getötet werden.
Hierzu ist jedoch zusätzlich eine Bestellung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich.


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AAV - Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung
Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten

§ 2 Ausnahmen für Biber

(1) Zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit wird
nach Maßgabe der Abs. 2 bis 7 abweichend von § 44 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 BNatSchG gestattet,
Bibern (Castor fiber) in der Zeit vom 1. September bis 15. März nachzustellen, sie zu fangen
und zu töten.
Abweichend von § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG dürfen Biberdämme, soweit besetzte Biberburgen
nicht beeinträchtigt werden, und nicht besetzte Biberburgen beseitigt werden.

(2) Maßnahmen nach Abs. 1 sind erlaubt
2.1. an Kläranlagen, an Triebwerkskanälen von Wasserkraftanlagen sowie an gefährdeten
Stau- und Hochwasserschutzanlagen wie Stauwehren, Deichen und Dämmen und
2.2. in den gemäß Abs. 3 festgesetzten Bereichen.

(3) Die Kreisverwaltungsbehörde als untere Naturschutzbehörde kann erwerbswirtschaftlich genutzte Fischteichanlagen,
Abschnitte von angelegten Be- und Entwässerungsgräben sowie Abschnitte von öffentlichen Straßen festsetzen,
bei denen Maßnahmen nach Abs. 1 zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden oder aus Gründen der
öffentlichen Sicherheit erforderlich sind.
Dies setzt voraus, dass es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und die Populationen des
Bibers in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet trotz der Ausnahmeregelung in einem günstigen
Erhaltungszustand verweilen.

(4) Abs. 1 bis 3 gelten nicht in
4.1. Naturschutzgebieten nach § 23 BNatSchG sowie Nationalparken nach § 24 Abs. 1 bis 3 BNatSchG
in Verbindung mit Art. 13 BayNatSchG,
4.2. Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung nach § 7 Abs. 1 Nr. 6 BNatSchG und in
Europäischen Vogelschutzgebieten gemäß der Vogelschutzverordnung.

(5) Zu Maßnahmen nach Abs. 1 ist berechtigt, wer
5.1. die erforderlichen Kenntnisse nachweisen kann und
5.2 von der unteren Naturschutzbehörde hierzu bestellt ist.

Ein Abschuss erfolgt im Benehmen mit dem Jagdausübungsberechtigten (Revierinhaber).

(6) Es dürfen nur für den Fang von Bibern geeignete Fallen verwendet werden. Beim Abschuss müssen
Büchsenpatronen verwendet werden, deren Kaliber mindestens 6,5 mm beträgt;
im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100)
von mindestens 2000 Joule haben.
Beim Töten von in Fallen gefangenen Bibern mit Pistolen oder Revolvern sowie bei der
Abgabe von Fangschüssen mit Pistolen oder Revolvern muss die Mündungsenergie der Geschosse
mindestens 200 Joule betragen.
Die Bestimmungen über verbotene Fangmethoden, Verfahren und Geräte
(§ 4 der Bundesartenschutzverordnung - BArtSchV) bleiben unberührt.

(7) Fang- und Abschussort (Gewässer oder Gewässerabschnitt und Gewässertyp) sowie Fang- und Abschussdatum,
die Anzahl der jeweils gefangenen und getöteten Biber sowie Informationen über die Entsorgung bzw.
den Verbleib der getöteten Tiere sind der unteren Naturschutzbehörde unverzüglich mitzuteilen.
10) Welche sachlichen Verbote nach § 19 BJagdG (Bundesjagdgesetz) können einer Bejagung entgegen stehen?

Nicht auswendig lernen, aber sinngemäß wieder geben können:


1.   mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuß, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;

2a)  auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren Auftreffenergie auf 100 m (E 100) weniger als 1.000 Joule beträgt;

2b)  auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber von 6,5 mm zu schießen; im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen
      die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100) von mindestens 2.000 Joule haben;

2c)  auf Wild mit halbautomatischen oder automatischen Waffen, die mehr als zwei Patronen in das Magazin aufnehmen können, zu schießen;

2d)  auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen,
      wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt;

3.  die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 Metern von der Bezirksgrenze, die Jagd durch Abklingeln der Felder und die Treibjagd
     bei Mondschein auszuüben;

4.  Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt die Zeit von eineinhalb Stunden
     nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen,
     Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild;

5a) künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine
      elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang oder
      Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen sowie zur Nachtzeit an Leuchttürmen oder Leuchtfeuern Federwild zu fangen;

5b) Vogelleim, Fallen, Angelhaken, Netze, Reusen oder ähnliche Einrichtungen sowie geblendete oder verstümmelte Vögel beim
      Fang oder Erlegen von Federwild zu verwenden;

6.   Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Federwild auszusetzen, zu geben oder zu empfangen;

7.   Saufänge, Fang- oder Fallgruben ohne Genehmigung der zuständigen Behörde anzulegen;

8.   Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen;

9.   Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten, sowie Selbstschußgeräte zu verwenden;

10.   in Notzeiten Schalenwild in einem Umkreis von 200 Metern von Fütterungen zu erlegen;

11.  Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu erlegen; das
       Verbot umfaßt nicht das Erlegen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der zuständigen Behörde;

12.  die Netzjagd auf Seehunde auszuüben;

13.  die Hetzjagd auf Wild auszuüben;

14.  die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr auszuüben;

15.  Wild zu vergiften oder vergiftete oder betäubende Köder zu verwenden;

16.  die Brackenjagd auf einer Fläche von weniger als 1.000 Hektar auszuüben;

17.  Abwurfstangen ohne schriftliche Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten zu sammeln;

18.  eingefangenes oder aufgezogenes Wild später als vier Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf dieses Wild auszusetzen.

(2) Die Länder können die Vorschriften des Absatzes 1 mit Ausnahme der Nummer 16 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken;
     soweit Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Artikel 9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG des
     Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten
     (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7) in der jeweils geltenden Fassung genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der
     Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben zulässig.

(3) Die in Absatz 1 Nr. 2 Buchstaben a und b vorgeschriebenen Energiewerte können unterschritten werden, wenn von einem staatlichen oder staatlich
     anerkannten Fachinstitut die Verwendbarkeit der Munition für bestimmte jagdliche Zwecke bestätigt wird.
     Auf der kleinsten Verpackungseinheit der Munition ist das Fachinstitut, das die Prüfung vorgenommen hat, sowie der Verwendungszweck anzugeben.
11) Welche sachlichen Gebote und Verbote nach Art. 29 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz müssen bei der Bejagung beachtet werden?

Nicht auswendig lernen, aber sinngemäß wieder geben können:

(1)   Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen. (=Gebot)

(2)   Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes -

2.1. Wild, insbesondere zur Abrichtung und Prüfung von Jagdhunden, absichtlich krankzuschießen,

2.2. die Jagd auf Wild mit Fanggeräten oder Fangvorrichtungen auszuüben; dies gilt vorbehaltlich des Art. 29a nicht
       für die Jagd auf Raubwild und Wildkaninchen,

2.3. die Jagd auf sonstiges Haarwild, mit Ausnahme von Schwarzwild und Raubwild, zur Nachtzeit (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes) auszuüben,

2.4. die Jagd auf Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, als Treibjagd auszuüben,

2.5. das Wild durch Lappen oder sonstige Mittel zu hindern, aus seinen oder in seine Tageseinstände zu wechseln,

2.6. auf Wild, das durch Überflutungen, Lawinen oder sonstige Naturkatastrophen in Not geraten oder zum Verlassen der Einstände gezwungen worden ist,
      die Jagd auszuüben; dies gilt nicht, soweit die Not des Wildes nur durch Erlegung beendet werden kann,

2.7. die Jagd unter Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln, Sprengstoffen, Gasen oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern auszuüben,

2.8. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu beschießen; das Verbot umfasst
       nicht das Beschießen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der Jagdbehörde.

(3)   Die Jagdbehörde kann Ausnahmen zulassen

3.1. in besonderen Einzelfällen, insbesondere zur Durchführung von Hegemaßnahmen oder zu wissenschaftlichen Zwecken, von dem Verbot des Absatzes 2 Nr. 2,
       soweit es sich nicht um die Verwendung von Schlagfallen (Art. 29a) handelt,

3.2. in begründeten Einzelfällen von den Verboten der Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln oder von Schusswaffen mit Schalldämpfern (Abs. 2 Nr. 7),

3.3. von dem Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes für die Nachtjagd auf Rotwild, soweit es die Landeskultur erfordert.

(
4)   Das Verbot des § 19 Abs. 1 Nr. 10 des Bundesjagdgesetzes gilt nicht für Kirrungen.

(5)  Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Verbote des § 19 Abs. 1 des
      Bundesjagdgesetzes, mit Ausnahme der Nummer 16, zu erweitern oder aus besonderen Gründen, insbesondere aus Gründen der Wildseuchenbekämpfung
      und Landeskultur, zur Beseitigung kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden, zu wissenschaftlichen Zwecken,
      Lehr- und Forschungszwecken oder bei Störung des biologischen Gleichgewichts einzuschränken; soweit Federwild betroffen ist, ist die
      Einschränkung nur aus den in Art. 9 Abs. 1 der Richtlinie 79/409/EWG genannten Gründen und nach den in Art. 9 Abs. 2 dieser Richtlinie
      genannten Maßgaben zulässig. Unter den gleichen Voraussetzungen kann die Jagdbehörde die Verbote auch durch Einzelanordnung einschränken.
 
12) Wem gehört das Wild?

Wild ist herrenlos, bis es sich der dazu Befugte aneignet.

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Rechtsgrundlage ist das Bürgerliches Gesetzbuch - BGB § 960 - Wilde Tiere

(1) Wilde Tiere sind herrenlos, solange sie sich in der Freiheit befinden.
     Wilde Tiere in Tiergärten und Fische in Teichen oder anderen geschlossenen Privatgewässern sind nicht herrenlos.

(2) Erlangt ein gefangenes wildes Tier die Freiheit wieder, so wird es herrenlos, wenn nicht der Eigentümer
    das Tier unverzüglich verfolgt oder wenn er die Verfolgung aufgibt.

(3) Ein gezähmtes Tier wird herrenlos, wenn es die Gewohnheit ablegt, an den ihm bestimmten Ort zurückzukehren.
13) Wer ist befugt sich Wild anzueignen?

1) Zur Aneignung befugt ist der Jagdausübungsberechtigte (§ 1 BJagdG - Inhalt des Jagdrechts)

2) Die Person, der in einem befriedeten Bezirk eine Jagdhandlung gestattet wurde (Art. 6 BayJG – Befriedete Bezirke; Ruhen der Jagd)

3) Auch krankgeschossenes Wild das in Gebäuden, Hofräumen und Hausgärten verendet, gehört dem Jagdausübungsberechtigten.
    Er darf das Wild in diese Bereiche nicht verfolgen, der Grundeigentümer ist aber zur Herausgabe des Wildes verpflichtet
   (Art. 38 BayJG – Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes in befriedeten Bezirken)
.
14) Was bedeutet das hinsichtlich der Haftung bei Wildunfällen?

Da das Wild herrenlos ist, haftet grundsätzlich auch niemand bei Wildunfällen.
Eine Haftung z.B. wegen mangelnder Verkehrssicherung anlässlich einer Treibjagd o.ä. bleibt unberührt.

Wildunfälle sind nicht das gleiche wie Wildschäden!
Wildunfälle sind Kollisionen mit Autos,..
Wildschäden sind Verbißschäden,..
15) Muss der Pächter sich verunfalltes Wild (Fallwild) aneignen?

Grundsätzlich gehören auch Bahnanlagen zu dem Jagdbezirk in dem sie liegen.
Es gibt aber Einschränkungen solche Anlagen zu betreten.
Da Eisenbahnkörper nicht zu den befriedeten Bezirken gehören, bleibt das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten unberührt.
Will man nicht auf sein Aneignungsrecht verzichten, setzt man sich mit dem Betreiber
der Bahn in Verbindung und bespricht das Vorgehen.

Das Recht, sich außerhalb von befriedeten Bezirken Fallwild, das dem Jagdrecht unterliegt anzueignen,
steht ausschließlich dem Jagdausübungsberechtigten zu.
Der Jagdausübungsberechtigte ist nicht verpflichtet, sich das Fallwild anzueignen.
16) Was macht man mit Wild das auf einem Bahndamm liegt?

Grundsätzlich gehören auch Bahnanlagen zu dem Jagdbezirk in dem sie liegen.
Der Jagdausübungsberechtigte darf sich daher das Wild aneignen.

Eisenbahnkörper bilden, wenn sie nach Umfang und Gestalt für sich allein eine ordnungsmäßige Jagdausübung nicht gestatten,
keinen Jagdbezirk für sich. (§ 5 (2) BJagdG), also auch keinen Eigenjagdbezirk.
Grundsätzlich gehören auch Bahnanlagen zu dem Jagdbezirk in dem sie liegen.
Es gibt aber Einschränkungen solche Anlagen zu betreten.
Da Eisenbahnkörper nicht zu den befriedeten Bezirken gehören, bleibt das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten unberührt.
Sprich, der Jagdausübungsberechtigte hat das Recht sich das Wild anzueignen.

Will man nicht auf sein Aneignungsrecht verzichten, setzt man sich mit dem Betreiber der Bahn in Verbindung und bespricht das Vorgehen.

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§ 5 BJagdG - Gestaltung der Jagdbezirke

(1) Jagdbezirke können durch Abtrennung, Angliederung oder Austausch von Grundflächen abgerundet werden, wenn dies aus
     Erfordernissen der Jagdpflege und Jagdausübung notwendig ist.

(2) Natürliche und künstliche Wasserläufe, Wege, Triften und Eisenbahnkörper sowie ähnliche Flächen bilden, wenn sie nach Umfang
     und Gestalt für sich allein eine ordnungsmäßige Jagdausübung nicht gestatten, keinen Jagdbezirk für sich, unterbrechen nicht
     den Zusammenhang eines Jagdbezirkes und stellen auch den Zusammenhang zur Bildung eines Jagdbezirkes zwischen
     getrennt liegenden Flächen nicht her.
17) Darf auf Bahnanlagen gejagt werden?

Bahnanlagen wie Dämme, Böschungen, Gleise u.ä. gehören zum Jagdbezirk.
Auf ihnen darf aber nicht gejagt werden, weil sie nicht betreten werden dürfen(§ 62 EBO).
Deshalb ist die Bahn, ähnlich wie bei befriedeten Bezirken, auch kein Jagdgenosse.

Es besteht aber die Möglichkeit, dass Bahn und Jagdgenossenschaft die Zulässigkeit der Jagdausübung vereinbaren.
In einem solchen Fall erteilt die Bahn dem Pächter eine sog. Bahnbetretungskarte, die diesen berechtigt,
die Bahnanlagen zur Ausübung der Jagd zu betreten.
In diesem Fall gehört die Bahn zu den Jagdgenossen, für ihre Flächen ist Jagdpacht zu entrichten
und es besteht ein Anspruch auf Wildschadenersatz
Quelle: Mark G. v. Pückler, Der Jäger und sein Recht, 5. Auflage, Paul Parey Zeitschriftenverlag

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§ 5 BJagdG - Gestaltung der Jagdbezirke

(1) Jagdbezirke können durch Abtrennung, Angliederung oder Austausch von Grundflächen abgerundet werden, wenn dies aus Erfordernissen
     der Jagdpflege und Jagdausübung notwendig ist.

(2) Natürliche und künstliche Wasserläufe, Wege, Triften und Eisenbahnkörper sowie ähnliche Flächen bilden, wenn sie nach Umfang
     und Gestalt für sich allein eine ordnungsmäßige Jagdausübung nicht gestatten, keinen Jagdbezirk für sich, unterbrechen nicht
     den Zusammenhang eines Jagdbezirkes und stellen auch den Zusammenhang zur Bildung eines Jagdbezirkes
     zwischen getrennt liegenden Flächen nicht her.

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§ 62 EBO - Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung - Betreten und Benutzen der Bahnanlagen und Fahrzeuge

(1) Die Bahnanlagen und Fahrzeuge dürfen von Personen, die nicht amtlich dazu befugt sind,
     nur insoweit betreten oder benutzt werden, als sie dem allgemeinen Verkehrsgebrauch
    dienen oder ein besonderes Nutzungsverhältnis dazu berechtigt.

(2) Der Aufenthalt innerhalb der Gleise ist nicht gestattet, es sei denn, daß dies zur
    Erfüllung amtlicher Aufgaben erforderlich oder im Rahmen eines Nutzungsverhältnisses zugelassen worden ist.

(3) Bahnübergänge von Privatwegen ohne öffentlichen Verkehr, die als solche gekennzeichnet sind,
    dürfen nur von den Berechtigten und nur unter den dafür festgelegten Bedingungen benutzt werden.
   Bei Annäherung an diese Bahnübergänge und bei ihrer Benutzung ist besondere Aufmerksamkeit anzuwenden.

(4) Bahnübergänge von Privatwegen mit öffentlichem Verkehr dürfen Personen nur anlegen und dem öffentlichen Verkehr überlassen,
    sofern sie dies mit dem Bahnunternehmer vereinbart haben und ihnen obliegende Sicherungsmaßnahmen durchführen.
 
18) Darf man auf verletzte Tiere die dem Naturschutzrecht unterstellt sind, einen Fangschuß abgeben?

Nein.

Auf Tierarten die nicht dem Jagdrecht unterliegen darf kein Fangschuss abgegeben werden, wenn sie „besonders“ oder „streng“ geschützt sind.
Auch der Fangschuss auf sonstige Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen und die keinen strengen oder besonderen Schutz nach Naturschutzrecht
genießen, ist grundsätzlich nicht möglich.
Sollte ein Fangschuß nötig sein, ruft man die Polizei.

Nur auf Wild sind die Vorschriften des "§ 22a BJagdG - Verhinderung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes" anzuwenden.
Hier darf ggf. muss sogar ein Fangschuss abgegeben werden

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§ 22a BJagdG - Verhinderung von vermeidbaren Schmerzen oder Leiden des Wildes:

(1) Um krankgeschossenes Wild vor vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zu bewahren, ist dieses
unverzüglich zu erlegen;
das gleiche gilt für schwerkrankes Wild, es sei denn, daß es genügt und möglich ist,
es zu fangen und zu versorgen.

(2) Krankgeschossenes oder schwerkrankes Wild, das in einem fremden Jagdbezirk wechselt,
darf nur verfolgt werden (Wildfolge), wenn mit dem Jagdausübungsberechtigten dieses Jagdbezirkes eine schriftliche Vereinbarung über die Wildfolge abgeschlossen worden ist.
Die Länder erlassen nähere Bestimmungen, insbesondere über die Verpflichtung der Jagdausübungsberechtigten benachbarter Jagdbezirke, Vereinbarungen über die Wildfolge zu treffen;
sie können darüber hinaus die Vorschriften über die Wildfolge ergänzen oder erweitern.
19) Was sind Jagdschäden?

Schaden, der bei der Jagdausübung entsteht (Autospuren in Feldern,…)
20) Wer haftet für Jagdschäden?

Der Jagdausübungsberechtigte

Der Jagdausübungsberechtigte haftet gegenüber dem Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigten für
jeden aus mißbräuchlicher Jagdausübung entstehenden Schaden.
Er haftet auch für den Jagdschaden, der durch einen von ihm bestellten Jagdaufseher oder durch einen Jagdgast angerichtet wird.
21) Wer haftet grundsätzlich für Wildschäden?

1) In einem Gemeinschaftsjagdbezirk ist grundsätzlich die Jagdgenossenschaft ersatzpflichtig (§29 Absatz 1 BJagdG - Schadensersatzpflicht).

2) Bei Grundflächen die einem Eigenjagdbezirk angegliedert sind ist der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte der Eigenjagd
    ersatzpflichtig. (§29 Absatz 2 BJagdG - Schadensersatzpflicht).

3) Bei Grundflächen die zu einem Eigenjagdbezirk gehören ist auch der Jagdausübungsberechtigte ersatzpflichtig, wenn er den Schaden
    durch unzureichenden Abschuss verursacht hat und keine andere (z.B. eine Schadenersatz ausschließende) Regelung
    getroffen ist. (§29 Absatz 3 BJagdG - Schadensersatzpflicht).

Die Pflicht zur Ersatzleistung bei Wildschäden kann auf den Jagdpächter übertragen werden.

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§29 BJagdG - Schadensersatzpflicht

(1) Wird ein Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehört oder einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk angegliedert ist
     (§ 5 Abs. 1), durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt, so hat die Jagdgenossenschaft dem Geschädigten den
     Wildschaden zu ersetzen.
     Der aus der Genossenschaftskasse geleistete Ersatz ist von den einzelnen Jagdgenossen nach dem Verhältnis des
     Flächeninhalts ihrer beteiligten Grundstücke zu tragen.
     Hat der Jagdpächter den Ersatz des Wildschadens ganz oder teilweise übernommen, so trifft die Ersatzpflicht den Jagdpächter.
     Die Ersatzpflicht der Jagdgenossenschaft bleibt bestehen, soweit der Geschädigte Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(2) Wildschaden an Grundstücken, die einem Eigenjagdbezirk angegliedert sind (§ 5 Abs. 1), hat der Eigentümer oder der Nutznießer des
     Eigenjagdbezirks zu ersetzen. Im Falle der Verpachtung haftet der Jagdpächter, wenn er sich im Pachtvertrag zum Ersatz des
     Wildschadens verpflichtet hat. In diesem Falle haftet der Eigentümer oder der Nutznießer nur, soweit der Geschädigte
     Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(3) Bei Grundstücken, die zu einem Eigenjagdbezirk gehören, richtet sich, abgesehen von den Fällen des Absatzes 2,
    die Verpflichtung zum Ersatz von Wildschaden (Absatz 1) nach dem zwischen dem Geschädigten und dem Jagdausübungsberechtigten
    bestehenden Rechtsverhältnis. Sofern nichts anderes bestimmt ist, ist der Jagdausübungsberechtigte ersatzpflichtig, wenn er durch
    unzulänglichen Abschuß den Schaden verschuldet hat.

(4) Die Länder können bestimmen, daß die Wildschadensersatzpflicht auch auf anderes Wild ausgedehnt wird und daß der Wildschadensbetrag
     für bestimmtes Wild durch Schaffung eines Wildschadensausgleichs auf eine Mehrheit von Beteiligten zu verteilen ist (Wildschadensausgleichskasse).
22) Welche Arten von Wildschäden kommen in Betracht und wie müssen sie vom Geschädigten geltend gemacht werden?

Grundsätzlich sind alle Schäden an Grundstücken und auch an den bereits getrennten aber noch nicht eingeernteten Erzeugnissen
eines Grundstücks ersatzpflichtig (§29 - Schadensersatzpflicht, §30 - Wildschaden durch Wild aus Gehege, §31 - Umfang der Ersatzpflicht BJagdG)

Beispiel:
Kartoffeln in einer Kartoffelmiete sind getrennt und eingeerntet, weil die Miete die Lagerform für Kartoffel ist.
Getreide, das zu Garben gebündelt ist, ist getrennt aber noch nicht eingeerntet.

Insbesondere Fegeschäden, Schälschäden, Verbissschäden, Fraßschäden und umgebrochenes Grünland sind Wildschäden.

Der Wildschaden ist schriftlich oder zur Niederschrift, bei der zuständigen Gemeinde anzuzeigen
(§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid).

Wildschäden die an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken entstanden sind, sind jeweils bis zum 1. Mai oder 1. Oktober anzumelden.
Bei allen anderen Grundstücken ist der Wildschaden binnen einer Woche, nachdem der Berechtigte von dem Schaden Kenntnis erhalten
hat oder bei Beobachtung gehöriger Sorgfalt erhalten hätte anzumelden.

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§29 BJagdG - Schadensersatzpflicht

(1) Wird ein Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehört oder einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk angegliedert ist
     (§ 5 Abs. 1), durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt, so hat die Jagdgenossenschaft dem Geschädigten den
     Wildschaden zu ersetzen.
     Der aus der Genossenschaftskasse geleistete Ersatz ist von den einzelnen Jagdgenossen nach dem Verhältnis des
     Flächeninhalts ihrer beteiligten Grundstücke zu tragen.
     Hat der Jagdpächter den Ersatz des Wildschadens ganz oder teilweise übernommen, so trifft die Ersatzpflicht den Jagdpächter.
     Die Ersatzpflicht der Jagdgenossenschaft bleibt bestehen, soweit der Geschädigte Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(2) Wildschaden an Grundstücken, die einem Eigenjagdbezirk angegliedert sind (§ 5 Abs. 1), hat der Eigentümer oder der Nutznießer des
     Eigenjagdbezirks zu ersetzen. Im Falle der Verpachtung haftet der Jagdpächter, wenn er sich im Pachtvertrag zum Ersatz des
     Wildschadens verpflichtet hat. In diesem Falle haftet der Eigentümer oder der Nutznießer nur, soweit der Geschädigte
     Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(3) Bei Grundstücken, die zu einem Eigenjagdbezirk gehören, richtet sich, abgesehen von den Fällen des Absatzes 2,
    die Verpflichtung zum Ersatz von Wildschaden (Absatz 1) nach dem zwischen dem Geschädigten und dem Jagdausübungsberechtigten
    bestehenden Rechtsverhältnis. Sofern nichts anderes bestimmt ist, ist der Jagdausübungsberechtigte ersatzpflichtig, wenn er durch
    unzulänglichen Abschuß den Schaden verschuldet hat.

(4) Die Länder können bestimmen, daß die Wildschadensersatzpflicht auch auf anderes Wild ausgedehnt wird und daß der Wildschadensbetrag
     für bestimmtes Wild durch Schaffung eines Wildschadensausgleichs auf eine Mehrheit von Beteiligten zu verteilen ist (Wildschadensausgleichskasse).

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§30 BJagdG - Wildschaden durch Wild aus Gehege

Wird durch ein aus einem Gehege ausgetretenes und dort gehegtes Stück Schalenwild Wildschaden angerichtet,
so ist ausschließlich derjenige zum Ersatz verpflichtet, dem als Jagdausübungsberechtigten, Eigentümer oder Nutznießer
die Aufsicht über das Gehege obliegt.

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§31 BJagdG - Umfang der Ersatzpflicht

(1) Nach den §§ 29 und 30 ist auch der Wildschaden zu ersetzen, der an den getrennten, aber noch nicht eingeernteten
     Erzeugnissen eines Grundstücks eintritt.

(2) Werden Bodenerzeugnisse, deren voller Wert sich erst zur Zeit der Ernte bemessen läßt, vor diesem Zeitpunkt durch Wild beschädigt,
     so ist der Wildschaden in dem Umfange zu ersetzen, wie er sich zur Zeit der Ernte darstellt.
     Bei der Feststellung der Schadenshöhe ist jedoch zu berücksichtigen, ob der Schaden nach den Grundsätzen einer ordentlichen
     Wirtschaft durch Wiederanbau im gleichen Wirtschaftsjahr ausgeglichen werden kann.

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§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid

(1)
  1 Ersatzpflichtige Wild- und Jagdschäden sind bei der für das beschädigte Grundstück zuständigen Gemeinde schriftlich oder zur
     Niederschrift anzumelden (§ 34 BJagdG).
  2 Schäden an gemeindefreien Grundstücken, die einem Gemeinschaftsjagdrevier angegliedert sind, sind bei der Gemeinde,
     in der das Gemeinschaftsjagdrevier liegt, im übrigen bei einer der angrenzenden Gemeinden anzumelden.
  3 Ist die Gemeinde selbst Eigentümerin des beschädigten Grundstücks, hat die Anmeldung bei der Rechtsaufsichtsbehörde zu erfolgen.

(2)
  1  Wild- und Jagdschäden können gerichtlich erst geltend gemacht werden, wenn das Vorverfahren bei der nach
      Abs. 1 Sätze 1 und 2 zuständigen Gemeinde durchgeführt worden ist.
  2  Ist die Gemeinde selbst Geschädigte oder Ersatzpflichtige oder nimmt der Bürgermeister der Gemeinde die Geschäfte des
     Jagdvorstands der ersatzpflichtigen Jagdgenossenschaft wahr, führt die Rechtsaufsichtsbehörde das Vorverfahren durch.

(3)
  1  Verspätet angemeldete Ansprüche auf Ersatz von Wild- oder Jagdschäden und Anträge, die wegen Fehlens eines ersatzfähigen
      Wild- oder Jagdschadens offensichtlich unbegründet sind, weist die Gemeinde mit schriftlichem Bescheid zurück,
      falls der Antrag trotz Belehrung aufrechterhalten wird.
   2 Der Bescheid ist dem Antragsteller zuzustellen.

(4) Das Recht der Beteiligten, Wild- und Jagdschadenssachen ohne Vorverfahren durch Vereinbarung zu regeln, bleibt unberührt.
23) Muß der Ersatzpflichtige für Schäden allen Wildes aufkommen?

Nach dem Bundesjagdgesetz ist nur der Wildschaden der durch Schalenwild, Fasanen und Wildkaninchen verursacht wird ersatzpflichtig.
Der Jagdpächter kann per Vertrag die Ersatzpflicht für weitere Wildarten übernehmen.


Folgende Schäden müssen nicht beglichen werden:
- Schäden in befriedeten Gebieten
- An Sonderkulturen wie Hopfen, Weintrauben aus Weinbergen, Tabak
- Schäden an Rüben- und Kartoffelmieten.
  -> Die Rüben und Kartoffeln wurden bereits abgeerntet und in der Miete eingelagert.


Folgende Schäden müssen beglichen werden:
- Verbißschäden an Jungbäumen
  Die Hauptholzarten müssen ohne Schutz aufwachsen können.
  Schäden an Bäumen inkl. Jungbäumen die zu den Hauptholzarten gehören sind auch ohne Schutzmaßnahmen ersatzpflichtig.
- An bereits abgeernteten, aber noch auf dem Feld liegenden Feldfrüchten.
  -> Das Getreide ist schon von der Pflanze getrennt, steht aber noch auf dem Feld, und wartet auf seinen Abtransport zum Lagerort.

 

Rübenmiete (nicht ersatzpflichtig)

Getreidegarben (ersatzpflichtig)


   

24) Wie werden Wildschäden reguliert?

Das BJagdG schreibt die Anmeldung des Wildschadens bei der zuständigen Behörde (in der Regel die Gemeinde) vor
und ermächtigt die Länder ein Vorverfahren vorzuschreiben, bevor der ordentliche Rechtsweg (Klage beim Gericht) beschritten werden darf.

Vorverfahren in Bayern in Stichworten:
1) Anmeldung des Schadens bei der zuständigen Behörde (§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid)
2) Gemeinde prüft rechtzeitige Anmeldung und Vorliegen eines ersatzpflichtigen Wildschadens ggf. Zurückweisung
3) Kommt eine gütliche Einigung zustande, wird eine Niederschrift gefertigt und den Beteiligten zugestellt.
4) Kommt keine gütliche Einigung zustande, ist der Schaden zu schätzen
5) Gemeinde erlässt Vorbescheid mit Rechtsbehelfsbelehrung und stellt ihn den Parteien zu
6) Klage beim zuständigen Gericht

------------------
§ 25 AVBayJG - Schadensanmeldung, Vorverfahren, Zurückweisungsbescheid

(1)
  1 Ersatzpflichtige Wild- und Jagdschäden sind bei der für das beschädigte Grundstück zuständigen Gemeinde schriftlich oder zur
     Niederschrift anzumelden (§ 34 BJagdG).
  2 Schäden an gemeindefreien Grundstücken, die einem Gemeinschaftsjagdrevier angegliedert sind, sind bei der Gemeinde,
     in der das Gemeinschaftsjagdrevier liegt, im übrigen bei einer der angrenzenden Gemeinden anzumelden.
  3 Ist die Gemeinde selbst Eigentümerin des beschädigten Grundstücks, hat die Anmeldung bei der Rechtsaufsichtsbehörde zu erfolgen.

(2)
  1  Wild- und Jagdschäden können gerichtlich erst geltend gemacht werden, wenn das Vorverfahren bei der nach
      Abs. 1 Sätze 1 und 2 zuständigen Gemeinde durchgeführt worden ist.
  2  Ist die Gemeinde selbst Geschädigte oder Ersatzpflichtige oder nimmt der Bürgermeister der Gemeinde die Geschäfte des
     Jagdvorstands der ersatzpflichtigen Jagdgenossenschaft wahr, führt die Rechtsaufsichtsbehörde das Vorverfahren durch.

(3)
  1  Verspätet angemeldete Ansprüche auf Ersatz von Wild- oder Jagdschäden und Anträge, die wegen Fehlens eines ersatzfähigen
      Wild- oder Jagdschadens offensichtlich unbegründet sind, weist die Gemeinde mit schriftlichem Bescheid zurück,
      falls der Antrag trotz Belehrung aufrechterhalten wird.
   2 Der Bescheid ist dem Antragsteller zuzustellen.

(4) Das Recht der Beteiligten, Wild- und Jagdschadenssachen ohne Vorverfahren durch Vereinbarung zu regeln, bleibt unberührt.
25) Was versteht man unter Gesellschaftsjagd?

Gesellschaftsjagd ist die Jagd, an der mehr als vier Personen jagdlich zusammenwirken.
Also minimal 5 Personen (Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd)

Bei der Berechnung der Teilnehmerzahl zählen alle Teilnehmer wie Schützen, Treiber, Begleitpersonen dazu.
Begleitpersonen zählen auch dann zur Teilnehmerzahl hinzu, wenn sie selbst nicht die Jagd ausüben.

Eine Mehrzahl von Einzelansitzen ist keine Gesellschaftsjagd.

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Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd

(1) Treibjagd ist die Jagd, an der neben Schützen mehr als vier Personen als Treiber und Abwehrer teilnehmen.
(2) Gesellschaftsjagd ist die Jagd, an der mehr als vier Personen teilnehmen.
26) Welche Pflichten obliegen dem Jagdleiter?

Der Revierinhaber hat bei Gesellschaftsjagden einen Jagdleiter zu bestimmen,
wenn er selbst diese Aufgabe nicht wahrnimmt
Der Jagdleiter leitet die Jagd und gibt die Anweisungen die erforderlich sind um einen gefahrlosen Ablauf sicherstellen.

Der Jagdleiter hat sich vor der Jagd davon zu überzeugen, das
- jeder Schütze einen gültigen Jagdschein hat (vorzeigen lassen)
- Jugendjagdscheininhaber (auch volljährige) nicht als Schützen teilnehmen
- die für Gesellschaftsjagden gültigen besonderen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden (z.B. Warnkleidung, Hutband)
- genügend brauchbare Jagdhunde zur Verfügung stehen
- erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt sind
- belehrt er Schützen und Treiber über die Sicherheitsbestimmungen
- gibt die Jagdsignale bekannt
- weißt den Schützen ihre Stände zu
- zeigt den Schützen die Stände der Nachbarn und die einzuhaltenden Schussbereiche
- untersagt Personen die Teilnahme die besonders unfallgefährdet sind
  (mangelnde körperliche oder geistige Eignung, unter 14 Jahre alt, alkoholisiert)
- bricht die Jagd ab, wenn besondere Wetterverhältnisse (Sturm) oder mangelnde Sicht (Dämmerung, Nebel, Schneetreiben) es erfordern

Der Jagdleiter kann Beauftrage einsetzen z.B. für das Anstellen der Schützen, einweisen der Treiberwehr etc.

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VSG 4.4 Unfallverhütungsvorschrift Jagd § 8 - Besondere Bestimmungen für Gesellschaftsjagden

(1) Bei Gesellschaftsjagden muss der Unternehmer einen Jagdleiter bestimmen, wenn er nicht selbst diese Aufgabe wahrnimmt.
     Die Anordnungen des Jagdleiters sind zu befolgen.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 1:
         Zur Gesellschaftsjagd gehören z. B. Treibjagden und Drückjagden.
------------------
(2) Der Jagdleiter hat den Schützen und Treibern die erforderlichen Anordnungen für den gefahrlosen Ablauf der Jagd zu geben.
     Er hat insbesondere die Schützen und Treiber vor Beginn der Jagd zu belehren und ihnen die Signale bekanntzugeben.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 2:
         Zur Belehrung gehört insbesondere der Hinweis auf die Vorschriften in Absatz 3 sowie in den Absätzen 6 bis 11.
------------------
(3) Sofern der Jagdleiter nichts anderes anordnet, ist die Waffe erst auf dem Stand zu laden und nach Beendigung
     des Treibens sofort zu entladen.
------------------
(4) Der Jagdleiter hat Personen, die infolge mangelnder geistiger und körperlicher Eignung besonders unfallgefährdet sind,
     die Teilnahme an der Jagd zu untersagen.
------------------
(5) Der Jagdleiter kann für einzelne Aufgaben Beauftragte einsetzen.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 5:
         Zu den Aufgaben des Beauftragten können z. B. das Einweisen der Schützen in die Schützenstände und das Führen der Treiberwehr gehören.
------------------
(6) Bei Standtreiben haben der Jagdleiter oder die von ihm zum Anstellen bestimmten Beauftragten den Schützen ihre jeweiligen
     Stände anzuweisen und den jeweils einzuhaltenden Schussbereich genau zu bezeichnen.
     Nach Einnehmen der Stände haben sich die Schützen mit den jeweiligen Nachbarn zu verständigen;
     bei fehlender Sichtverbindung hat der Jagdleiter diese Verständigung sicherzustellen.
     Sofern der Jagdleiter nichts anderes bestimmt, darf der Stand vor Beendigung des Treibens weder verändert noch verlassen werden.
     Verändert oder verlässt ein Schütze mit Zustimmung des Jagdleiters seinen Stand, so hat er sich vorher mit seinen Nachbarn zu verständigen.
------------------
(7) Wenn sich Personen in gefahrbringender Nähe befinden, darf in diese Richtung weder angeschlagen noch geschossen werden.
     Ein Durchziehen mit der Schusswaffe durch die Schützen- oder Treiberlinie ist unzulässig.
------------------
(8) Mit Büchsen- oder Flintenlaufgeschossen darf nicht in das Treiben hineingeschossen werden.
    Ausnahmen kann der Jagdleiter nur unter besonderen Verhältnissen zulassen, sofern hierdurch eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 8
         Besondere Verhältnisse können z. B. gegeben sein durch die Geländeform oder bei Ansitzdrückjagden.
------------------
(9) Bei Kesseltreiben bestimmt der Jagdleiter, ab wann nicht mehr in den Kessel geschossen werden darf;
     spätestens darf jedoch nach dem Signal „Treiber rein“ nicht mehr in den Kessel geschossen werden.
------------------
(10) Die Waffe ist außerhalb des Treibens stets ungeladen, mit geöffnetem Verschluss und mit der Mündung nach oben oder abgeknickt, zu tragen.
       Bei besonderen Witterungsverhältnissen kann der Jagdleiter zulassen, dass Waffen geschlossen und mit der Mündung nach unten getragen
       werden, wenn sie entladen sind.
------------------
(11) Durchgeh- oder Treiberschützen dürfen während des Treibens nur entladene Schusswaffen mitführen.
       Dies gilt nicht für Feldstreifen und Kesseltreiben.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 11
         1. Als Feldstreife kann nach Entscheidung des Jagdleiters auch eine Streife mit flankierenden und vorgestellten
             Schützen in sonstigem übersichtlichen Gelände gelten.
         2. Das Mitführen der Schusswaffe mit entladenen Läufen (Patronenlager) ist ausnahmsweise für den Durchgeh- und Treiberschützen zulässig
             - für den Eigenschutz,
             - für den Fangschuss,
             - für den Schuss auf vom Hund gestelltes Wild.
------------------
(12) Bei Gesellschaftsjagden müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 12
         Als deutlich farbliche Abhebung eignen sich bei Treibern, Treiber- und Durchgehschützen z. B. gelbe Regenbekleidung
         oder Brustumhänge in orange-roter Signalfarbe, bei Schützen z. B. ein orange-rotes Signalband am Hut.
------------------
(13) Bei schlechten Sichtverhältnissen hat der Jagdleiter die Jagd einzustellen.

         Durchführungsanweisung zu Absatz 13
         Schlechte Sichtverhältnisse liegen z. B. vor bei dichtem Nebel, einsetzender Dunkelheit oder Schneetreiben.
------------------
27) Was versteht man unter einer Treibjagd?

Treibjagd ist eine Gesellschaftsjagd, an der mehr als vier Personen jagdlich zusammenwirken (Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd)

Bejagt wird was der Revierinhaber freigibt.
In der Regel sind es Schwarzwild, Kaninchen, Fasane und Hasen.
Lediglich die Treibjagd auf Schnepfen im Frühjahr und Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, ist bei Treibjagden verboten.
(Art. 29 (4) BayJG - Sachliche Gebote und Verbote)

Verboten ist die Treibjagd „Während der ortsüblichen Zeit des Hauptgottesdienstes“ an den Sonn- und Feiertagen.
Ein werktäglicher Gottesdienst oder jeder weitere Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen steht der Treibjagd nicht im Wege.
(Feiertagsgesetz - FTG - Art. 2 (3) Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage)

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Art. 30 BayJG - Treibjagd, Gesellschaftsjagd

(1) Treibjagd ist die Jagd, an der neben Schützen mehr als vier Personen als Treiber und Abwehrer teilnehmen.
(2) Gesellschaftsjagd ist die Jagd, an der mehr als vier Personen teilnehmen.

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Art. 29 (4) BayJG - Sachliche Gebote und Verbote
(2) Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes1) -
4. die Jagd auf Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, als Treibjagd auszuüben,

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Feiertagsgesetz - FTG - Art. 2 (3) Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage

Schutz der Sonn- und Feiertage

(1) An den Sonntagen und den gesetzlichen Feiertagen sind öffentlich bemerkbare Arbeiten, die geeignet sind,
     die Feiertagsruhe zu beeinträchtigen, verboten, soweit auf Grund Gesetzes nichts anderes bestimmt ist.

(2) Während der ortsüblichen Zeit des Hauptgottesdienstes sind außerdem verboten
    1. alle vermeidbaren lärmerzeugenden Handlungen in der Nähe von Kirchen und sonstigen zu gottesdienstlichen Zwecken
       dienenden Räumen und Gebäuden, soweit diese Handlungen geeignet sind, den Gottesdienst zu stören,
    2. öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen; erlaubt sind jedoch Sportveranstaltungen und die herkömmlicherweise
        in dieser Zeit stattfindenden Veranstaltungen der Kunst, Wissenschaft oder Volksbildung, soweit sie nicht unter Nummer 1 fallen,
   3. Treibjagden.

(3) Diese Verbote (Absätze 1 und 2) gelten nicht
    1. für den Betrieb der Deutschen Bundespost, der Deutschen Bundesbahn und sonstiger Unternehmen, die der Personenbeförderung dienen,
    2. für Instandsetzungsarbeiten an Verkehrsmitteln, soweit sie zur Weiterfahrt erforderlich sind,
    3. für unaufschiebbare Arbeiten, die zur Befriedigung häuslicher oder landwirtschaftlicher Bedürfnisse, zur Abwendung
       eines Schadens an Gesundheit oder Eigentum, im Interesse öffentlicher Einrichtungen oder zur Verhütung
       oder Beseitigung eines Notstands erforderlich sind,
   4. für leichtere Arbeiten in Gärten, die von den Besitzern oder ihren Angehörigen vorgenommen werden,
   5. für den Betrieb von Autowaschanlagen an Sonn- und Feiertagen - ausgenommen Neujahr, Karfreitag,
      Ostersonntag, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstsonntag, Pfingstmontag sowie Erster und Zweiter Weihnachtstag - ab 12.00 Uhr,
      wenn die Gemeinde dies in ihrem Gemeindegebiet durch Verordnung zugelassen hat.

(4)
   1. Als ortsübliche Zeit des Hauptgottesdienstes gilt die Zeit zwischen 7.00 Uhr und 11.00 Uhr.
   2. Die Gemeinden werden ermächtigt, durch Verordnung diese Zeit zur Anpassung an die örtlichen religiösen
       Gewohnheiten abweichend von Satz 1 festzulegen.
   3. Die Gesamtdauer der Schutzzeit darf hierbei nicht weniger als drei und nicht mehr als sechs Stunden betragen.
28) Darf die Treibjagd auf alle Wildarten ausgeübt werden?

Die Jagd auf Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild darf nicht als Treibjagd ausgeübt werden.
(Art. 29 BayJG (2) – Sachliche Gebote und Verbote).

Ebenso ist die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr verboten. (BJagdG § 19 Sachliche Verbote(1) Ziffer 14).
Waldschnepfe

Fuchs, Hase, Kaninchen dürfen gejagt werden.

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Art. 29 BayJG (2) – Sachliche Gebote und Verbote

(2) Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes1) -
    1. Wild, insbesondere zur Abrichtung und Prüfung von Jagdhunden, absichtlich krankzuschießen,
    2. die Jagd auf Wild mit Fanggeräten oder Fangvorrichtungen auszuüben; dies gilt vorbehaltlich des Art. 29a nicht
        für die Jagd auf Raubwild und Wildkaninchen,
    3. die Jagd auf sonstiges Haarwild, mit Ausnahme von Schwarzwild und Raubwild, zur Nachtzeit
        (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes) auszuüben,
   4. die Jagd auf Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, als Treibjagd auszuüben,
   5. das Wild durch Lappen oder sonstige Mittel zu hindern, aus seinen oder in seine Tageseinstände zu wechseln,
   6. auf Wild, das durch Überflutungen, Lawinen oder sonstige Naturkatastrophen in Not geraten oder zum Verlassen
       der Einstände gezwungen worden ist, die Jagd auszuüben; dies gilt nicht, soweit die Not des Wildes
       nur durch Erlegung beendet werden kann,
   7. die Jagd unter Verwendung von Betäubungs- oder Lähmungsmitteln, Sprengstoffen, Gasen oder von Schußwaffen
       mit Schalldämpfern auszuüben,
   8. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu beschießen;
       das Verbot umfasst nicht das Beschießen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte
       mit Erlaubnis der Jagdbehörde.

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§ 19 BJagdG - Sachliche Verbote

(1) Verboten ist:

1. mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuß, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;
2.
      a) auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren Auftreffenergie
          auf 100 m (E 100) weniger als 1 000 Joule beträgt;

      b) auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber von 6,5 mm zu schießen;
         im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen die Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100) von
         mindestens 2 000 Joule haben;

      c) auf Wild mit halbautomatischen oder automatischen Waffen, die mehr als zwei Patronen in das
          Magazin aufnehmen können, zu schießen;

      d) auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle der Bau- und Fallenjagd sowie
          zur Abgabe von Fangschüssen, wenn die Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt;


3. die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 Metern von der Bezirksgrenze, die Jagd durch Abklingeln der
     Felder und die Treibjagd bei Mondschein auszuüben;

4. Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt
     die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das
     Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen, Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild;

5.
      a) künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte,
         die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind,
         Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden
         oder zu nutzen sowie zur Nachtzeit an Leuchttürmen oder Leuchtfeuern Federwild zu fangen;

      b) Vogelleim, Fallen, Angelhaken, Netze, Reusen oder ähnliche Einrichtungen sowie geblendete oder
          verstümmelte Vögel beim Fang oder Erlegen von Federwild zu verwenden;

6. Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Federwild auszusetzen, zu geben oder zu empfangen;

7. Saufänge, Fang- oder Fallgruben ohne Genehmigung der zuständigen Behörde anzulegen;

8. Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen, feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen;

9. Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten, sowie Selbstschußgeräte zu verwenden;

10. in Notzeiten Schalenwild in einem Umkreis von 200 Metern von Fütterungen zu erlegen;

11. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen Wasserfahrzeugen zu erlegen; das Verbot
      umfaßt nicht das Erlegen von Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der zuständigen Behörde;

12. die Netzjagd auf Seehunde auszuüben;

13. die Hetzjagd auf Wild auszuüben;

14. die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr auszuüben;

15. Wild zu vergiften oder vergiftete oder betäubende Köder zu verwenden;

16. die Brackenjagd auf einer Fläche von weniger als 1 000 Hektar auszuüben;

17. Abwurfstangen ohne schriftliche Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten zu sammeln;

18. eingefangenes oder aufgezogenes Wild später als vier Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf dieses Wild auszusetzen.

      (1) gibt es nicht mehr

      (2) Die Länder können die Vorschriften des Absatzes 1 mit Ausnahme der Nummer 16 erweitern oder aus
      besonderen Gründen einschränken; soweit Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Artikel
      9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009
      über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7) in der jeweils geltenden Fassung
      genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben
      zulässig.

      (3) Die in Absatz 1 Nr. 2 Buchstaben a und b vorgeschriebenen Energiewerte können unterschritten werden,
      wenn von einem staatlichen oder staatlich anerkannten Fachinstitut die Verwendbarkeit der Munition für
      bestimmte jagdliche Zwecke bestätigt wird. Auf der kleinsten Verpackungseinheit der Munition ist das
      Fachinstitut, das die Prüfung vorgenommen hat, sowie der Verwendungszweck anzugeben.
29) Welche Wildarten dürfen nachts bejagt werden?

- Möwen
- Waldschnepfen
- Auer-, Birk- und Rackelwild
- Schwarzwild
- Haar-Raubwild z.B. Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, Waschbär, Marderhund, Iltis, Hermelin, Mauswiesel

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Verboten ist die Jagd zur Nachtzeit auf
- Schalenwild (ausgenommen Schwarzwild)
- Federwild (ausgenommen Möwen, Waldschnepfen, - Auer-, Birk- und Rackelwild)

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(§ 19 (1) Ziffer 4 - BJagdG - Sachliche Verbote

(1) Verboten ist:
4. Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit gilt
     die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das
     Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen, Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild;

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Art. 29 (3)  BayJG - Bayerisches Jagdgesetz

(2) Verboten ist - in Ergänzung zu § 19 des Bundesjagdgesetzes
      3. die Jagd auf sonstiges Haarwild, mit Ausnahme von Schwarzwild und Raubwild, zur Nachtzeit
           (§ 19 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes) auszuüben,
30) Wie ist die Nachtzeit in diesem Zusammengang definiert?

1,5 Stunden vor Sonnenaufgang und 1,5 Stunden nach Sonnenuntergang.
31) Welche sachlichen Gebote kennen Sie?

Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen (Art. 29 (1) BayJG– Sachliche Gebote und Verbote).
Manchmal möchte der Prüfer noch die Gebote zur Mitführung brauchbarer Jagdhunde hören (Art. 39 BayJG – Verwendung von Jagdhunden).

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Art. 29 (1) BayJG – Sachliche Gebote und Verbote

(1) Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen.

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Art. 39 BayJG – Verwendung von Jagdhunden
 
(1)
    1.    Bei jeder Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden.
    2.    Auch der bei einer anderen Jagdart zur Nachsuche verwendete Hund muß brauchbar sein.

(2) Die Jagdbehörde kann dem Revierinhaber die Verpflichtung zur Haltung eines zur Nachsuche brauchbaren Jagdhunds auferlegen.

(3) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Vorschriften
     über die Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden zu erlassen und hierbei Prüfungen vorzuschreiben sowie ihre
     Durchführung und die Prüfungszulassung zu regeln; mit der Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen und der
     Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden können die anerkannten Vereinigungen der Jäger (Art. 51) betraut werden.

32) Bei der Ausübung welche Jagdarten sind brauchbare Hunde in genügender Anzahl zu verwenden?

Bei jeder Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden.
(Art. 39 BayJG Verwendung von Jagdhunden).

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Art. 39 BayJG – Verwendung von Jagdhunden
 
(1)
    1.    Bei jeder Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden.
    2.    Auch der bei einer anderen Jagdart zur Nachsuche verwendete Hund muß brauchbar sein.

(2) Die Jagdbehörde kann dem Revierinhaber die Verpflichtung zur Haltung eines zur Nachsuche brauchbaren Jagdhunds auferlegen.

(3) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Vorschriften
     über die Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden zu erlassen und hierbei Prüfungen vorzuschreiben sowie ihre
     Durchführung und die Prüfungszulassung zu regeln; mit der Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen und der
     Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden können die anerkannten Vereinigungen der Jäger (Art. 51) betraut werden.

33) Wann ist ein Jagdhund brauchbar?

Ein Jagdhund gilt als brauchbar wenn er eine Brauchbarkeitsprüfung Prüfung bestanden hat.
Die Oberste Jagdbehörde hat u.a. die anerkannten Vereinigungen der Jäger (= BJV und deren Kreisgruppen)
mit der Durchführung der Brauchbarkeitsprüfung betraut.

Die Brauchbarkeitsprüfung des BJV ist eine „privat organisierte“ Prüfung.
Sie ist allerdings eine (von vielen) Möglichkeit die Brauchbarkeit eines Jagdhundes nachzuweisen.
http://www.jagderleben.de/nachweis-der-brauchbarkeit

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Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde - Mail vom Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

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Art. 39 Absatz 3 BayJG Verwendung von Jagdhunden;

(3) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Vorschriften
     über die Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden zu erlassen und hierbei Prüfungen vorzuschreiben sowie ihre
     Durchführung und die Prüfungszulassung zu regeln; mit der Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen und der
     Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden können die anerkannten Vereinigungen der Jäger (Art. 51) betraut werden.
34) Was verstehen Sie unter Wildfolge, was beinhaltet die gesetzliche Wildfolge?

Die Vorgehensweise wenn krankgeschossenes Wild in das Nachbarrevier flüchtet.

Grundsätzlich gilt:
- Anschuß und Überwechsel sind kenntlich zu machen (zu verbrechen)
- Im Nachbarrevier darf kein Schuss abgegeben werden
- Das Betreten des Nachbarreviers darf nur mit entladener Langwaffe erfolgen.
- Es muß umgehend der Reviernachbar benachrichtigt werden.
- Das Fortschaffen erlegten Schalenwildes ist unzulässig.
- Vom Hund gebrachtes oder fortgeschafftes Wild (z.B. Hase) ist dem Inhaber des Nachbarreviers abzuliefern.

Abweichende Vereinbarungen zwischen den Reviernachbarn bedürfen der Schriftform
35) Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über eine Reviergrenze wechselt und für Sie nicht mehr einsehbar ist. Was tun Sie?

- Anschuß verbrechen
- Überwechsel verbrechen
- Verständigung des Reviernachbarn
- Sich für die Nachsuche zur Verfügung stellen

Wild das über die Reviergrenze gewechselt und nicht mehr sichtbar ist, darf vom Schützen nicht über die
Reviergrenze hinweg verfolgt (nachgesucht) werden, es sei denn es bestünde eine Wildfolgevereinbarung.
In diesem Fall muß unverzüglich der Reviernachbar benachrichtigt werden.
Das Stück selbst nachsuchen ist nicht zulässig.
36) Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über die Reviergrenze wechselt und für Sie einsehbar verendet. Was tun Sie?

- Langwaffe entladen
- Verständigung des Reviernachbarn
- Versorgen des Stücks
(Das Stück ist bereits tot, und man weiß wo es liegt.
Es ist daher unnötig den Anschuß oder die Stelle des Überwechselns zu verbrechen)

Alternativ:
- Mit ungeladenem Gewehr zum Stück gehen, es aufbrechen und den Reviernachbarn verständigen.
37) Sie erlegen ein Stück Rehwild, das über die Reviergrenze wechselt und sich krank geschossen und für eine sichere
Schußabgabe erreichbar, von Ihrem Revier aus, im Nachbarrevier nieder tut. Was tun Sie?

- Fangschuß von meinem Revier aus anbringen
- Langwaffe entladen
- Verständigung des Reviernachbarn
- Versorgen des Stücks
38) Ein bei einer Treibjagd erlegter Hase wechselt ins Nachbarrevier und wird vom Hund gebracht. Was tun Sie?

Den Hasen am Ende der Jagd dem Reviernachbarn vorbeibringen.
Der Hund darf aber nicht gezielt zur Nachsuche in das Nachbarrevier geschickt werden.
(Letzteres wird einem in der Jagdschule beigebracht, lässt sich aber aus keinem Gesetz ableiten)
39) Wem steht das Aneignungsrecht zu, wem obliegt die Eintragung in die Streckenliste, wenn krankgeschossenes Wild ins Nachbarrevier überwechselt.

Das Aneignungsrecht hat der Reviernachbar.
Eingetragen wird das Stück in die Streckenliste des Reviers, in dem das Stück beschossen wurde.
40) Bei zeitgerechter Nachsuche verendet ein Reh innerhalb eines befriedeten Bezirks. Wem steht das Stück zu?

Das Aneignungsrecht am krank geschossenem Wild steht dem Revierinhaber zu.
Er darf Wohngebäude, Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung anschließen zur Nachsuche nicht betreten,
der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte ist jedoch zur Herausgabe des Wildes verpflichtet.
41) Mit dem Biber gibt es ja örtlich größere Probleme. Was ist bei der Jagd auf den Biber zu beachten?

Der Biber gehört nicht zum Wild und darf deshalb nicht bejagt werden.
Auch ein Abschuss im Rahmen des Jagdschutzes ist nicht möglich, weil der Biber eine durch
Naturschutzrecht geschützte, freilebende Tierart ist.

Gemäß der „Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für besonders
geschützte Tier- und Pflanzenarten (Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung – AAV) Vom 3. Juni 2008“
dürfen Biber zeitlich, örtlich und sachlich begrenzt gefangen und getötet werden.
Hierzu ist jedoch zusätzlich eine Bestellung durch die Untere Naturschutzbehörde erforderlich.
42) Wer stellt die Ausnahmegenehmigung zur Biberjagd aus?

Die Untere Naturschutzbehörde.

§ 44 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten
§ 45 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Ausnahmen - Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen
§ 48 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Zuständige Behörden

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§ 44 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten

(1) Es ist verboten,

    1. wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus
       der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
   2. wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs-
       und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der
       lokalen Population einer Art verschlechtert,
   3. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
   4. wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen,
       sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören (Zugriffsverbote).

(2) Es ist ferner verboten,

     1. Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder verarbeiten (Besitzverbote),
     2. Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 13 Buchstabe b und c

       a) zu verkaufen, zu kaufen, zum Verkauf oder Kauf anzubieten, zum Verkauf vorrätig zu halten oder zu befördern, zu tauschen
           oder entgeltlich zum Gebrauch oder zur Nutzung zu überlassen,
       b) zu kommerziellen Zwecken zu erwerben, zur Schau zu stellen oder auf andere Weise zu verwenden
          (Vermarktungsverbote). Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 bleibt unberührt.

(3) Die Besitz- und Vermarktungsverbote gelten auch für

     1. Waren im Sinne des Anhangs der Richtlinie 83/129/EWG, die entgegen den Artikeln 1 und 3 dieser Richtlinie nach dem 30. September 1983 in die Gemeinschaft gelangt sind,
     2. Tiere und Pflanzen, die durch Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 4 bestimmt sind.

(4)  Entspricht die land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung und die Verwertung der dabei gewonnenen Erzeugnisse den in § 5 Absatz 2 bis 4 dieses Gesetzes
      genannten Anforderungen sowie den sich aus § 17 Absatz 2 des Bundes-Bodenschutzgesetzes und dem Recht der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft ergebenden Anforderungen
      an die gute fachliche Praxis, verstößt sie nicht gegen die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote.
      Sind in Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführte Arten, europäische Vogelarten oder solche Arten, die in einer Rechtsverordnung
      nach § 54 Absatz 1 Nummer 2 aufgeführt sind, betroffen, gilt dies nur, soweit sich der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art durch die Bewirtschaftung
      nicht verschlechtert.
      Soweit dies nicht durch anderweitige Schutzmaßnahmen, insbesondere durch Maßnahmen des Gebietsschutzes, Artenschutzprogramme,
       vertragliche Vereinbarungen oder gezielte Aufklärung sichergestellt ist, ordnet die zuständige Behörde gegenüber den verursachenden
      Land-, Forst- oder Fischwirten die erforderlichen Bewirtschaftungsvorgaben an. Befugnisse nach Landesrecht zur Anordnung oder zum Erlass
      entsprechender Vorgaben durch Allgemeinverfügung oder Rechtsverordnung bleiben unberührt.

(5)  Für nach § 15 zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft sowie für Vorhaben im Sinne des § 18 Absatz 2 Satz 1, die nach den Vorschriften des Baugesetzbuches
      zulässig sind, gelten die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote nach Maßgabe der Sätze 2 bis 5. Sind in Anhang IV Buchstabe a der Richtlinie 92/43/EWG
      aufgeführte Tierarten, europäische Vogelarten oder solche Arten betroffen, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 1 Nummer 2 aufgeführt sind,
      liegt ein Verstoß gegen das Verbot des Absatzes 1 Nummer 3 und im Hinblick auf damit verbundene unvermeidbare Beeinträchtigungen wild lebender Tiere
      auch gegen das Verbot des Absatzes 1 Nummer 1 nicht vor, soweit die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen
      Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird.
      Soweit erforderlich, können auch vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt werden.
      Für Standorte wild lebender Pflanzen der in Anhang IV Buchstabe b der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführten Arten gelten die Sätze 2 und 3 entsprechend.
      Sind andere besonders geschützte Arten betroffen, liegt bei Handlungen zur Durchführung eines Eingriffs oder Vorhabens
      kein Verstoß gegen die Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverbote vor.

(6)  Die Zugriffs- und Besitzverbote gelten nicht für Handlungen zur Vorbereitung gesetzlich vorgeschriebener Prüfungen, die von fachkundigen Personen unter
      größtmöglicher Schonung der untersuchten Exemplare und der übrigen Tier- und Pflanzenwelt im notwendigen Umfang vorgenommen werden.
      Die Anzahl der verletzten oder getöteten Exemplare von europäischen Vogelarten und Arten der in Anhang IV Buchstabe a der
      Richtlinie 92/43/EWG aufgeführten Tierarten ist von der fachkundigen Person der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde jährlich mitzuteilen.

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§ 45 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Ausnahmen - Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen

(1) Von den Besitzverboten sind, soweit sich aus einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 5 nichts anderes ergibt, ausgenommen

    1. Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten, die rechtmäßig

       a)  in der Gemeinschaft gezüchtet und nicht herrenlos geworden sind, durch künstliche Vermehrung gewonnen oder aus der Natur entnommen worden sind,
       b) aus Drittstaaten in die Gemeinschaft gelangt sind,

    2. Tiere und Pflanzen der Arten, die in einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 4 aufgeführt und vor ihrer Aufnahme in die Rechtsverordnung rechtmäßig in der Gemeinschaft
        erworben worden sind.
       
         Satz 1 Nummer 1 Buchstabe b gilt nicht für Tiere und Pflanzen der Arten im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 13 Buchstabe b, die nach dem 3. April 2002 ohne eine
         Ausnahme oder Befreiung nach § 43 Absatz 8 Satz 2 oder § 62 des Bundesnaturschutzgesetzes in der bis zum 1. März 2010 geltenden Fassung oder nach
         dem 1. März 2010 ohne eine Ausnahme nach Absatz 8 aus einem Drittstaat unmittelbar in das Inland gelangt sind. Abweichend von Satz 2 dürfen tote Vögel
         von europäischen Vogelarten im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 13 Buchstabe b Doppelbuchstabe bb, soweit diese nach § 2 Absatz 1 des
         Bundesjagdgesetzes dem Jagdrecht unterliegen, zum persönlichen Gebrauch oder als Hausrat ohne eine Ausnahme oder Befreiung aus einem
         Drittstaat unmittelbar in das Inland verbracht werden.

(2) Soweit nach Absatz 1 Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten keinen Besitzverboten unterliegen, sind sie auch von den
     Vermarktungsverboten ausgenommen. Dies gilt vorbehaltlich einer Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 5 nicht für aus der Natur entnommene

    1. Tiere und Pflanzen der streng geschützten Arten und
    2. Tiere europäischer Vogelarten.

(3) Von den Vermarktungsverboten sind auch ausgenommen

     1. Tiere und Pflanzen der streng geschützten Arten, die vor ihrer Unterschutzstellung als vom Aussterben bedrohte oder streng
          geschützte Arten rechtmäßig erworben worden sind,
     2. Tiere europäischer Vogelarten, die vor dem 6. April 1981 rechtmäßig erworben worden oder in Anhang III Teil A der Richtlinie 2009/147/EG aufgeführt sind,
     3. Tiere und Pflanzen der Arten, die den Richtlinien 92/43/EWG und 2009/147/EG unterliegen und die in einem Mitgliedstaat in Übereinstimmung
         mit den Richtlinien zu den in § 44 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 genannten Handlungen freigegeben worden sind.

(4) Abweichend von den Besitz- und Vermarktungsverboten ist es vorbehaltlich jagd- und fischereirechtlicher Vorschriften zulässig, tot aufgefundene
     Tiere und Pflanzen aus der Natur zu entnehmen und an die von der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde bestimmte Stelle abzugeben oder,
     soweit sie nicht zu den streng geschützten Arten gehören, für Zwecke der Forschung oder Lehre oder zur Präparation für diese Zwecke zu verwenden.

(5) Abweichend von den Verboten des § 44 Absatz 1 Nummer 1 sowie den Besitzverboten ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften
     ferner zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen.
     Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können.
     Im Übrigen sind sie an die von der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde bestimmte Stelle abzugeben.
     Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, so hat der Besitzer die Aufnahme des Tieres der für Naturschutz und Landschaftspflege
     zuständigen Behörde zu melden. Diese kann die Herausgabe des aufgenommenen Tieres verlangen.

(6) Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können Ausnahmen von den Besitz- und Vermarktungsverboten zulassen, soweit dies für die Verwertung
     beschlagnahmter oder eingezogener Tiere und Pflanzen erforderlich ist und Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft dem nicht entgegenstehen.
     Ist für die Beschlagnahme oder Einziehung eine Bundesbehörde zuständig, kann diese Behörde Ausnahmen von den
     Besitz- und Vermarktungsverboten im Sinne von Satz 1 zulassen.

(7) Die nach Landesrecht für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden sowie im Fall des Verbringens aus dem Ausland das Bundesamt
     für Naturschutz können von den Verboten des § 44 im Einzelfall weitere Ausnahmen zulassen
 
     1. zur Abwendung erheblicher land-, forst-, fischerei-, wasser- oder sonstiger erheblicher wirtschaftlicher Schäden,
     2. zum Schutz der natürlich vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt,
     3. für Zwecke der Forschung, Lehre, Bildung oder Wiederansiedlung oder diesen Zwecken dienende Maßnahmen der Aufzucht oder künstlichen Vermehrung,
     4. im Interesse der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der Verteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung,
         oder der maßgeblich günstigen Auswirkungen auf die Umwelt oder
     5. aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art.

     Eine Ausnahme darf nur zugelassen werden, wenn zumutbare Alternativen nicht gegeben sind und sich der Erhaltungszustand der Populationen
     einer Art nicht verschlechtert, soweit nicht Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 92/43/EWG weiter gehende Anforderungen enthält.
     Artikel 16 Absatz 3 der Richtlinie 92/43/EWG und Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG sind zu beachten.
     Die Landesregierungen können Ausnahmen auch allgemein durch Rechtsverordnung zulassen.
     Sie können die Ermächtigung nach Satz 4 durch Rechtsverordnung auf andere Landesbehörden übertragen.

(8) Das Bundesamt für Naturschutz kann im Fall des Verbringens aus dem Ausland von den Verboten des § 44 unter den Voraussetzungen
     des Absatzes 7 Satz 2 und 3 im Einzelfall weitere Ausnahmen zulassen, um unter kontrollierten Bedingungen und in beschränktem Ausmaß
     eine vernünftige Nutzung von Tieren und Pflanzen bestimmter Arten im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 13 Buchstabe b sowie für gezüchtete
     und künstlich vermehrte Tiere oder Pflanzen dieser Arten zu ermöglichen.

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§ 48 BNatSchG - Bundesnaturschutzgesetz - Zuständige Behörden

(1) Vollzugsbehörden im Sinne des Artikels 13 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 und des Artikels IX des Washingtoner Artenschutzübereinkommens sind

     1. das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit für den Verkehr mit anderen Vertragsparteien und mit dem Sekretariat
        (Artikel IX Absatz 2 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens), mit Ausnahme der in Nummer 2 Buchstabe a und c sowie Nummer 4 genannten Aufgaben,
        und für die in Artikel 12 Absatz 1, 3 und 5, den Artikeln 13 und 15 Absatz 1 und 5 und Artikel 20 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 genannten Aufgaben,
    2. das Bundesamt für Naturschutz

        a) für die Erteilung von Ein- und Ausfuhrgenehmigungen und Wiederausfuhrbescheinigungen im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 und 2 und
           des Artikels 5 Absatz 1 und 4 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 sowie von sonstigen Dokumenten im Sinne des Artikels IX Absatz 1 Buchstabe a
           des Washingtoner Artenschutzübereinkommens sowie für den Verkehr mit dem Sekretariat, der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
           und mit Behörden anderer Vertragsstaaten und Nichtvertragsstaaten im Zusammenhang mit der Bearbeitung von Genehmigungsanträgen oder
           bei der Verfolgung von Ein- und Ausfuhrverstößen sowie für die in Artikel 15 Absatz 4 Buchstabe a und c der Verordnung (EG) Nr. 338/97 genannten Aufgaben,
        b) für die Zulassung von Ausnahmen nach Artikel 8 Absatz 3 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 im Fall der Einfuhr,
        c) für die Anerkennung von Betrieben, in denen im Sinne des Artikels VII Absatz 4 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens
            Exemplare für Handelszwecke gezüchtet oder künstlich vermehrt werden sowie für die Meldung des in Artikel 7 Absatz 1 Nummer 4 der
            Verordnung (EG) Nr. 338/97 genannten Registrierungsverfahrens gegenüber dem Sekretariat (Artikel IX Absatz 2 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens),
        d) die Erteilung von Bescheinigungen nach den Artikeln 30, 37 und 44a der Verordnung (EG) Nr. 865/2006 der Kommission
            vom 4. Mai 2006 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender
             Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels (ABl. L 166 vom 19.6.2006, S. 1), die durch die Verordnung (EG)
             Nr. 100/2008 (ABl. L 31 vom 5.2.2008, S. 3) geändert worden ist, im Fall der Ein- und Ausfuhr,
        e) die Registrierung von Kaviarverpackungsbetrieben nach Artikel 66 der Verordnung (EG) Nr. 865/2006,
        f) für die Verwertung der von den Zollstellen nach § 51 eingezogenen lebenden Tieren und Pflanzen sowie für die Verwertung der von
           Zollbehörden nach § 51 eingezogenen toten Tiere und Pflanzen sowie Teilen davon und Erzeugnisse daraus, soweit diese von streng geschützten Arten stammen,

   3. die Bundeszollverwaltung für den Informationsaustausch mit dem Sekretariat in Angelegenheiten der Bekämpfung der Artenschutzkriminalität,
   4. die nach Landesrecht für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden für alle übrigen Aufgaben im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 338/97.

(2) Wissenschaftliche Behörde im Sinne des Artikels 13 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 338/97 ist das Bundesamt für Naturschutz

 
43) Was ist denn Jagdschutz?

Jagdschutz ist der Schutz des Wildes vor Gefahren aller Art und die Sorge um die Einhaltung
der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.

Der Jagdschutz umfasst den Schutz des Wildes vor
- Wilderern
- Nichteinhaltung jagdrechtlicher Vorschriften
- Futternot
- Wildseuchen
- wildernden Hunden und Katzen (wenn sie erkennbar Wild nachstellen und dies gefährden könnten)
- aufsichtslosen Hunden und Katzen (mehr als 300m von letzten bewohnten Gebäude)
- nicht dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten
44) Welche Personen sind Jagdschutzberechtigt?

- die Bayerische Staatliche Polizei (Angehörige der Bundespolizei sind nicht Jagdschutzberechtigt)
- Jagdaufseher (von der zuständigen Jagdbehörde bestätigt)
- Jagdgast sofern der Revierinhaber ihm den Jagdschutz schriftlich übertragen hat = eingeschränkter Jagdschutz (§ 25 BJagdG, Art. 41 (3+4) BayJG)
- Jagdausübungsberechtigte – mit und ohne Jagdschein

Jagdausübungsberechtigte ohne Jagdschein können sein:
- die Jagdgenossenschaft
- der Inhaber einer Eigenjagd
- Erben, wenn sie die Jagd durch angestellte Jäger oder Beauftragte ausüben lassen

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§ 25 BJagdG - Jagdschutzberechtigte

(1)  Der Jagdschutz in einem Jagdbezirk liegt neben den zuständigen öffentlichen Stellen dem Jagdausübungsberechtigten ob,
       sofern er Inhaber eines Jagdscheines ist, und den von der zuständigen Behörde bestätigten Jagdaufsehern.
       Hauptberuflich angestellte Jagdaufseher sollen Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sein.

(2)  Die bestätigten Jagdaufseher haben innerhalb ihres Dienstbezirkes in Angelegenheiten des Jagdschutzes die Rechte und
      Pflichten der Polizeibeamten und sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft, sofern sie Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sind.
      Sie haben bei der Anwendung unmittelbaren Zwanges die ihnen durch Landesrecht eingeräumten Befugnisse.

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Art. 41 BayJG - Jagdschutzberechtigte

(1) Der Revierinhaber kann zum Schutz der Jagd volljährige, zuverlässige Personen als Jagdaufseher anstellen.

(2)
     1  Für die Bestätigung von Jagdaufsehern (§ 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes1)) ist die Jagdbehörde zuständig.
     2  Die Bestätigung darf nur versagt werden, wenn der Jagdaufseher nicht Inhaber eines gültigen Jahresjagdscheins ist oder Bedenken
         gegen seine persönliche Zuverlässigkeit oder fachliche Eignung bestehen.

(3)  Neben dem Revierinhaber und dem bestätigten Jagdaufseher übt den Jagdschutz auch die Bayerische Staatliche Polizei aus,
      soweit er die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes erlassenen Vorschriften und den Schutz vor Wilderern umfaßt.

(4)
     1  Der Revierinhaber kann auch einem Jagdgast die Ausübung des Jagdschutzes erlauben, soweit er den Schutz des Wildes vor Tieren im Sinn
         des Art. 40 Abs. 1, vor Futternot und Wildseuchen umfaßt.
     2  Art. 17 Abs. 3 gilt sinngemäß.

(5)
     1  Die Jagdbehörde kann die Anstellung eines oder mehrerer bestätigter Jagdaufseher verlangen, wenn es zumutbar und zum Jagdschutz notwendig
         ist oder der Revierinhaber seinen Verpflichtungen zur Hege oder Regulierung des Wildbestands trotz schriftlicher Aufforderung nicht nachkommt.
     2  Soweit es Reviergröße, Revierbeschaffenheit oder Wildbestand erfordern, kann die Jagdbehörde auch die Anstellung eines oder
         mehrerer hauptberuflich angestellter bestätigter Jagdaufseher verlangen.
     3   Bei Hochwildrevieren über 1000 ha soll der bestätigte Jagdaufseher Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sein.
     4   Wer Berufsjäger oder forstlich ausgebildet im Sinn von § 25 Abs. 1 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes ist, wird durch Rechtsverordnung
          des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestimmt.

(6)
   1  Der Revierinhaber und der bestätigte Jagdaufseher sind verpflichtet, bei Ausübung des Jagdschutzes auf Verlangen des Betroffenen sich auszuweisen,
       und zwar der Revierinhaber durch Vorzeigen seines Jagdscheins, der Jagdaufseher durch Vorzeigen des Ausweises über seine Bestätigung;
       dies gilt nicht, wenn die Ausweisung aus Sicherheitsgründen nicht zugemutet werden kann.
   2  Die bestätigten Jagdaufseher müssen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit außerdem ein Dienstabzeichen tragen.
   3  Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erläßt im Einvernehmen mit dem Staatsministerium des Innern,
       für Bau und Verkehr durch Rechtsverordnung Vorschriften über die Dienstabzeichen.
45)  Müssen sich Jagdaufseher ausweisen können?

Jagdschutzberechtigte müssen sich durch den Jagdschein bzw. den Ausweis über die Bestätigung ausweisen (Art. 41 (6) BayJG):

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Art. 41 (6) BayJG - Jagdschutzberechtigte

(6) Der Revierinhaber und der bestätigte Jagdaufseher sind verpflichtet, bei Ausübung des Jagdschutzes auf Verlangen des Betroffenen sich auszuweisen,
     und zwar der Revierinhaber durch Vorzeigen seines Jagdscheins, der Jagdaufseher durch Vorzeigen des Ausweises über seine Bestätigung;
     dies gilt nicht, wenn die Ausweisung aus Sicherheitsgründen nicht zugemutet werden kann.
     Die bestätigten Jagdaufseher müssen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit außerdem ein Dienstabzeichen tragen.
46) Welche Befugnisse obliegen ausschließlich dem Jagschutzberechtigten, nicht aber dem eingeschränkt Jagdschutzberechtigten?

Der Jagdschutzberechtigte darf Personen, die widerrechtlich in seinem Revier jagen, oder außerhalb der allgemein gebräuchlichen
Wege jagdlich gerüstet angetroffen werden anhalten um ihre Personalien festzustellen.
Er darf diesen Personen auch erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde, Frettchen sowie Beizvögel abnehmen
Wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten.

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Art. 42 BayJG – Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten

(1) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,

1. Personen, die in einem Jagdrevier unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen
   oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ohne Berechtigung hierzu zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden,
   zur
   Feststellung ihrer Personalien anzuhalten
   und ihnen
   gefangenes oder erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen sowie Beizvögel abzunehmen,

2. wildernde Hunde und Katzen zu töten.
   Hunde gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können.
   Katzen gelten als wildernd,
   wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter
   vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden. Diese Befugnis erstreckt sich auch auf solche Katzen,
   die sich in Fallen gefangen haben, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten
   Gebäude aufgestellt worden sind.
   Sie gilt
   nicht gegenüber Jagd-, Dienst-, Blinden- und Hirtenhunden, soweit sie als solche kenntlich sind und solange sie
   von der führenden Person zu ihrem Dienst verwendet werden oder sich aus Anlass
   des Dienstes ihrer Einwirkung entzogen haben sowie gegenüber in Fallen gefangenen Katzen,
   deren Besitzer eindeutig und für den Jagdschutzberechtigten in zumutbarer Weise festgestellt werden können.

(2) Soweit der Revierinhaber einem Jagdgast nach Art. 41 Abs. 4 die Ausübung des Jagdschutzes übertragen hat,
    stehen diesem die Befugnisse nach Absatz 1 Nr. 2 ebenfalls zu.


(3) Die bestätigten Jagdaufseher, die Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sind, haben die Aufgaben
     und Befugnisse der Naturschutzwacht.
47) Welche Befugnisse hat ein Jagdgast mit eingeschränktem Jagdschutz?

Neben den Rechten und Befugnissen die Jedermann hat, hat er die Befugnis wildernde Hunde und Katzen zu töten.
(Art. 42 (2) BayJG – Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten)

Hinweis:
Gefragt ist nach den Befugnissen, nicht nach den Aufgaben!
Zu den Aufgaben gehört der Schutz des Wildes vor:
- Futternot und Wildseuchen
- aufsichtlosen Hunden und Katzen
- Beeinträchtigungen durch dem Jagdrecht nicht unterliegende Tierarten, soweit diese keinem besonderen Schutz
  nach Naturschutzrecht unterstellt sind (Art. 41 (4) BayJG – Jagdschutzberechtigte)

Beachte:
Das Wild darf nicht nur vor wildernden Hunden und Katzen (§ 23 BJagdG - Bundesjagdgesetz) sondern auch vor
lediglich aufsichtslosen Hunden und Katzen (Art. 40 (1) BayJG - Bayerisches Jagdgesetz) geschützt werden.

Katzen gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten
Gebäude angetroffen werden (Art 42 (1) BayJG)

Anmerkung:

Der Schutz des Wildes vor Hunden und Katzen heißt nicht, daß man die Tiere töten muß!

Aufsichtslose Hunde und Katzen kann man verscheuchen oder fangen und dem Eigentümer übergeben.
Auch mit dem Eigentümer besagter Hunde und Katzen zu sprechen, hilft in den allermeisten Fällen.
Die Erlaubnis zur Tötung von Hunden erstreckt nur auf wildernde Hunde - und auf jeden Hund der einem vor den Lauf kommt!

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§ 23 BJagdG - Bundesjagdgesetz - Inhalt des Jagdschutzes

Der Jagdschutz umfaßt nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor
Wilderern, Futternot, Wildseuchen, vor wildernden Hunden und Katzen sowie die Sorge für die Einhaltung der
zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.

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Art. 40 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz – Inhalt des Jagdschutzes; Pflicht zur Ausübung des Jagdschutzes

(1) Der Jagdschutz umfasst auch den Schutz des Wildes vor Beeinträchtigungen durch dem Jagdrecht nicht unterliegende
     Tierarten, soweit diese keinem besonderen Schutz nach Naturschutzrecht unterstellt sind,
     sowie vor aufsichtslosen Hunden und Katzen.

(2) Der Revierinhaber (Art. 7 (1) BayJG - Bayerisches Jagdgesetz – Verantwortlicher Revierinhaber)
     ist verpflichtet, den Jagdschutz (§ 23 des Bundesjagdgesetzes und Absatz 1)
     in seinem Jagdrevier auszuüben.

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Art 42 (1) BayJG - Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten

(1) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,
1. Personen, die in einem Jagdrevier unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen
    oder außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ohne Berechtigung hierzu zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden,
    zur Feststellung ihrer Personalien anzuhalten und ihnen gefangenes oder erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte,
    Hunde und Frettchen sowie Beizvögel abzunehmen,

2. wildernde Hunde und Katzen zu töten. Hunde gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können.
    Katzen gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden.
    Diese Befugnis erstreckt sich auch auf solche Katzen, die sich in Fallen gefangen haben, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom
    nächsten bewohnten Gebäude aufgestellt worden sind. Sie gilt nicht gegenüber Jagd-, Dienst-, Blinden- und Hirtenhunden, soweit sie als solche
    kenntlich sind und solange sie von der führenden Person zu ihrem Dienst verwendet werden oder sich aus Anlaß des Dienstes ihrer Einwirkung entzogen haben
    sowie gegenüber in Fallen gefangenen Katzen, deren Besitzer eindeutig und für den Jagdschutzberechtigten in zumutbarer Weise festgestellt werden können.

(2) Soweit der Revierinhaber einem Jagdgast nach Art. 41 Abs. 4 die Ausübung des Jagdschutzes übertragen hat, stehen diesem die
     Befugnisse nach Absatz 1 Nr. 2 ebenfalls zu.

(3) Die bestätigten Jagdaufseher, die Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sind, haben die Aufgaben und Befugnisse der Naturschutzwacht.
 
48) Was ist der "Jägernotweg" und was ist dabei zu beachten?

Der Jägernotweg ist ein nicht zum allgemeinen Gebrauch bestimmter Weg, der durch ein fremdes
Jagdrevier führt und den der Jäger auch zur Jagd ausgerüstet benutzen darf,
wenn er das Revier in dem er die Jagd ausüben darf nicht oder nur auf unzumutbaren Wegen erreichen kann.
Notfalls bestimmt die Jagdbehörde den Jägernotweg.

Auf dem Jägernotweg müssen Langwaffen entladen und Hunde angeleint sein.

Beachte:
Seit der Änderung des WaffG (Waffengesetz) in 2003 ist die Bestimmung hinsichtlich Langwaffen obsolet,
weil Waffen auf dem Weg zur Jagd nur noch „nicht schussbereit“ also entladen geführt werden dürfen.

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Art. 35 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz - Wegerecht

(1) Wer die Jagd ausübt, aber zum Jagdrevier nicht auf einem zum allgemeinen Gebrauch
    bestimmten Weg oder nur auf einem unzumutbaren Weg gelangen kann, ist zum Betreten
    fremder Jagdreviere in Jagdausrüstung auch auf einem nicht zum allgemeinen Gebrauch
    bestimmten Weg (Jägernotweg) befugt, der notfalls durch die Jagdbehörde bestimmt wird.
    Der Eigentümer des Grundstücks, über das der Jägernotweg führt, kann eine angemessene
    Entschädigung verlangen, die auf Antrag der Beteiligten durch die Jagdbehörde festgesetzt wird.

(2) Bei Benutzung des Jägernotwegs dürfen Langwaffen nur ungeladen und Hunde nur angeleint mitgeführt werden.
49) Wie definieren Sie ein Hochwildrevier?

1) Ein Hochwildrevier ist ein Jagdrevier, in dem zum Hochwild zählendes Schalenwild außer Schwarzwild regelmäßig erlegt wird.

2) Vorkommen von zum Schalenwild zählendem Hochwild, das während der Jagdzeit nicht ständig im Revier steht (Wechselwild),
   oder die Zugehörigkeit eines Jagdreviers zu einem Rotwildgebiet machen ein Jagdrevier noch nicht zu einem Hochwildrevier.
  (§ 8 AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes - Hochwildreviere)
50) Welche Wildarten gehören zum Hochwild?

Alles Schalenwild (außer Rehwild), Auerwild, Steinadler und Seeadler.
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§ 2 (4) BJagdG - Bayerischen Jagdgesetz - Tierarten:
(4) Zum Hochwild gehören Schalenwild außer Rehwild, ferner Auerwild, Steinadler und Seeadler. Alles übrige Wild gehört zum Niederwild.
51) Welche Wildarten gehören zum Schalenwild?

Wisent
Elchwild
Rotwild
Damwild
Sikawild
Rehwild
Gamswild
Steinwild
Muffelwild
Schwarzwild
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§ 2 (3) BJagdG - Bayerischen Jagdgesetz - Tierarten:
(3) Zum Schalenwild gehören Wisente, Elch-, Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild.
52) Welches Jagd-System liegt bei der Jagd in Deutschland zugrunde?

Reviersystem:
Anders als in anderen Ländern schließt daher heute der Besitz von Grund und Boden nicht automatisch das Recht ein, auch das dort lebende
Wild zu jagen. Nach der Konzeption des Bundesjagdgesetzes darf dies nur in Jagdbezirken geschehen Dieses sog. Reviersystem bewirkt,
dass praktisch die gesamte Fläche der Bundesrepublik in einzelne Jagdbezirke eingeteilt ist.
Über das Reviersystem mit seinen Mindestpachtzeiten und der Hegepflicht schafft das Jagdrecht eine persönliche
Verantwortung der Jagdgenossen und Jäger und begründet ihre örtliche Zuständigkeit.
53) Gibt es noch andere Systeme?

Lizenzsystem:
Man kauft vom Staat eine Lizenz zum Erlegen eines Tieres. Zur Jagdzeit geht man dann zur Jagd und erlegt die Tiere für die man die Lizenz erworben hat.
Eine Hege des Wildes ist hierbei nicht vorgesehen.
54) Welche Mindestpachtzeiten kennen Sie?

- Niederwildreviere: 9 Jahre
- Hochwildreviere: 12 Jahre
55) Welche Mindestpachtzeiten gelten, wenn die Pacht verlängert wird?

Wenn die Pacht über die Mindestpachtzeiten hinaus verlängert werden soll, ist die Pachtdauer frei verhandelbar.
56) Was ist ein Eigenjagdrevier?

- Sind zusammenhängende land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbare Grundflächen, die im Eigentum ein und
   derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen
- Die nutzbare Grundfläche beträgt laut Jagdgesetz mindestens 81,755 ha und im Hochgebirge 300 ha.
- Ein Eigenjagdrevier wird vom Eigentümer des Grundstückes jagdlich genutzt oder verpachtet.

Beachte:
Auch die Grundflächen, die nicht land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbar sind, aber im Eigentum der
betreffenden Person stehen, gehören zum Eigenjagdbezirk, wenn sie mit den land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich
nutzbaren Flächen zusammenhängen.
z.B. die Hofstelle umgegeben von den Felder und Wiesen. (§ 7 BJagdG und Art. 8 BayJG)

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Art. 8 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz - Eigenjagdreviere:
(1) 1 Die Mindestgröße eines Eigenjagdreviers beträgt 81,755 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 300 ha.
     2 Grundflächen, die kein Jagdrevier bilden und von mehreren Eigenjagdrevieren umschlossen werden, sind durch die Jagdbehörde einem
        oder mehreren dieser angrenzenden Jagdreviere anzugliedern; werden sie nur von einem Eigenjagdrevier umschlossen, so sind sie dessen Bestandteil.
    3 Die Art. 4 Abs. 3, Art. 5 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 6 (Angliederungsgenossenschaft) sind entsprechend anzuwenden.

(2) 1 Eigenjagdreviere können mit Zustimmung der Jagdbehörde in mehrere selbständige Jagdreviere aufgeteilt werden.
     2 Die Jagdbehörde darf nur zustimmen, wenn jeder Teil für sich die Mindestgröße von 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen von 500 ha hat,
        und wenn jedes Teilrevier eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.

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§ 7 BJagdG - Bundesjagdgesetz - Eigenjagdbezirke:
(1) Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 Hektar an, die im Eigentum
    ein und derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen, bilden einen Eigenjagdbezirk. Die Länder können abweichend von
    Satz 1 die Mindestgröße allgemein oder für bestimmte Gebiete höher festsetzen. Soweit am Tag des Inkrafttretens des Einigungsvertrages
    in den Ländern eine andere als die in Satz 1 bestimmte Größe festgesetzt ist, behält es dabei sein Bewenden, falls sie nicht unter
   70 Hektar beträgt.
   Die Länder können, soweit bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine solche Regelung besteht, abweichend von Satz 1 bestimmen,
   daß auch eine sonstige zusammenhängende Fläche von 75 Hektar einen Eigenjagdbezirk bildet, wenn dies von Grundeigentümern
   oder Nutznießern zusammenhängender Grundflächen von mindestens je 15 Hektar beantragt wird.

(2) Ländergrenzen unterbrechen nicht den Zusammenhang von Grundflächen, die gemäß Absatz 1 Satz 1 einen Eigenjagdbezirk bilden.
     In den Fällen des Absatzes 1 Satz 3 besteht ein Eigenjagdbezirk, wenn nach den Vorschriften des Landes, in dem der überwiegende
     Teil der auf mehrere Länder sich erstreckenden Grundflächen liegt, für die Grundflächen insgesamt die Voraussetzungen für einen
     Eigenjagdbezirk vorliegen würden. Im übrigen gelten für jeden Teil eines über mehrere Länder sich erstreckenden Eigenjagdbezirkes
     die Vorschriften des Landes, in dem er liegt.

(3) Vollständig eingefriedete Flächen sowie an der Bundesgrenze liegende zusammenhängende Grundflächen von geringerem
     als 75 Hektar land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Raum können allgemein oder unter besonderen Voraussetzungen
     zu Eigenjagdbezirken erklärt werden; dabei kann bestimmt werden, daß die Jagd in diesen Bezirken
    nur unter Beschränkungen ausgeübt werden darf.

(4) In einem Eigenjagdbezirk ist jagdausübungsberechtigt der Eigentümer. An Stelle des Eigentümers tritt der Nutznießer,
     wenn ihm die Nutzung des ganzen Eigenjagdbezirkes zusteht.
57) Was ist ein Gemeinschaftsrevier?

- Zwangsweiser Zusammenschluss der Eigentümer (land-, forst- oder fischereirechtlich nutzbarer Flächen) deren einzelne
   Grundflächen, nicht die Mindestgröße eines Eigenjagdreviers erreichen
- Gemeinschaftsjagdreviere werden von der unteren Jagdbehörde festgestellt.
- Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdrevier gehören bilden eine Jagdgenossenschaft.
58)

Max und Anton haben gemeinsam ein Revier gepachtet und unter sich aufgeteilt. Sie sind mit Max befreundet,
der Sie zur Jagd einlädt und eine ständige Jagdgelegenheit in Aussicht stellt.
Max erwähnt: Dem Anton sagen wir mal nichts davon, mit dem läuft es derzeit nicht so gut.
Dürfen Sie Jagdeinladung annehmen?

Bei mehreren Revierinhabern muss die Jagderlaubnis von allen Revierinhabern erteilt werden,
das gilt nicht nur für Jagderlaubnisscheine sondern für jede Erlaubnis.
Die Revierinhaber können sich gegenseitig zur Erteilung von Jagderlaubnissen schriftlich bevollmächtigen.
Die letzte Aussage des Max macht klar, dass der Anton von der Jagdeinladung nichts
weis und er folglich auch nicht zugestimmt hat.
Wenn Max und Anton sich nicht schriftlich zur Erteilung von Jagderlaubnissen bevollmächtigt haben,
darf die Jagd auch im Revierteil von Max nicht ausüben. (Art. 17 BayJG)

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Art. 17 BayJG - Beteiligung Dritter an der Ausübung des Jagdrechts

(1)
  1  Der Revierinhaber kann einem Dritten (Jagdgast) eine Jagderlaubnis erteilen.
  2  Diese kann auch beschränkt erteilt werden.
  3  Bei mehreren Revierinhabern muß die Jagderlaubnis von allen Revierinhabern erteilt werden.
  4  Die Revierinhaber können sich gegenseitig zur Erteilung von Jagderlaubnissen schriftlich bevollmächtigen.

(2)
  1  Auf die entgeltliche Erteilung einer Jagderlaubnis sind § 11 Abs. 4 Satz 1 und Abs. 5, §§ 12 und 13 des Bundesjagdgesetzes
      und Art. 15 Abs. 1 und Art. 16 dieses Gesetzes entsprechend anzuwenden.
  2  Dies gilt nicht für eine vorübergehende Überlassung der Jagdausübung.

(3) Soweit der Jagdgast bei der Jagdausübung nicht von einem Revierinhaber, einem angestellten Jäger oder Jagdaufseher begleitet wird,
     hat er eine auf seinen Namen lautende schriftliche Jagderlaubnis bei sich zu führen, die er auf Verlangen den Jagdschutzberechtigten
     (§ 25 des Bundesjagdgesetzes, Art. 40 Abs. 2 und Art. 41) zur Prüfung auszuhändigen hat.

(4)  Der Jagdgast ist nicht Jagdausübungsberechtigter im Sinn des Bundesjagdgesetzes und dieses Gesetzes.

(5)  Angestellte Jäger und Jagdaufseher sind im Rahmen ihres Anstellungsvertrags zur Jagdausübung innerhalb ihres Dienstbereichs
      berechtigt; sie benötigen dazu keinen Jagderlaubnisschein.

59) Welche Größenvoraussetzungen für Jagdreviere gibt es?

Eigenjagdreviere (zusammenhängende Flächen, davon land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbare Flächen):
- Im Flachland 81,755 ha ( 240 Tagwerk) ! 1 Eigentümer !
- Im Hochgebirge u. seinen Vorbergen 300 ha ! 1 Eigentümer !
(§ 7 BJagdG und Art. 8 BayJG)

Gemeinschaftsjagdreviere (Berechnung ohne befriedete Bezirke):
- Im Flachland 250 ha ! Mehrere Eigentümer = Jagdgenossen !
- Im Hochgebirge u. seinen Vorbergen 500 ha ! Mehrere Eigentümer = Jagdgenossen !
(§ 8 BJagdG und Art 10 (1) BayJG)

Teilung von Jagdrevieren:
- Bei der Teilung von Jagdrevieren muß jeder Bogen für sich die Mindestgröße von 250ha im Flachland bzw. 500ha im Hochgebirge haben.
- Die ordnungsgemäße Jagdausübung muß gewährleistet bleiben.
- Das gilt sowohl für Eigenjagdreviere als auch für Gemeinschaftsjagdreviere.
- Die Untere Jagdbehörde muß zustimmen.
(Art. 8 und 10 BayJG)

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§ 7 BJagd - Eigenjagdbezirke
(1) Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 Hektar an,
die im Eigentum ein und derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen, bilden einen Eigenjagdbezirk.
Die Länder können abweichend von Satz 1 die Mindestgröße allgemein oder für bestimmte Gebiete höher festsetzen.
Soweit am Tag des Inkrafttretens des Einigungsvertrages in den Ländern eine andere als die in Satz 1 bestimmte Größe
festgesetzt ist, behält es dabei sein Bewenden, falls sie nicht unter 70 Hektar beträgt. Die Länder können, soweit
bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine solche Regelung besteht, abweichend von Satz 1 bestimmen, daß auch eine sonstige
zusammenhängende Fläche von 75 Hektar einen Eigenjagdbezirk bildet, wenn dies von Grundeigentümern oder Nutznießern
zusammenhängender Grundflächen von mindestens je 15 Hektar beantragt wird.

(2) Ländergrenzen unterbrechen nicht den Zusammenhang von Grundflächen, die gemäß Absatz 1 Satz 1 einen Eigenjagdbezirk bilden.
In den Fällen des Absatzes 1 Satz 3 besteht ein Eigenjagdbezirk, wenn nach den Vorschriften des Landes, in dem der
überwiegende Teil der auf mehrere Länder sich erstreckenden Grundflächen liegt, für die Grundflächen insgesamt die Voraussetzungen
für einen Eigenjagdbezirk vorliegen würden. Im übrigen gelten für jeden Teil eines über mehrere Länder sich erstreckenden
Eigenjagdbezirkes die Vorschriften des Landes, in dem er liegt.

(3) Vollständig eingefriedete Flächen sowie an der Bundesgrenze liegende zusammenhängende Grundflächen von geringerem
als 75 Hektar land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Raum können allgemein oder unter besonderen
Voraussetzungen zu Eigenjagdbezirken erklärt werden; dabei kann bestimmt werden, daß die Jagd in diesen Bezirken
nur unter Beschränkungen ausgeübt werden darf.

(4) In einem Eigenjagdbezirk ist jagdausübungsberechtigt der Eigentümer. An Stelle des Eigentümers tritt
der Nutznießer, wenn ihm die Nutzung des ganzen Eigenjagdbezirkes zusteht.

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Art. 8 BayJG – Eigenjagdreviere
(1) Die Mindestgröße eines Eigenjagdreviers beträgt 81,755 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 300 ha. Grundflächen,
die kein Jagdrevier bilden und von mehreren Eigenjagdrevieren umschlossen werden, sind durch die Jagdbehörde einem oder
mehreren dieser angrenzenden Jagdreviere anzugliedern; werden sie nur von einem Eigenjagdrevier umschlossen, so sind
sie dessen Bestandteil. Die Art. 4 Abs. 3, Art. 5 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 6 (Angliederungsgenossenschaft) sind entsprechend anzuwenden.

(2) Eigenjagdreviere können mit Zustimmung der Jagdbehörde in mehrere selbstständige Jagdreviere aufgeteilt werden. Die Jagdbehörde
darf nur zustimmen, wenn jeder Teil für sich die Mindestgröße von 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen von 500 ha hat,
und wenn jedes Teilrevier eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.

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§ 8 (1) BJagdG - Zusammensetzung
(1) Alle Grundflächen einer Gemeinde oder abgesonderten Gemarkung, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören,
bilden einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk, wenn sie im Zusammenhang mindestens 150 Hektar umfassen.

(2) Zusammenhängende Grundflächen verschiedener Gemeinden, die im übrigen zusammen den Erfordernissen
eines gemeinschaftlichen Jagdbezirkes entsprechen, können auf Antrag zu gemeinschaftlichen Jagdbezirken zusammengelegt werden.

(3) Die Teilung gemeinschaftlicher Jagdbezirke in mehrere selbständige Jagdbezirke kann zugelassen werden,
sofern jeder Teil die Mindestgröße von 250 Hektar hat.

(4) Die Länder können die Mindestgrößen allgemein oder für bestimmte Gebiete höher festsetzen.

(5) In gemeinschaftlichen Jagdbezirken steht die Ausübung des Jagdrechts der Jagdgenossenschaft zu.

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Art 10 (1) BayJG - Gemeinschaftsjagdreviere

(1) Die Mindestgröße eines Gemeinschaftsjagdreviers beträgt 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 500 ha. Befriedete
     Bezirke zählen bei der Berechnung der Mindestgröße nicht mit.

(2) Die außerhalb eines Gemeinschaftsjagdreviers liegenden Grundflächen eines Gemeindegebiets oder eines gemeindefreien
     Gebiets sind durch die Jagdbehörde angrenzenden Jagdrevieren anzugliedern, sofern sie nicht nach § 8 Abs. 2 des
     Bundesjagdgesetzes zu einem Gemeinschaftsjagdrevier zusammengelegt werden. Werden solche Flächen von einem
     Jagdrevier ganz umschlossen, so sind sie dessen Bestandteil. Art. 4 Abs. 3 ist entsprechend anzuwenden.

(3) Einem Antrag auf Zusammenlegung zusammenhängender Grundflächen zu einem Gemeinschaftsjagdrevier ist unter den
     Voraussetzungen des § 8 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes stattzugeben, wenn er von der Mehrheit der Grundstückseigentümer
     jeder der beteiligten Gemeinden gestellt wird und die Antragsteller in ihrer Gemeinde jeweils gemeinsam über mehr als die Hälfte
    der zusammenhängenden Grundflächen verfügen.

(4) Die Teilung eines Gemeinschaftsjagdreviers in mehrere selbstständige Jagdreviere (§ 8 Abs. 3 des Bundesjagdgesetzes)
     darf die Jagdbehörde nur zulassen, wenn die Jagdgenossenschaft dies beschlossen hat und jeder Teil für die gesetzliche Mindestgröße
    (Absatz 1) hat und eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.
 
60) Was ist ein befriedeter Bezirk? Geben Sie ein Beispiel.

In befriedeten Bezirken ruht die Jagd. Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden (§ 6 BJagdG)
Es gibt geborene (durch Gesetz bestimmt) befriedete Bezirke und gekorene (auf Antrag) befriedete Bezirke.
Zu den letzteren gehören auch die aus „ethischen Gründen“ befriedeten Grundflächen (§ 6a BJagdG).

Geborene befriedete Bezirke sind in Bayern:
- Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, und Gebäude, die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen,
- Hofräume und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung anschließen und durch eine Umfriedung begrenzt sind,
- sonstige überbaute Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile,
- Friedhöfe,
- Tiergärten.

Gekorene befriedete Bezirke können sein:
- sonstige Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans mit Ausnahme der Flächen für die Landwirtschaft und Wald,
- Grundflächen, die gegen das Ein- oder Auswechseln von Wild - ausgenommen Federwild, Wildkaninchen und  Raubwild
- und gegen unbefugten Zutritt von Menschen dauernd abgeschlossen und deren Eingänge absperrbar sind.
- aus „ethischen Gründen“ befriedete Grundflächen

(§ 6 und § 6a BJagdG, Art. 6 BayJG, § 9 (1) Nr. 18 BauGB)

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§ 6 BJagdG - Befriedete Bezirke, Ruhen der Jagd
Auf Grundflächen, die zu keinem Jagdbezirk gehören, und in befriedeten Bezirken ruht die Jagd.
Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden.
Tiergärten fallen nicht unter die Vorschriften dieses Gesetzes.

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§ 6a BJagdG - Befriedung von Grundflächen aus ethischen Gründen
1) Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören und im Eigentum einer natürlichen Person stehen, sind
auf Antrag des Grundeigentümers zu befriedeten Bezirken zu erklären (Befriedung), wenn der Grundeigentümer glaubhaft macht,
dass er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehnt.
Eine Befriedung ist zu versagen, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass ein Ruhen der Jagd auf der vom
Antrag umfassten Fläche bezogen auf den gesamten jeweiligen Jagdbezirk die Belange
1. der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie der Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen,
2. des Schutzes der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft vor übermäßigen Wildschäden,
3. des Naturschutzes und der Landschaftspflege,
4. des Schutzes vor Tierseuchen oder
5. der Abwendung sonstiger Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet.

Ethische Gründe nach Satz 1 liegen insbesondere nicht vor, wenn der Antragsteller
1. selbst die Jagd ausübt oder die Ausübung der Jagd durch Dritte auf einem ihm gehörenden Grundstück duldet oder
2. zum Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung einen Jagdschein gelöst oder beantragt hat.
Der Antrag ist schriftlich oder zur Niederschrift bei der zuständigen Behörde zu stellen. Der Entscheidung über
den Antrag hat neben der Anhörung des Antragstellers eine Anhörung der Jagdgenossenschaft, des Jagdpächters,
angrenzender Grundeigentümer, des Jagdbeirats sowie der Träger öffentlicher Belange vorauszugehen.

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Art. 6 BayJG – Befriedete Bezirke; Ruhen der Jagd
(1) Befriedete Bezirke (§ 6 des Bundesjagdgesetzes) sind:
1. Gebäude, die zum Aufenthalt von Menschen dienen, und Gebäude, die mit solchen Gebäuden räumlich zusammenhängen,
2. Hofräume und Hausgärten, die unmittelbar an eine Behausung im Sinn der Nummer 1 anschließen und durch eine Umfriedung begrenzt sind,
3. sonstige überbaute Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans und Flächen innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile,
4. Friedhöfe,
5. Tiergärten.

(2) Darüber hinaus kann die Jagdbehörde für befriedet erklären:
1. sonstige Flächen im Geltungsbereich eines Bebauungsplans mit Ausnahme der in § 9 Abs. 1 Nr. 18 des Bundesbaugesetzes genannten Flächen,
2. Grundflächen, die gegen das Ein- oder Auswechseln von Wild - ausgenommen Federwild, Wildkaninchen und Raubwild
- und gegen unbefugten Zutritt von Menschen dauernd abgeschlossen und deren Eingänge absperrbar sind.
Auf Wildgehege (Art. 23 Abs. 1), die jagdlichen Zwecken dienen, und auf Wintergatter (Art. 25) findet Satz 1 keine Anwendung.

(3) In befriedeten Bezirken kann die Jagdbehörde dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten, dem Revierinhaber oder deren Beauftragten
bestimmte Jagdhandlungen unter Beschränkung auf bestimmte Wildarten und auf eine bestimmte Zeit gestatten.
Eines Jagdscheins bedarf es nicht.
Jagdhandlungen mit der Schusswaffe dürfen dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten oder einem Beauftragten nur gestattet werden,
wenn diese im Besitz eines gültigen Jagdscheins oder für den Gebrauch von Schusswaffen im Sinn des § 17 Abs. 1 Nr. 4 des
Bundesjagdgesetzes ausreichend versichert sind.
Die waffenrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt. Das Aneignungsrecht hat derjenige, dem oder dessen Beauftragten die Jagdhandlung
gestattet wurde.

(4) Mit Zustimmung der Jagdbehörde kann der Eigentümer oder Nutznießer des Eigenjagdreviers oder die Jagdgenossenschaft die Jagd
ruhen lassen. Die Zustimmung darf nur erteilt werden, wenn dadurch die Verwirklichung der in Art. 1 Abs. 2 genannten Ziele nicht
gefährdet wird.

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§ 9 (1) Nr. 18 BauGB - Inhalt des Bebauungsplans
(1) Im Bebauungsplan können aus städtebaulichen Gründen festgesetzt werden:
18. a) die Flächen für die Landwirtschaft und
b) Wald;
61) Darf in befriedeten Bezirken die Jagd ausgeübt werden?

- In befriedeten Bezirken ruht die Jagd
- Eine beschränkte Ausübung der Jagd kann gestattet werden.
Der Art. 38 BayJG gestattet die Wildfolge auch in befriedete Bezirke, § 1 AVBayJG gestattet
dem Revierinhaber und seinen Beauftragten die Fangjagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen im
Einvernehmen mit dem Grundeigentümer oder Nutzungsberechtigten.

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Art. 38 BayJG – Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes in befriedeten Bezirken
Die Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes im eigenen Jagdrevier ist in Gebieten zulässig,
in denen die Jagd ruht oder nur eine beschränkte Jagdausübung gestattet ist.
Das gilt nicht für Gebäude, Hofräume und Hausgärten im Sinn von Art. 6 Abs. 1 Nrn. 1 und 2;
dem Revierinhaber steht jedoch auch in diesen Fällen das Aneignungsrecht zu;
der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte ist zur Herausgabe verpflichtet.

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§ 1 AVBayJG - Jagdhandlungen in befriedeten Bezirken
(1) Die Gestattung nach Art. 6 Abs. 3 Satz 1 BayJG gilt als erteilt, wenn der Revierinhaber mit
Zustimmung des Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten die Jagd auf Haarraubwild
und Wildkaninchen mit Fanggeräten
(§ 19 Abs. 1 Nr. 9 des Bundesjagdgesetzes - BJagdG -, Art. 29 Abs. 2 Nr. 2 BayJG)
innerhalb der Jagdzeiten ausübt.
(2) In befriedeten Bezirken darf sich - unbeschadet der Vorschriften des Art. 38 BayJG
- der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen aneignen.
62) Welche Ablaufmöglichkeiten bei der Verpachtung kennen Sie?

- Wenn der Jahresjagdschein des Pächters abgelaufen ist und trotz Aufforderung und Fristsetzung der
   Unteren Jagdbehörde kein neuer Jahresjagdschein beantragt wird.
- Nach Ablauf der vereinbarten Pachtzeit
- Wenn dem Pächter der Jagdschein unanfechtbar entzogen wurde.
(Art 19 BayJG)
(§ 13 Satz 2 BJagdG)

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Art. 19 BayJG – Erlöschen des Jagdpachtvertrags
Ist die Gültigkeitsdauer eines Jagdscheins abgelaufen, so erlischt der Jagdpachtvertrag oder Jagderlaubnisvertrag
im Fall des § 13 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes nur dann, wenn der Jagdpächter oder Inhaber der entgeltlichen
Dauerjagderlaubnis innerhalb einer von der Jagdbehörde gesetzten angemessenen Frist einen Jahresjagdschein
nicht beantragt oder sonstige Voraussetzungen dafür nicht erfüllt.

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§ 13 Satz 2 BJagdG - Erlöschen des Jagdpachtvertrages
Der Jagdpachtvertrag erlischt, wenn dem Pächter der Jagdschein unanfechtbar entzogen worden ist.
Er erlischt auch dann, wenn die Gültigkeitsdauer des Jagdscheines abgelaufen ist und entweder
die zuständige Behörde die Erteilung eines neuen Jagdscheines unanfechtbar abgelehnt hat oder
der Pächter die Voraussetzungen für die Erteilung eines neuen Jagdscheines nicht fristgemäß erfüllt.
Der Pächter hat dem Verpächter den aus der Beendigung des Pachtvertrages entstehenden Schaden zu ersetzen,
wenn ihn ein Verschulden trifft.
63) Welche Rechte räumt die Pacht eines Jagdrevieres ein?

- Das Jagdrecht – Tiere erlegen und sich anzueignen.
- Die Ausübung des Jagdrechts kann Dritten übertragen werden.
- Diese sind dann Jagdausübungsberechtigte mit Hegepflicht.

Durch die Jagdpacht erwirbt man das Recht in dem gepachteten Jagdbezirk die Jagd auszuüben
(Jagdausübungsrecht). Das Jagdausübungsrecht umfasst die Befugnisse und Pflichten nach § 1 (1) BJagdG

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§ 1 (1) BJagdG - Inhalt des Jagdrechts
(1) Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht
unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen.
Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.

(2) Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten
artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen;
auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt.
Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und
fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

(3) Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.

(4) Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.

(5) Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild,
Fallwild und Abwurfstangen sowie die Eier von Federwild sich anzueignen.

(6) Das Jagdrecht unterliegt den Beschränkungen dieses Gesetzes und der in seinem Rahmen ergangenen landesrechtlichen Vorschriften.
64) Was müssen Sie tun, wenn Sie ein Revier gepachtet haben?

Der Revierpächter muss
- seinen gültigen Jahresjagdschein und ggf. frühere Jahresjagdscheine der Behörde zur Überprüfung und zur Eintragung des Reviers vorlegen.
- den Zugang des bestätigten Jagdpachtvertrages, längstens aber die dreiwöchige Beanstandungsfrist abwarten.
- danach im Revier die Jagd und den Jagdschutz ausüben.
65) Was sind die Voraussetzungen für das Pachten eines Jagdreviers?

- Man muss einen gültigen Jahresjagdschein besitzen und einen solchen während dreier Jahre in Deutschland besessen haben.
   Es kommt nicht darauf an, dass man den Jahresjagdschein in aufeinanderfolgenden Jahren besessen hat. (§ 11 (5) BJagdG).
- Der Jagdpachtvertrag ist schriftlich abzuschließen
- Die Bestimmungen zu den Pachthöchstflächen müssen eingehalten werden (§ 11 (3) BJagdG und Art. 16 BayJG).
- Gleiches gilt für Vorschriften über die Mehrzahl von Pächtern (Art. 15 BayJG)
- Der Jagdpächter soll die Gewähr für eine den Zielen des Art. 1 Abs. 2 entsprechende Jagdausübung bieten (Art. 14 (4) BayJG)

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§ 11 (3) BJagdG - Jagdpacht

(1) Die Ausübung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte verpachtet werden. Ein Teil des Jagdausübungsrechts kann
    nicht Gegenstand eines Jagdpachtvertrages sein; jedoch kann sich der Verpächter einen Teil der Jagdnutzung,
    der sich auf bestimmtes Wild bezieht, vorbehalten. Die Erteilung von Jagderlaubnisscheinen regeln, unbeschadet
    des Absatzes 6 Satz 2, die Länder.

(2) Die Verpachtung eines Teils eines Jagdbezirkes ist nur zulässig, wenn sowohl der verpachtete als auch der verbleibende
     Teil bei Eigenjagdbezirken die gesetzliche Mindestgröße, bei gemeinschaftlichen Jagdbezirken die Mindestgröße von
     250 Hektar haben. Die Länder können die Verpachtung eines Teiles von geringerer Größe an den Jagdausübungsberechtigten
     eines angrenzenden Jagdbezirkes zulassen, soweit dies einer besseren Reviergestaltung dient.

(3) Die Gesamtfläche, auf der einem Jagdpächter die Ausübung des Jagdrechts zusteht, darf nicht mehr als 1.000 Hektar umfassen;
    hierauf sind Flächen anzurechnen, für die dem Pächter auf Grund einer entgeltlichen Jagderlaubnis die Jagdausübung zusteht.
    Der Inhaber eines oder mehrerer Eigenjagdbezirke mit einer Gesamtfläche von mehr als 1.000 Hektar darf nur zupachten,
    wenn er Flächen mindestens gleicher Größenordnung verpachtet; der Inhaber eines oder mehrerer Eigenjagdbezirke
    mit einer Gesamtfläche von weniger als 1.000 Hektar darf nur zupachten, wenn die Gesamtfläche, auf der ihm das Jagdausübungsrecht
    zusteht, 1.000 Hektar nicht übersteigt.
    Für Mitpächter, Unterpächter oder Inhaber einer entgeltlichen Jagderlaubnis gilt Satz 1 und 2 entsprechend mit der Maßgabe,
    daß auf die Gesamtfläche nur die Fläche angerechnet wird, die auf den einzelnen Mitpächter, Unterpächter oder auf den Inhaber
    einer entgeltlichen Jagderlaubnis, ausgenommen die Erlaubnis zu Einzelabschüssen, nach dem Jagdpachtvertrag oder der
    Jagderlaubnis anteilig entfällt. Für bestimmte Gebiete, insbesondere im Hochgebirge können die Länder eine höhere
    Grenze als 1.000 Hektar festsetzen.

(4) Der Jagdpachtvertrag ist schriftlich abzuschließen. Die Pachtdauer soll mindestens neun Jahre betragen. Die Länder können
    die Mindestpachtzeit höher festsetzen. Ein laufender Jagdpachtvertrag kann auch auf kürzere Zeit verlängert werden.
    Beginn und Ende der Pachtzeit soll mit Beginn und Ende des Jagdjahres (1. April bis 31. März) zusammenfallen.

(5) Pächter darf nur sein, wer einen Jahresjagdschein besitzt und schon vorher einen solchen während dreier Jahre in Deutschland besessen hat.
    Für besondere Einzelfälle können Ausnahmen zugelassen werden. Auf den in Satz 1 genannten Zeitraum sind die Zeiten anzurechnen,
    während derer jemand vor dem Tag des Wirksamwerdens des Beitritts eine Jagderlaubnis in der Deutschen Demokratischen Republik besessen hat.

(6) Ein Jagdpachtvertrag, der bei seinem Abschluß den Vorschriften des Absatzes 1 Satz 2 Halbsatz 1, des Absatzes 2, des Absatzes 3,
    des Absatzes 4 Satz 1 oder des Absatzes 5 nicht entspricht, ist nichtig. Das gleiche gilt für eine entgeltliche Jagderlaubnis, die bei ihrer
    Erteilung den Vorschriften des Absatzes 3 nicht entspricht.

(7) Die Fläche, auf der einem Jagdausübungsberechtigten oder Inhaber einer entgeltlichen Jagderlaubnis nach Absatz 3 die Ausübung
    des Jagdrechts zusteht, ist von der zuständigen Behörde in den Jagdschein einzutragen; das Nähere regeln die Länder.
 

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Art. 14 BayJG – Verpachtung von Teilen eines Jagdreviers; Mindestpachtzeit; Beanstandungsverfahren; Änderung von Jagdpachtverträgen

(1) Die Verpachtung eines Teils eines Jagdreviers bedarf der Zustimmung der Jagdbehörde. Die für die Teilung von Jagdrevieren
     vorgeschriebenen Mindestgrößen gelten entsprechend. Die Jagdbehörde darf der Teilverpachtung nur zustimmen,
     wenn sowohl der verpachtete als auch der verbleibende Teil eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.
     Die Jagdbehörde kann die Verpachtung eines Teils von geringerer Größe an den Revierinhaber eines angrenzenden
     Jagdreviers zulassen, wenn dies einer besseren Reviergestaltung dient.

(2) Die Mindestpachtzeit beträgt für Niederwildreviere neun Jahre, für Hochwildreviere zwölf Jahre.
     Die Jagdbehörde kann im Fall des Absatzes 1 Satz 4 oder für die Aufnahme eines Mitpächters oder sonst, wenn besondere Gründe vorliegen
     ausnahmsweise eine kürzere Pachtzeit zulassen.

(3) Eine juristische Person des öffentlichen Rechts, die Inhaber eines oder mehrerer Eigenjagdreviere ist und Flächen
    zur Jagdausübung zupachten will, kann Jagdpächter sein.

(4) Ein Jagdpachtvertrag kann nach § 12 des Bundesjagdgesetzes auch beanstandet werden, wenn im Verfahren bei der Verpachtung
     von Gemeinschaftsjagdrevieren zwingende Vorschriften der nach Art. 12 Abs. 1 Satz 4 erlassenen Rechtsverordnung verletzt worden sind.
    Das Gleiche gilt, wenn zu erwarten ist, dass der Jagdpächter nicht die Gewähr für eine den Zielen des Art. 1 Abs. 2
   entsprechende Jagdausübung bietet.

(5) Die Bestimmungen über den Jagdpachtvertrag gelten sinngemäß für die Änderung oder Verlängerung eines Jagdpachtvertrags.

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Art. 15 BayJG – Mehrzahl von Jagdpächtern

(1) Die Zahl der Jagdpächter wird bei Jagdrevieren mit einem Umfang bis zu 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen bis zu 500 ha
     auf zwei beschränkt (Mitpacht); in größeren Jagdrevieren ist für je weitere angefangene 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen
     für je weitere angefangene 500 ha ein weiterer Pächter zulässig. Bei der Berechnung der nach Satz 1 erforderlichen Reviergrößen
     bleiben die befriedeten Bezirke außer Betracht.

(2) Die Bestimmungen über den Jagdpachtvertrag gelten mit Ausnahme des Art. 14 Abs. 2 Satz 1 auch für die Weiter- und Unterverpachtung.
     In diesen Fällen darf die Zahl der jagdausübungsberechtigten Personen die zulässige Zahl der Jagdpächter nach Absatz 1 nicht überschreiten.

66) Kann sich die Jagdgenossenschaft bei der Verpachtung eines Reviers Flächen vorbehalten?

Nein - sie darf sich keine Flächen vorbehalten.
Lediglich die Jagdausübung  bestimmtes Wild darf sie sich vorbehalt
en (§11 (1) BJagdG).

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§ 11 (1) BJagdG - Jagdpacht
(1) Die Ausübung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte verpachtet werden. Ein Teil des Jagdausübungsrechts kann nicht Gegenstand
    eines Jagdpachtvertrages sein; jedoch kann sich der Verpächter einen Teil der Jagdnutzung, der sich auf bestimmtes Wild bezieht, vorbehalten.
    Die Erteilung von Jagderlaubnisscheinen regeln, unbeschadet des Absatzes 6 Satz 2, die Länder.
67) Gibt es auch eine maximal zulässige Zahl an Pächtern?

Für Reviere bis 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen bis 500 ha – zwei Pächter.
Für größere Reviere für jede weitere angefangene 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen für jede weiteren angefangenen 500 ha ein weiterer Pächter.
Bei der Berechnung der erforderlichen Reviergrößen bleiben die befriedeten Bezirke außer Betracht.

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Art. 15 BayJG – Mehrzahl von Jagdpächtern

(1) Die Zahl der Jagdpächter wird bei Jagdrevieren mit einem Umfang bis zu 250 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen bis zu 500 ha
    auf zwei beschränkt (Mitpacht); in größeren Jagdrevieren ist für je weitere angefangene 250 ha, im Hochgebirge mit seinen
    Vorbergen für je weitere angefangene 500 ha ein weiterer Pächter zulässig. Bei der Berechnung der nach Satz 1 erforderlichen
    Reviergrößen bleiben die befriedeten Bezirke außer Betracht.

(2) Die Bestimmungen über den Jagdpachtvertrag gelten mit Ausnahme des Art. 14 Abs. 2 Satz 1 auch für die Weiter- und Unterverpachtung.
     In diesen Fällen darf die Zahl der jagdausübungsberechtigten Personen die zulässige Zahl der Jagdpächter nach Absatz 1 nicht überschreiten.
68) Für welches Wild wird ein Abschußplan aufgestellt?

Abschussplanpflichtig ist alles Schalenwild ausgenommen Schwarzwild sowie Auer-, Birk- und Rackelwild und Seehunde (§ 21 (2) BJagdG)
Tatsächlich werden Abschusspläne für die im Revier vorkommenden abschussplanpflichtigen Wildarten erstellt.
Für Rotwild in rotwildfreien Gebieten ist kein Abschussplan erforderlich (Art. 32 (9) BayJG).
Wurde für eine Wildart kein Abschussplan erstellt und tritt dieses plötzlich im Revier auf, so kann ein Abschussplan nachträglich
beantragt werden z.B. wenn Damwild aus einem Gehege entwichen ist und der Eigentümer die Verfolgung aufgegeben hat.

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§ 21 BJagdG - Abschußregelung

(1) Der Abschuß des Wildes ist so zu regeln, daß die berechtigten Ansprüche der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft auf Schutz
     gegen Wildschäden voll gewahrt bleiben sowie die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege berücksichtigt werden.
     Innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen soll die Abschußregelung dazu beitragen, daß ein gesunder Wildbestand
     aller heimischen Tierarten in angemessener Zahl erhalten bleibt und insbesondere der Schutz von Tierarten gesichert ist,
     deren Bestand bedroht erscheint.

(2) Schalenwild (mit Ausnahme von Schwarzwild) sowie Auer-, Birk- und Rackelwild dürfen nur auf Grund und im Rahmen eines Abschußplanes
    erlegt werden, der von der zuständigen Behörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat (§ 37) zu bestätigen oder festzusetzen ist.
    Seehunde dürfen nur auf Grund und im Rahmen eines Abschußplanes bejagt werden, der jährlich nach näherer Bestimmung der Länder
    für das Küstenmeer oder Teile davon auf Grund von Bestandsermittlungen aufzustellen ist.
    In gemeinschaftlichen Jagdbezirken ist der Abschußplan vom Jagdausübungsberechtigten im Einvernehmen mit dem
    Jagdvorstand aufzustellen.
    Innerhalb von Hegegemeinschaften sind die Abschußpläne im Einvernehmen mit den Jagdvorständen der Jagdgenossenschaften
    und den Inhabern der Eigenjagdbezirke aufzustellen, die der Hegegemeinschaft angehören.
    Das Nähere bestimmt die Landesgesetzgebung. Der Abschußplan für Schalenwild muß erfüllt werden.
    Die Länder treffen Bestimmungen, nach denen die Erfüllung des Abschußplanes durch ein Abschußmeldeverfahren
    überwacht und erzwungen werden kann; sie können den körperlichen Nachweis der Erfüllung des Abschußplanes verlangen.

(3) Der Abschuß von Wild, dessen Bestand bedroht erscheint, kann in bestimmten Bezirken oder in bestimmten Revieren dauernd
    oder zeitweise gänzlich verboten werden.

(4) Den Abschuß in den Staatsforsten regeln die Länder.
69) Wer stellt den Abschußplan auf?

Der Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand.
Bei verpachteten Eigenjagdrevieren der Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdberechtigten.
Der Abschussplan ist von der unteren Jagdbehörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat zu
bestätigen oder festzusetzen. (Art. 32 (1) Satz 1 BayJG)

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Art. 32 BayJG – Regelung der Bejagung

(1) Der Abschussplan (§ 21 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes) ist für den Zeitraum von ein bis drei Jahren zahlenmäßig getrennt
    nach Wildart und Geschlecht vom Revierinhaber im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand, bei verpachteten Eigenjagdrevieren im Einvernehmen
    mit dem Jagdberechtigten aufzustellen und von der Jagdbehörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat (Art. 50 Abs. 2 und 6) zu bestätigen oder festzusetzen.
    Bei der Abschussplanung ist neben der körperlichen Verfassung des Wildes vorrangig der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung zu berücksichtigen.
    Den zuständigen Forstbehörden ist vorher Gelegenheit zu geben, sich auf der Grundlage eines forstlichen Gutachtens über eingetretene Wildschäden
    an forstlich genutzten Grundstücken zu äußern und ihre Auffassung zur Situation der Waldverjüngung darzulegen.
    Ist zwischen der Jagdbehörde und dem Jagdbeirat ein Einvernehmen nicht zu erzielen, so entscheidet die nächsthöhere Jagdbehörde.

(2) Der Revierinhaber ist verpflichtet, den Abschussplan für Schalenwild notfalls unter Hinzuziehung anderer Jagdscheininhaber zu erfüllen.
     Die Jagdbehörde trifft die zur Erfüllung des Abschussplans erforderlichen Anordnungen.
     Die Vorschrift des § 27 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes findet entsprechende Anwendung;
     Art. 32 Satz 2 des Bayerischen Verwaltungszustellungs- und Vollstreckungsgesetzes gilt nicht.
     Ein für den Fall der nicht ordnungsgemäßen Erfüllung des Abschussplans angedrohtes Zwangsgeld kann auch beigetrieben werden,
     wenn nach Ablauf der Jagdzeit feststeht, dass der Abschussplan nicht mehr erfüllt werden kann.

(3) Anordnungen nach Absatz 2 Satz 2 ergehen im Fall das Art. 7 Abs. 4 an den Bevollmächtigten, der auf die Erfüllung des
    Abschussplans durch die Mitpächter oder die verantwortlichen Personen im Sinn des Art. 7 Abs. 2 hinzuwirken hat.
    Handlungen des Bevollmächtigten, die zur Erfüllung des Abschussplans erforderlich sind, haben die übrigen Mitpächter oder verantwortlichen Personen zu dulden.

(4) Über erlegtes und verendetes Schalenwild mit Ausnahme des vor Beginn seiner Jagdzeit gefallenen Jungwildes ist
   1. der Jagdbehörde eine schriftliche Abschussmeldung zu erstatten und
   2. eine Streckenliste zu führen, die der Jagdbehörde auf Verlangen jederzeit vorzulegen ist. Die Jagdbehörde kann vom Revierinhaber verlangen,
       ihr oder einem von ihr Beauftragten das erlegte Wild oder Teile desselben vorzulegen.

(5) Die Erlegung von krankem Wild außerhalb der Jagdzeiten sowie innerhalb der Jagdzeiten über den Abschussplan hinaus ist
     der Jagdbehörde unter Angabe der Art der Erkrankung oder Verletzung unverzüglich mitzuteilen.
     Auf Verlangen ist das erlegte Wild der Jagdbehörde oder einem von ihr Beauftragten vorzuzeigen.

(6) Für bestimmte Jagdreviere können zu wissenschaftlichen Zwecken, Lehr- und Forschungszwecken durch Einzelanordnung Ausnahmen von den
     Vorschriften über die Hege und Bejagung, insbesondere die zulässige Wilddichte zugelassen werden. Die Ausnahme darf nur erteilt werden,
     wenn dadurch weder eine Störung das biologischen Gleichgewichts noch eine Schädigung der Landeskultur zu befürchten ist und wenn der
     Revierinhaber und der Jagdberechtigte oder die Jagdgenossenschaft zugestimmt haben. Die Zustimmung ist unwiderruflich.

(7) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung
     1. nähere Vorschriften über die Abschussplanung sowie über die Bestätigung und Festsetzung der Abschusspläne, ferner über die
         Überwachung ihrer Durchführung und über die Erzwingung ihrer Erfüllung zu erlassen (§ 21 Abs. 2 Satz 7 des Bundesjagdgesetzes),
     2. Vorschriften über die Erhebung von Daten über die Revierverhältnisse und das erlegte Wild, ferner über die Erhebung des Bestands der Wildarten
         sowie der Abschuss- und Fangergebnisse zu erlassen,
     3. Gebiete für die Hege und Bejagung von Schalenwild festzulegen, diese Gebiete in Bezirke zu unterteilen,
         ferner die Jagd- und Forstbehörden zu bestimmen, die für die Abschussplanung in diesen Gebieten zuständig sind und erforderlichenfalls
        gemeinsame Jagdbeiräte vorzusehen.

(8) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten kann Richtlinien für die Hege und Bejagung des Wildes erlassen.

(9) Ohne Abschussplan bejagt werden darf Schalenwild in Gebieten, in denen die Hege auf Grund einer Verordnung nach Absatz 7 Nr. 3 untersagt ist.
70) Wie setzt sich der Jagdbeirat (der unteren Jagdbehörde) zusammen?

Der Jagdbeirat wird durch die Jagdbehörde in Zusammenarbeit mit den Fachverbänden für fünf Jahre widerruflich bestellt.
Er setzt sich aus dem 1. Vorsitzenden (das ist ein Vertreter der Jagdbehörde) und fünf Mitgliedern aus den Fachverbänden zusammen
(Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagdgenossenschaft, Jäger, Naturschutz).
71) Was wissen Sie zur Klasseneinteilung des Rotwildes?
 

Männliches Wild

Jugendklasse

mittlere Altersklasse

obere Altersklasse

Rotwild

1-3jähr.

4-9jähr.

10jähr. u. älter

Damwild

 1-3jähr.

4-7jähr.

8jähr. u. älter

Gamswild

 1-3jähr.

 4-7jähr.

 8jähr. u. älter

Muffelwild

 1-2jähr.

3-5jähr.

6jähr. u. älter

Schwarzwild

1-2jähr.

3-4jähr.

5jähr. u. älter

Rehwild

1jähr.

2-4jähr.

5jähr. u. älter

72) Was sind Rotwildgebiete?

Rotwildgebiete sind in der Anlage 3 der AVBayJG festgelegte Gebiete.
Nur in Rotwildgebieten darf Rotwild ausgesetzt und gehegt werden.
Alle anderen Gebiete sind rotwildfrei zu machen und rotwildfrei zu halten,
(§ 17 AVBayJG) dabei sind die Regeln zur Bejagung z.B. Schon- und Jagdzeiten einzuhalten,
eines Abschussplanes bedarf es jedoch nicht (Art 32 (9) BayJG).

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Art 32 (9) BayJG – Regelung der Bejagung
(9) Ohne Abschussplan bejagt werden darf Schalenwild in Gebieten, in denen die Hege auf Grund
einer Verordnung nach Absatz 7 Nr. 3 untersagt ist.

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§ 17 AVBayJG Rotwildgebiete
(1) Das Hegen und Aussetzen von Rotwild außerhalb von Wildgehegen in der freien Natur ist
nur in den in Anlage 3 beschriebenen Rotwildgebieten zulässig.
(2) Jagdreviere, soweit sie außerhalb eines Rotwildgebietes oder eines Wildgeheges liegen,
sind rotwildfrei zu machen und zu halten.
73) Wie verhält es sich hinsichtlich des Abschussplans mit Rotwild außerhalb ausgewiesener Rotwildgebiete?

Gebiete außerhalb der Rotwildgebiete (Anlage 3 der AVBayJG) sind rotwildfrei zu machen und rotwildfrei zu halten.
Eines Abschussplanes für Rotwild bedarf es dort nicht (Art 32 (9) BayJG).

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Anlage 3 AVBayJG - Abschußplan für Rotwild:
Die Rotwildgebiete werden von nachstehend aufgeführten, zu ihnen gehörenden
Jagdrevieren begrenzt, soweit in der Beschreibung des Grenzverlaufs nichts
anderes bestimmt ist.
- Rotwildgebiet Oberbayern (Hochgebirge)
...
hier werden nur noch seitenweise Rodwildgebiete definiert
-------------
Art 32 (9) BayJG – Regelung der Bejagung:
(9) Ohne Abschussplan bejagt werden darf Schalenwild in Gebieten, in denen die Hege auf Grund
einer Verordnung nach Absatz 7 Nr. 3 untersagt ist.
74) Wie verhält es sich dabei mit aus Gehegen ausgebrochenem Damwild?

Wild das aus Gehegen ausbricht hat einen Eigentümer (z.B. Gehege-Betreiber) und ist/wird zunächst nicht herrenlos,
wenn der Eigentümer die Wiedererlangung unverzüglich einleitet, fortsetzt und nicht aufgibt.
Es wird herrenlos, wenn die Wiedererlangung aufgegeben wird oder objektiv aussichtslos geworden ist.
Das ausgebrochene Wild darf bejagt werden, wenn es herrenlos geworden ist.
Damwild, auch solches das aus Gehegen ausgebrochen und herrenlos geworden ist, darf nur auf Grund eine Abschussplanes bejagt werden.
Der Revierinhaber beantragt daher einen Abschussplan für Damwild, bevor er die Jagd darauf ausübt.
Für Schäden (Wildschaden, Unfall etc.) durch ausgebrochenes Gehegewild haftet ausschließlich der aufsichtspflichtige
Eigentümer/Gehege-Betreiber/Nutzungsberechtigte.
Er haftet auch noch längere Zeit nach Verlust des Eigentums, weil er die Gefahrenquelle verursacht hat.
Für Wildschäden ergibt sich die Haftung aus § 30 BJagdG, für andere Schäden aus dem BGB.

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§ 30 BJagdG - Wildschaden durch Wild aus Gehege
Wird durch ein aus einem Gehege ausgetretenes und dort gehegtes Stück Schalenwild Wildschaden angerichtet,
so ist ausschließlich derjenige zum Ersatz verpflichtet, dem als Jagdausübungsberechtigten, Eigentümer
oder Nutznießer die Aufsicht über das Gehege obliegt.
75) Was ist ein Vegetationsgutachten und wer erstellt es?

Die Bayerische Forstverwaltung erstellt alle drei Jahre für die rund 750 bayerischen Hegegemeinschaften Forstliche Gutachten
zur Situation der Waldverjüngung (kurz auch Vegetationsgutachten genannt).
In den Gutachten werden die Situation der Waldverjüngung sowie ihre Beeinflussung durch Schalenwildverbiss und Fegeschäden erfasst und bewertet.
76) Wie wird ein Vegetationsgutachten erstellt?


Der Förster aus dem zuständigen Amt für Landwirtschaft kommt "bewaffnet" mit Stöcken, GPS und Notizbuch ins Revier und erfasst
den Zustand der Verjüngung. Wesentliche Grundlage der Forstlichen Gutachten sind die Ergebnisse einer systematisch durchgeführten
Verjüngungsinventur.

Untersucht werden:
Bäumchen unter 20 cm, sie werden nicht beurteilt
Bäumchen der Klasse 1 zwischen 20 und 40 cm
Bäumchen der Klasse 2: zwischen 40 und 80 cm
Bäumchen der Klasse 3: bis zu einer Höhe von 120 cm.
77) Welche möglichen Resultate des Vegetationsgutachtens sind denkbar?

Die Vegetation wird von den unteren Forstbehörden regelmäßig auf Revierebene untersucht.
Die Verbißsituation wird in vier Stufen bewertet: („günstig“, „tragbar“, „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“)
Dem Entsprechend wird eine Abschußempfehlung ausgesprochen: („deutlich senken“, „senken“, „beibehalten“, „erhöhen“ oder „deutlich erhöhen“).
78) Was muß in die Streckenliste eingetragen werden?

- Alles erlegte, gefangene oder sonst verendete Wild (=Fallwild) ist in eine Streckenliste einzutragen.
- Ausnahme bildet im ersten Lebensjahr stehendes Jungwild, das noch keine Jagdzeit hatte.
- Bei Schalenwild, Auer-, Birk- und Rackelwild muß die Eintragung innerhalb einer Woche geschehen
- Über erlegtes oder verendetes Rotwild – außer von Jungwild ohne Jagdzeit - ist neben der Eintragung in die Streckenliste, der Jagdbehörde
   innerhalb einer Woche eine schriftliche Abschußmeldung zu erstatten
- Die Eintragung allen übrigen Wildes ist vor Ablauf des Jagdjahres vorzunehmen
- Wenn Wild während der Schonzeit (krankheitsbedingt) erlegt wird, muß unverzüglich eine Meldung an die untere Jagdbehörde folgen,
  evt. körperlicher Nachweis)
79) Was ist eine Streckenliste, wozu dient sie und wie ist sie aufgebaut?

In einer Streckenliste werden alle Tiere eingetragen die erlegt wurden.

Streckenliste A - für Schalenwild
Streckenliste B – für sonstiges Wild
80) Welche besonderen Regelungen kennen Sie bei den Eintragungen in die Streckenliste?

- Bei Rehwild soll der für drei Jahre festgesetzte Abschußplan in der Regel gedrittelt werden
- An Stelle eines Stückes der älteren oder stärkeren Klasse kann i.d.R. eines der jüngeren oder schwächeren Klasse erlegt werden.
- Für männliches Wild darf weibliches Wild erlegt werden. Die Ausgewogenheit muß jedoch beachtet werden.
- Schlecht veranlagte männliche Jährlinge dürfen auf den weiblichen Abschuß angerechnet werden
81) Dürfen Sie nicht abschußplanpflichtiges Wild ohne Beschränkung bejagen?

Die Jagd auf nicht abschussplanpflichtiges Wild unterliegt grundsätzlich keiner zahlenmäßigen Beschränkung.
82) Außerhalb der Jagdzeit verirrt sich Rehwild in ein eingezäuntes Gebiet und kann nicht mehr heraus getrieben werden.
Wie verhalten Sie sich?

Ich informiere den Eigentümer oder Nutzungsberechtigten der Grundfläche.
Auf seinen Antrag hin kann die Untere Jagdbehörde die Erlegung anordnen,
wenn das eingezäunte Grundstück nicht größer als 10 ha ist. (Art. 44 BayJG)

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Art. 44 BayJG Verhinderung übermäßigen Wildschadens auf eingezäunten Waldflächen:

Zum Schutz von Forstkulturen und forstlichen Verjüngungsflächen, die gegen das Eindringen von Schalenwild
mit den üblichen Schutzvorrichtungen (§ 32 Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes, Art. 47 Nr. 2) versehen sind
und deren Größe 10 ha nicht überschreitet, kann die Jagdbehörde nach § 27 des Bundesjagdgesetzes
auf Antrag des Grundeigentümers oder Nutzungsberechtigten anordnen, daß der Revierinhaber unabhängig
von den Schonzeiten innerhalb einer bestimmten Frist in bestimmtem Umfang eingewechseltes Schalenwild zu erlegen hat.
83) Wir nehmen an, Sie haben ein Revier gepachtet. Welche Vorschriften oder Regeln gibt es, die
Sie in Zusammenhang mit der Bejagung beachten müssen?

Ich muß einen Abschußplan erstellen und diesen auch erfüllen.
84) Für welche Wildarten muß denn ein Abschußplan aufgestellt werden?

Schalenwild (mit Ausnahme von Schwarzwild) sowie Auer-, Birk-, Rackelwild und Seehunde.
Er ist zahlenmäßig getrennt nach Wildart und Geschlecht aufzustellen (§ 21 (2) BJagdG).

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§ 21 (2) BJagdG - Abschußregelung

(1) Der Abschuß des Wildes ist so zu regeln, daß die berechtigten Ansprüche der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
auf Schutz gegen Wildschäden voll gewahrt bleiben sowie die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege berücksichtigt
werden. Innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen soll die Abschußregelung dazu beitragen, daß ein gesunder
Wildbestand aller heimischen Tierarten in angemessener Zahl erhalten bleibt und insbesondere der Schutz von
Tierarten gesichert ist, deren Bestand bedroht erscheint.

(2) Schalenwild (mit Ausnahme von Schwarzwild) sowie Auer-, Birk- und Rackelwild dürfen nur auf Grund und im
Rahmen eines Abschußplanes erlegt werden, der von der zuständigen Behörde im Einvernehmen mit dem
Jagdbeirat (§ 37) zu bestätigen oder festzusetzen ist.
Seehunde dürfen nur auf Grund und im Rahmen eines
Abschußplanes bejagt werden, der jährlich nach näherer Bestimmung der Länder für das Küstenmeer oder Teile
davon auf Grund von Bestandsermittlungen aufzustellen ist. In gemeinschaftlichen Jagdbezirken ist der Abschußplan
vom Jagdausübungsberechtigten im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand aufzustellen. Innerhalb von Hegegemeinschaften
sind die Abschußpläne im Einvernehmen mit den Jagdvorständen der Jagdgenossenschaften und den Inhabern der
Eigenjagdbezirke aufzustellen, die der Hegegemeinschaft angehören. Das Nähere bestimmt die Landesgesetzgebung.
Der Abschußplan für Schalenwild muß erfüllt werden. Die Länder treffen Bestimmungen, nach denen die Erfüllung
des Abschußplanes durch ein Abschußmeldeverfahren überwacht und erzwungen werden kann; sie können den
körperlichen Nachweis der Erfüllung des Abschußplanes verlangen.

(3) Der Abschuß von Wild, dessen Bestand bedroht erscheint, kann in bestimmten Bezirken oder in
bestimmten Revieren dauernd oder zeitweise gänzlich verboten werden.

(4) Den Abschuß in den Staatsforsten regeln die Länder.
85) Wie lange gilt der Abschußplan?

Für Rehwild für drei Jagdjahre
Für alles andere Wild ein Jahr.
86) Darf Wild ohne Abschußplan gejagt werden?

Es sind nur 13 Wildarten (9* Schalenwild + 3* Federwild + Seehunde) abschussplanpflichtig.
Alles Wild für das ein Abschussplan nicht erstellt werden muss (§21 (2) BJagdG), darf auch ohne Abschussplan bejagt werden.
Das Gleiche gilt für abschussplanpflichtiges Schalenwild in den Gebieten in denen es nicht gehegt werden darf.
Z.B. in Bayern Rotwild außerhalb der Rotwildgebiete.
87) Wann und wo muß der Abschußplan eingereicht werden?

Er muß spätestens bis 10. April
bei Gamswild spätestens bis 30. Juni,
bei der Unteren Jagdbehörde eingereicht werden.
88) Muß ein Abschußplan erfüllt werden?

- Der Revierinhaber ist verpflichtet den Abschußplan für Schalenwild zu erfüllen
- Er muß notfalls andere Jagdscheininhaber dafür hinzuziehen
- Bei Nichterfüllung des Abschußplanes kann ein Zwangsgeld erhoben werden
89) Was unterscheidet ein Eigenjagdrevier von einem Gemeinschaftsjagdrevier?

- Die Grundflächen die einen Eigenjagdbezirk bilden, stehen im Eigentum einer Person oder einer Personengemeinschaft.
- Der Eigentümer ist der „Jagdberechtigte“, ihm steht das Jagdausübungsrecht im Eigenjagdbezirk zu.
- Dem Eigenjagdbezirk können auch Grundflächen anderer Eigentümer angegliedert sein.
- Die Eigentümer der angegliederten Flächen bilden eine Angliederungsgenossenschaft.
- Der Jagdberechtigte des Eigenjagdbezirks kann die Jagd selbst ausüben, wenn er einen Jagdschein besitzt.
- Der Jagdpächter eines Eigenjagdbezirks haftet für Wildschäden, wenn er diese übernommen hat UND wenn keine
   vertragliche Regelung besteht UND er den Wildschaden durch mangelnden Abschuss verursacht hat.
 

- Die Grundflächen die einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden stehen im Eigentum verschiedener Personen oder Personengemeinschaften.
- Die Eigentümer der bejagbaren Flächen des Gemeinschaftsjagdbezirks bilden eine Jagdgenossenschaft.
- Das Jagdausübungsrecht im Gemeinschaftsjagdbezirk hat die Jagdgenossenschaft.
- Die Jagdgenossenschaft kann die Jagd auf ihre Rechnung durch angestellte Jäger ausüben lassen.
- Der Jagdpächter eines Gemeinschaftsjagdbezirks haftet für Wildschäden, wenn er diese übernommen hat.
- Der Ersatz von Wildschäden liegt bei der der Jagdgenossenschaft
.
 

Das Jagdausübungsrecht kann von der Jagdgenossenschaft und vom Eigentümer der Eigenjagd verpachtet werden.
Beide können auch mit behördlicher Genehmigung die Jagd ruhen lassen.

(§ 3-11 und 29 BJagdG, Art. 8, 10 und 11 BayJG)

90) Wer ist der Verpächter eines Gemeinschaftsjagdreviers?

Die Jagdgenossenschaft.
91) Was ist eine Jagdgenossenschaft?

Die Jagdgenossenschaft ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Ihr gehören die Eigentümer oder Nutznießer der bejagbaren Grundstücke an,
die den Gemeinschaftsjagdbezirk bilden.
Die Organe der Jagdgenossenschaft sind:
- Jagdvorsteher
- Jagdvorstand
- Versammlung der Jagdgenossen

Der Jagdvorstand besteht aus dem Jagdvorsteher, seinem Stellvertreter und zwei Beisitzern.
Die Beisitzer können auch die Funktion des Schriftführers und des Kassenführers übernehmen.
Der Jagdvorsteher führt die Geschäfte und vertritt die Jagdgenossenschaft gerichtlich und außergerichtlich.
Die Jagdgenossenschaft verwaltet alle Angelegenheiten, die sich aus dem Jagdrecht der ihr angehörenden Jagdgenossen ergeben.
Sie hat insbesondere die Aufgabe, das ihr zustehende Jagdausübungsrecht im Interesse der Jagdgenossen zu nutzen.
Ihr obliegt der Ersatz des Wildschadens, der an den zum Gemeinschaftsjagdrevier gehörenden Grundstücken entsteht.
Die Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen bedürfen der sog. doppelten Mehrheit,
das heißt sowohl der Mehrheit der bei der Beschlussfassung anwesenden oder vertretenen Jagdgenossen als auch
der Mehrheit der dabei vertretenen Grundflächen.
92) Müssen die Eigentümer (Wald, Felder; Fischerei) Mitglieder der Jagdgenossenschaft sein?

Nein
Wenn ihre zusammenhängende, land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche mindestens 81,755 ha
(im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 300 ha) beträgt, bilden diese Flächen einen Eigenjagdbezirk.
Mit diesen Grundflächen gehören die Eigentümer der Jagdgenossenschaft nicht an. (§ 7 BJagdG, Art. 8 BayJG)
Zudem besteht seit 2013 die Möglichkeit eine ansonsten bejagbare Fläche „aus ethischen Gründen“ befrieden zu lassen.
Die Eigentümer solcher Flächen gehören keiner Jagdgenossenschaft an. (§ 6a BJagdG)

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§ 7 BJagdG
(1) Zusammenhängende Grundflächen mit einer land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Fläche von 75 Hektar an, die im Eigentum ein
und derselben Person oder einer Personengemeinschaft stehen, bilden einen Eigenjagdbezirk. Die Länder können abweichend von Satz 1 die
Mindestgröße allgemein oder für bestimmte Gebiete höher festsetzen. Soweit am Tag des Inkrafttretens des Einigungsvertrages in den
Ländern eine andere als die in Satz 1 bestimmte Größe festgesetzt ist, behält es dabei sein Bewenden, falls sie nicht unter 70 Hektar
beträgt. Die Länder können, soweit bei Inkrafttreten dieses Gesetzes eine solche Regelung besteht, abweichend von Satz 1 bestimmen,
daß auch eine sonstige zusammenhängende Fläche von 75 Hektar einen Eigenjagdbezirk bildet, wenn dies von Grundeigentümern oder
Nutznießern zusammenhängender Grundflächen von mindestens je 15 Hektar beantragt wird.

(2) Ländergrenzen unterbrechen nicht den Zusammenhang von Grundflächen, die gemäß Absatz 1 Satz 1 einen Eigenjagdbezirk bilden.
In den Fällen des Absatzes 1 Satz 3 besteht ein Eigenjagdbezirk, wenn nach den Vorschriften des Landes, in dem der
überwiegende Teil der auf mehrere Länder sich erstreckenden Grundflächen liegt, für die Grundflächen insgesamt die
Voraussetzungen für einen Eigenjagdbezirk vorliegen würden. Im übrigen gelten für jeden Teil eines über mehrere
Länder sich erstreckenden Eigenjagdbezirkes die Vorschriften des Landes, in dem er liegt.

(3) Vollständig eingefriedete Flächen sowie an der Bundesgrenze liegende zusammenhängende Grundflächen von
geringerem als 75 Hektar land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Raum können allgemein oder
unter besonderen Voraussetzungen zu Eigenjagdbezirken erklärt werden; dabei kann bestimmt werden, daß die
Jagd in diesen Bezirken nur unter Beschränkungen ausgeübt werden darf.

(4) In einem Eigenjagdbezirk ist jagdausübungsberechtigt der Eigentümer. An Stelle des Eigentümers tritt der
Nutznießer, wenn ihm die Nutzung des ganzen Eigenjagdbezirkes zusteht.

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Art. 8 BayJG – Eigenjagdreviere
(1) Die Mindestgröße eines Eigenjagdreviers beträgt 81,755 ha, im Hochgebirge mit seinen Vorbergen 300 ha. Grundflächen,
die kein Jagdrevier bilden und von mehreren Eigenjagdrevieren umschlossen werden, sind durch die Jagdbehörde einem
oder mehreren dieser angrenzenden Jagdreviere anzugliedern; werden sie nur von einem Eigenjagdrevier umschlossen,
so sind sie dessen Bestandteil. Die Art. 4 Abs. 3, Art. 5 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 6 (Angliederungsgenossenschaft)
sind entsprechend anzuwenden.

(2) Eigenjagdreviere können mit Zustimmung der Jagdbehörde in mehrere selbstständige Jagdreviere aufgeteilt werden.
Die Jagdbehörde darf nur zustimmen, wenn jeder Teil für sich die Mindestgröße von 250 ha, im Hochgebirge mit seinen
Vorbergen von 500 ha hat, und wenn jedes Teilrevier eine ordnungsgemäße Jagdausübung gestattet.

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§ 6a BJagdG
(1) Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören und im Eigentum einer natürlichen Person stehen, sind auf
Antrag des Grundeigentümers zu befriedeten Bezirken zu erklären (Befriedung), wenn der Grundeigentümer glaubhaft macht, dass
er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehnt. Eine Befriedung ist zu versagen, soweit Tatsachen die Annahme
rechtfertigen, dass ein Ruhen der Jagd auf der vom Antrag umfassten Fläche bezogen auf den gesamten jeweiligen Jagdbezirk die Belange

1. der Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie der Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen,
2. des Schutzes der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft vor übermäßigen Wildschäden,
3. des Naturschutzes und der Landschaftspflege,
4. des Schutzes vor Tierseuchen oder
5. der Abwendung sonstiger Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Ethische Gründe nach
Satz 1 liegen insbesondere nicht vor, wenn der Antragsteller

1. selbst die Jagd ausübt oder die Ausübung der Jagd durch Dritte auf einem ihm gehörenden Grundstück duldet oder
2. zum Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung einen Jagdschein gelöst oder beantragt hat.

Der Antrag ist schriftlich oder zur Niederschrift bei der zuständigen Behörde zu stellen. Der Entscheidung über den Antrag
hat neben der Anhörung des Antragstellers eine Anhörung der Jagdgenossenschaft, des Jagdpächters, angrenzender
Grundeigentümer, des Jagdbeirats sowie der Träger öffentlicher Belange vorauszugehen.

(2) Die Befriedung soll mit Wirkung zum Ende des Jagdpachtvertrages erfolgen. Sofern dies dem Antragsteller unter Abwägung
mit den schutzwürdigen Belangen der Jagdgenossenschaft nicht zuzumuten ist, kann die Behörde einen früheren Zeitpunkt, der
jedoch nicht vor Ende des Jagdjahres liegt, bestimmen. In den Fällen des Satzes 2 kann die Jagdgenossenschaft vom
Grundeigentümer den Ersatz des Schadens verlangen, der ihr durch die vorzeitige Befriedung entsteht.

(3) Die Befriedung kann räumlich auf einen Teil der Antragsfläche sowie zeitlich beschränkt werden, soweit dies zur
Wahrung der Belange nach Absatz 1 Satz 2 erforderlich ist.

(4) Die Befriedung erlischt vorbehaltlich der Sätze 2 und 3 drei Monate nach Übergang des Eigentums an der befriedeten Grundfläche
auf einen Dritten. Stellt der Dritte während des Laufs der Frist nach Satz 1 einen Antrag auf erneute Befriedung, so erlischt
die bestehende Befriedung mit dem Wirksamwerden der behördlichen Entscheidung über den Antrag. Verzichtet der Dritte vor
Ablauf der Frist nach Satz 1 auf einen Antrag auf erneute Befriedung, so erlischt die bestehende Befriedung mit dem Zugang
der Verzichtserklärung bei der zuständigen Behörde. Der Grundeigentümer hat den Eigentumswechsel der zuständigen Behörde anzuzeigen. Die Befriedung ist zu widerrufen, wenn

1. der Grundeigentümer schriftlich gegenüber der zuständigen Behörde den Verzicht auf die Befriedung erklärt oder
2. der Grundeigentümer die Jagd ausübt, einen Jagdschein löst oder die Ausübung der Jagd durch Dritte auf einem ihm gehörenden Grundstück duldet.

Die Befriedung ist in der Regel zu widerrufen, wenn Tatsachen bekannt werden, die den Anspruch auf Erklärung zum befriedeten
Bezirk entfallen lassen. Die Befriedung ist unter den Vorbehalt des Widerrufs zu stellen für den Fall, dass ein oder mehrere
weitere begründete Anträge auf Befriedung in demselben Jagdbezirk gestellt werden und nicht allen Anträgen insgesamt ohne Gefährdung
der Belange nach Absatz 1 Satz 2 stattgegeben werden kann. Im Übrigen gelten die verwaltungsverfahrensrechtlichen Vorschriften
über Rücknahme und Widerruf von Verwaltungsakten.

(5) Die zuständige Behörde kann eine beschränkte Jagdausübung auf den für befriedet erklärten Grundflächen anordnen, soweit
dies zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden, der Gefahr von Tierseuchen, aus Gründen des Naturschutzes oder des Tierschutzes,
der Seuchenhygiene, der Gewährleistung der Sicherheit des Verkehrs auf öffentlichen Verkehrswegen oder der Abwendung
sonstiger Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erforderlich ist. Widerspruch und Klage gegen die Anordnung
haben keine aufschiebende Wirkung. Kommt der Grundeigentümer der Anordnung nicht nach, so kann die zuständige Behörde für
dessen Rechnung die Jagd ausüben lassen.

(6) Wildschäden an Grundstücken, die zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, hat der Grundeigentümer der befriedeten
Grundfläche nach dem Verhältnis des Flächenanteils seiner Grundfläche an der Gesamtfläche des gemeinschaftlichen
Jagdbezirks anteilig zu ersetzen. Dies gilt nicht, sofern das schädigende Wild auf der befriedeten Grundfläche nicht
vorkommt oder der Schaden auch ohne die Befriedung der Grundfläche eingetreten wäre.

(7) Der Grundeigentümer der befriedeten Fläche hat keinen Anspruch auf Ersatz von Wildschäden.

(8) Die Grundsätze der Wildfolge sind im Verhältnis des gemeinschaftlichen Jagdbezirks zu der nach Absatz 1 für
befriedet erklärten Grundfläche entsprechend anzuwenden. Einer Vereinbarung nach § 22a Absatz 2 bedarf es nicht.
Der Grundeigentümer des für befriedet erklärten Grundstücks ist über die Notwendigkeit der Wildfolge, soweit
Belange des Tierschutzes nicht entgegenstehen bereits vor Beginn der Wildfolge, unverzüglich in Kenntnis zu setzen.

(9) Das Recht zur Aneignung von Wild nach § 1 Absatz 1 Satz 1 steht in den Fällen der nach Absatz 5 behördlich
angeordneten Jagd und der Wildfolge nach Absatz 8 dem Jagdausübungsberechtigten des Jagdbezirks oder dem beauftragten Jäger zu.

(10) Die Absätze 1 bis 9 sind auf Grundflächen, die einem Eigenjagdbezirk kraft Gesetzes oder auf Grund behördlicher
Entscheidung angegliedert sind, entsprechend anzuwenden.
93) Wer vertritt die Jagdgenossenschaft?

In Bayern der Jagdvorsteher
(§9 (2) BJagdG - Jagdgenossenschaft)
(§ 11 (2) Mustersatzung der Jagdgenossenschaften - Jagdvorsteher)
(§ 5 AVBayJG - Satzung der Jagdgenossenschaft)

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§9 BJagdG - Bundesjagdgesetz - Jagdgenossenschaft:

(1) Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft.
     Eigentümer von Grundflächen, auf denen die Jagd nicht ausgeübt werden darf, gehören der Jagdgenossenschaft nicht an.

(2) Die Jagdgenossenschaft wird durch den Jagdvorstand gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Der Jagdvorstand ist
     von der Jagdgenossenschaft zu wählen. Solange die Jagdgenossenschaft keinen Jagdvorstand gewählt hat, werden die
     Geschäfte des Jagdvorstandes vom Gemeindevorstand wahrgenommen.

(3) Beschlüsse der Jagdgenossenschaft bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen, als auch der
Mehrheit der bei der Beschlußfassung vertretenen Grundfläche.

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§ 11 Mustersatzung der Jagdgenossenschaften - Jagdvorsteher

(1)
    1 Der Jagdvorsteher führt die Geschäfte der Jagdgenossenschaft.
    2 Er hat die Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen und des Jagdvorstandes vorzubereiten und durchzuführen.
    3 Insbesondere obliegt ihm
a) die Aufstellung des Haushaltsplanes und dessen Einhaltung bei der Bewirtschaftung der Haushaltsmittel nach § 14 Abs. 1 Nr. 2,
b) die Anfertigung der Jahresrechnung (Kassenbericht),
c) die Überwachung der Schrift- und Kassenführung,
d) die Aufstellung des Verteilungsplanes für die Auszahlung des Reinertrages an die einzelnen Jagdgenossen,
e) die Feststellung der Höhe der Umlagen für die einzelnen Mitglieder.
4 Die Versammlung der Jagdgenossen kann diese Aufgaben dem Jagdvorstand übertragen.

(2)
   1 Der Jagdvorsteher vertritt die Jagdgenossenschaft gerichtlich und außergerichtlich.
   2 Seine Vertretungsmacht ist auf die Durchführung der gesetzmäßig und ordnungsgemäß gefaßten Beschlüsse der
      Versammlung der Jagdgenossen und des Jagdvorstandes beschränkt.

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§ 5 AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes - Satzung der Jagdgenossenschaft

(1) Die Satzung der Jagdgenossenschaft muß folgende Vorschriften der Mustersatzung (Anlage 1) unverändert enthalten:
§ 1 (Name und Sitz der Jagdgenossenschaft),
§ 2 gibt es nicht
§ 3 (Mitglieder der Jagdgenossenschaft),
§ 4 gibt es nicht
§ 5 (Organe der Jagdgenossenschaft),
§ 6 (Versammlung der Jagdgenossen),
§ 7 (Durchführung der Versammlung der Jagdgenossen),
§ 8 (Beschlußfassung der Versammlung der Jagdgenossen),
§ 9 (Vorstand der Jagdgenossenschaft),
§ 10 (Sitzungen des Jagdvorstandes),
$ 11 (Jagdvorsteher),
$ 12 (Kassenführer),
$ 13 (Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen) und
§ 14 Abs. 1 und 2, Abs. 3 Sätze 1 und 2 und Abs. 4 (Kassenverwaltung, Geschäfts- und Wirtschaftsführung).

(2) Die Jagdgenossenschaften haben ihre Satzungen an die neue Rechtslage anzupassen und in geänderter Fassung bekanntzumachen.

(3) Die Absätze 1 und 2 finden auf Angliederungsgenossenschaften sinngemäß Anwendung.
94) Wer vertritt die Jagdgenossen?

Vertretung der Jagdgenossen in der Versammlung der Jagdgenossen:
Bei der Beschlussfassung der Jagdgenossenschaft kann sich jeder Jagdgenosse durch
- seinen Ehegatten, durch
- einen volljährigen Verwandten in gerader Linie *, durch
- eine in seinem Dienst ständig beschäftigte volljährige Person oder durch
- einen bevollmächtigten volljährigen, derselben Jagdgenossenschaft angehörenden Jagdgenossen vertreten lassen.
Für die Erteilung der Vollmacht an einen Jagdgenossen ist die schriftliche Form erforderlich.
Ein bevollmächtigter Vertreter darf höchstens einen Jagdgenossen vertreten.
Für juristische Personen handeln ihre verfassungsmäßig berufenen Organe oder deren Beauftragte.

(*) das sind Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel, etc.; nicht aber Geschwister, Onkel, Tanten
(§ 8 (3) der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften) verbindlich vorgeschrieben in Anlage 1 der AVBayJG in Verbindung mit § 5 AVBayJG

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§ 8 (3) der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften - Beschlussfassung und Stimmrecht

(1) Für das Zustandekommen eines Beschlusses gilt §11 Abs. 4 LJG.
(2) Bei Grundstücken, die im Miteigentum oder Gesamthandeigentum mehrerer Personen stehen,
kann das Stimmrecht nur einheitlich ausgeübt werden.
(3) Bei der Beschlussfassung wird offen abgestimmt, es sei denn, die Genossenschaftsversammlung
beschließt im Einzelfall, eine geheime Abstimmung mithilfe von Stimmzetteln vorzunehmen.
Bei der Abstimmung mithilfe von Stimmzetteln gelten unbeschrieben abgegebene Stimmzettel als Stimmenthaltungen.
Stimmenthaltungen zählen bei der Feststellung der Stimmenmehrheit mit.
Stimmzettel, aus denen der Wille der oder des Abstimmenden nicht unzweifelhaft erkennbar ist,
und Stimmzettel, die einen Zusatz, eine Verwahrung oder eine Vorbehalt enthalten, sind ungültig.
Bei der Abstimmung mithilfe von Stimmzetteln erhält je des Mitglied einen Stimmzettel,
auf dem die Anzahl der vertretenen Mitglieder sowie die eigene und die Flächengröße der Vertretenen vermerkt sind.
Die Stimmzettel werden durch zwei zur Geheimhaltung verpflichtete Mitglieder ausgezählt und anschließend versiegelt.

-------------------------------
§ 5 AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes - Satzung der Jagdgenossenschaft

(1) Die Satzung der Jagdgenossenschaft muß folgende Vorschriften der Mustersatzung (Anlage 1) unverändert enthalten:
§ 1 (Name und Sitz der Jagdgenossenschaft),
§ 2 gibt es nicht
§ 3 (Mitglieder der Jagdgenossenschaft),
§ 4 gibt es nicht
§ 5 (Organe der Jagdgenossenschaft),
§ 6 (Versammlung der Jagdgenossen),
§ 7 (Durchführung der Versammlung der Jagdgenossen),
§ 8 (Beschlußfassung der Versammlung der Jagdgenossen),
§ 9 (Vorstand der Jagdgenossenschaft),
§ 10 (Sitzungen des Jagdvorstandes),
$ 11 (Jagdvorsteher),
$ 12 (Kassenführer),
$ 13 (Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen) und
§ 14 Abs. 1 und 2, Abs. 3 Sätze 1 und 2 und Abs. 4 (Kassenverwaltung, Geschäfts- und Wirtschaftsführung).

(2) Die Jagdgenossenschaften haben ihre Satzungen an die neue Rechtslage anzupassen und in geänderter Fassung bekanntzumachen.

(3) Die Absätze 1 und 2 finden auf Angliederungsgenossenschaften sinngemäß Anwendung.
95) Wenn noch kein Vorstand gewählt ist, wer nimmt dann die Interessen der Jagdgenossenschaft war?

Der Gemeindevorstand (§ 9 BJagdG) als Verwalter der Jagdgenossenschaft

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§ 9 BJagdG - Jagdgenossenschaft

(1) Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören,
     bilden eine Jagdgenossenschaft. Eigentümer von Grundflächen, auf denen die Jagd nicht ausgeübt werden darf,
     gehören der Jagdgenossenschaft nicht an.

(2) Die Jagdgenossenschaft wird durch den Jagdvorstand gerichtlich und außergerichtlich vertreten.
     Der Jagdvorstand ist von der Jagdgenossenschaft zu wählen.
    Solange die Jagdgenossenschaft keinen Jagdvorstand gewählt hat, werden die Geschäfte des Jagdvorstandes
    vom Gemeindevorstand wahrgenommen.

(3) Beschlüsse der Jagdgenossenschaft bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen,
     als auch der Mehrheit der bei der Beschlußfassung vertretenen Grundfläche.
96) Welche Möglichkeiten der Pachtvergabe hat die Jagdgenossenschaft?

Versteigerung, öffentliche Ausbietung, freihändige Vergabe
- Sie kann die Verpachtung auf den Kreis der Jagdgenossen beschränken.
97) Welche Möglichkeiten außer der Verpachtung hat die Jagdgenossenschaft noch?

- Sie kann die Jagd auf eigene Rechnung durch angestellte Jäger ausüben lassen.
- Sie kann mit Zustimmung der Behörde die Jagd ruhen lassen.
98) Wenn ein Pächter gefunden worden ist, wie muss das Abstimmungsergebnis der Mitgliederversammlung sein, um gültig zu sein?

Beschlüsse der Jagdgenossenschaft* bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen
als auch der Mehrheit der bei der Beschlussfassung vertretenen Grundfläche (§ 9 (3) BJagdG).

* In Bayern heißt es abweichend vom BJagdG „Beschlüsse der Versammlung der Jagdgenossen“

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§ 9 (3) BJagdG - Jagdgenossenschaft

(3) Beschlüsse der Jagdgenossenschaft bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen,
    als auch der Mehrheit der bei der Beschlußfassung vertretenen Grundfläche.
99) Was pachtet der Jäger von der Jagdgenossenschaft bzw. vom Eigenjagdbesitzer?

Das Jagdausübungsrecht in dem gepachteten Jagdbezirk.
100) Wem steht das Jagdrecht (Recht an der Pacht) zu?

Das Jagdrecht ist untrennbar mit dem Grund und Boden verbunden, und steht dem Eigentümer zu.
Es darf aber nur in Jagdbezirken ausgeübt werden.
Das Jagdausübungsrecht kann verpachtet werden. (§ 11 (1) BJagdG)

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§ 11 (1) BJagdG - Jagdpacht

(1) Die Ausübung des Jagdrechts in seiner Gesamtheit kann an Dritte verpachtet werden. Ein Teil des Jagdausübungsrechts
kann nicht Gegenstand eines Jagdpachtvertrages sein; jedoch kann sich der Verpächter einen Teil der Jagdnutzung,
der sich auf bestimmtes Wild bezieht, vorbehalten. Die Erteilung von Jagderlaubnisscheinen regeln,
unbeschadet des Absatzes 6 Satz 2, die Länder.
101) Kann der Eigentümer einer bejagbaren Fläche die Jagd selber ausüben?

Ja – wenn er einen Jagdschein hat, diese Fläche Teil seines Eigenjagdbezirkes ist und das Jagdausübungsrecht
für diese Fläche nicht bzw. nicht mehr verpachtet ist.
102) Wenn der Jäger nun ein Revier pachtet, darf er dann im Wald auch Bäume zum Hochsitzbau fällen
, bzw. irgendwo beliebig Anpflanzungen durchführen?

Nein – er hat das Jagdausübungsrecht gepachtet und nicht das Grundstück.
Das Eigentum an den Bäumen kann man nicht pachten.
103) Ein Bauer hat seine Felder von ca. 90 ha an einen anderen Bauern, der einen Jagdschein hat verpachtet.
Darf dieser Pächter darin auch die Jagd ausüben?

Nein – darf er nicht. Er hat die Felder gepachtet, und nicht das Jagdausübungsrecht.
104) Ist der Bauer, der die Felder gepachtet hat, auch Mitglied der Jagdgenossenschaft?

Nein. Nur der Verpächter des Grundstücks ist Mitglied der Jagdgenossenschaft.

Hinweis und Erläuterung:
Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft. (§ 9 (1) BJagdG)
Mitglieder der Jagdgenossenschaft (Jagdgenossen) sind die Eigentümer oder Nutznießer - jedoch nicht die Pächter - der Grundflächen,
die das Gemeinschaftsjagdrevier bilden. (§ 3 der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften)

Der Begriff „Nutznießer“ darf nicht mit „Nutzungsberechtigter“ verwechselt werden.
Nutznießer ist, wem ein Nießbrauchsrecht zusteht (Eintrag im Grundbuch).

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§ 9 (1) BJagdG - Jagdgenossenschaft
(1) Die Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft.
Eigentümer von Grundflächen, auf denen die Jagd nicht ausgeübt werden darf, gehören der Jagdgenossenschaft nicht an.
(2) Die Jagdgenossenschaft wird durch den Jagdvorstand gerichtlich und außergerichtlich vertreten.
Der Jagdvorstand ist von der Jagdgenossenschaft zu wählen. Solange die Jagdgenossenschaft keinen Jagdvorstand
gewählt hat, werden die Geschäfte des Jagdvorstandes vom Gemeindevorstand wahrgenommen.
(3) Beschlüsse der Jagdgenossenschaft bedürfen sowohl der Mehrheit der anwesenden und vertretenen Jagdgenossen,
als auch der Mehrheit der bei der Beschlußfassung vertretenen Grundfläche.

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§ 3 der Mustersatzung der Jagdgenossenschaften - Jagdgenossen, Jagdkataster

(1) Jagdgenossen sind die Eigentümer der Grundflächen, die den gemeinschaftlichen Jagdbezirk bilden und
auf denen die Jagd uneingeschränkt ausgeübt werden darf.
(2) Die Jagdgenossenschaft führt ein Verzeichnis über die Jagdgenossen und deren Flächenbeteiligung (Jagdkataster).
Zu diesem Zweck haben die Jagdgenossen der Jagdgenossenschaft geeignete Unterlagen, wie Grundbuchauszüge
oder rechtskräftige Vermögenszuordnungsbescheide des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen,
unaufgefordert und kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Rechtsänderungen in den Eigentumsverhältnissen sind
der Jagdgenossenschaft binnen eines Monats schriftlich oder elektronisch mitzuteilen.
105) Ein Bauer besitzt neben seinen Feldern auch einen kleinen Wald. Steht ihm neben dem Jagdrecht auch das Jagdausübungsrecht zu?

Ja, wenn die Flächen seinem Eigenjagdbezirk angehören und das Jagdausübungsrecht auf der Fläche nicht oder nicht mehr verpachtet ist.
106) Was schließt das Jagen ein?

Die Hege des Wildes
107) Sie haben ein Revier gepachtet. Dürfen Sie alle darin vorkommenden Tierarten bejagen?

Nur Tiere die dem Jagdrecht unterliegen – und die nicht mit der Jagd zu verschonen sind (Schonzeit, Elterntierregelung).
Im Rahmen des Jagdschutzes dürfen auch freilebende Tiere der nicht besonders geschützten Arten erlegt werden,
im Rahmen der Kormoranverordnung auch dieser.
108) Was ist Wild?

Wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen (§2 BJagdG)
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§2 BJagdG - Tierarten

(1) Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, sind:
1. Haarwild:
Wisent (Bison bonasus L.),
Elchwild (Alces alces L.),
Rotwild (Cervus elaphus L.),
Damwild (Dama dama L.),
Sikawild (Cervus nippon TEMMINCK),
Rehwild (Capreolus capreolus L.),
Gamswild (Rupicapra rupicapra L.),
Steinwild (Capra ibex L.),
Muffelwild (Ovis ammon musimon PALLAS),
Schwarzwild (Sus scrofa L.),
Feldhase (Lepus europaeus PALLAS),
Schneehase (Lepus timidus L.),
Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus L.),
Murmeltier (Marmota marmota L.),
Wildkatze (Felis silvestris SCHREBER),
Luchs (Lynx lynx L.),
Fuchs (Vulpes vulpes L.),
Steinmarder (Martes foina ERXLEBEN),
Baummarder (Martes martes L.),
Iltis (Mustela putorius L.),
Hermelin (Mustela erminea L.),
Mauswiesel (Mustela nivalis L.),
Dachs (Meles meles L.),
Fischotter (Lutra lutra L.),
Seehund (Phoca vitulina L.);





2. Federwild:
Rebhuhn (Perdix perdix L.),
Fasan (Phasianus colchicus L.),
Wachtel (Coturnix coturnix L.),
Auerwild (Tetrao urogallus L.),
Birkwild (Lyrurus tetrix L.),
Rackelwild (Lyrus tetrix x Tetrao urogallus),
Haselwild (Tetrastes bonasia L.),
Alpenschneehuhn (Lagopus mutus MONTIN),
Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo L.),
Wildtauben (Columbidae),
Höckerschwan (Cygnus olor GMEL.),
Wildgänse (Gattungen Anser BRISSON und Branta SCOPOLI),
Wildenten (Anatinae),
Säger (Gattung Mergus L.),
Waldschnepfe (Scolopax rusticola L.),
Bläßhuhn (Fulica atra L.),
Möwen (Laridae),
Haubentaucher (Podiceps cristatus L.),
Großtrappe (Otis tarda L.),
Graureiher (Ardea cinerea L.),
Greife (Accipitridae),
Falken (Falconidae),
Kolkrabe (Corvus corax L.).
(2) Die Länder können weitere Tierarten bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen.
(3) Zum Schalenwild gehören Wisente, Elch-, Rot-, Dam-, Sika-, Reh-, Gams-, Stein-, Muffel- und Schwarzwild.
(4) Zum Hochwild gehören Schalenwild außer Rehwild, ferner Auerwild, Steinadler und Seeadler.

  Alles übrige Wild gehört zum Niederwild.
109) Wem gehört das in Ihrem Revier vorkommende Wild?

Niemanden, es ist herrenlos.
110) Welche Konsequenzen hat das für den Pächter?

Er muß nicht für Sachschäden wie z.B. Verkehrsunfalle aufkommen, die "sein" Wild verursacht hat.
Er hat auch keinen Anspruch auf das Wild, darf es z.B. nicht daran hindern in andere Reviere zu wechseln.
104) Was ist Wildschadenspflichtigen Wild?

Alles Schalenwild, Fasan, Wildkaninchen
105) Am 1. Dezember meldet der Waldbesitzer enormen Fegeschäden durch Rehwild an seinen jungen Bäumen.
Muss der Revierinhaber diese Schäden zahlen?

1. Es kommt zunächst darauf an, wann der Fegeschaden entstanden ist. Adultes Rehwild verfegt das Geweih etwa April bis Juni,
Kitze fegen das Erstlingsgehörn von Ende Dezember bis Januar, die Reviermarkierung findet vor und in der Brunft (Juli/August) statt.
Man darf also annehmen, dass der Fegeschaden vor dem 1. Oktober entstanden und somit „verfristet“ ist.
Der Geschädigte ist hier beweispflichtig. (§ 34 BJagdG)

2. Sollte der Schaden nach dem 1. Oktober entstanden und somit fristgerecht angemeldet sein, dann ist der Wildschaden
ersatzpflichtig, wenn es sich um Bäume der im Jagdbezirk vorkommenden Hauptholzarten handelt oder Schutzvorrichtungen
vorhanden waren, „die unter gewöhnlichen Umständen zur Abwendung des Schadens“ ausgereicht hätten. (§§ 29, 31 und 32 BJagdG).

3. Der Revierinhaber ist zum Ersatz des Wildschadensverpflichtet, wenn er die Ersatzpflicht durch Vertrag (z.B. Jagdpachtvertrag)
übernommen hat oder die geschädigte Fläche zu einem Eigenjagdbezirk gehört, er den Schaden durch unzureichenden
Abschuss verursacht hat (Beweispflicht beim Geschädigten) und eine haftungsausschließende
vertragliche Regelung nicht besteht. (§ 29 Absätze 1- 3 BJagdG).

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§ 34 BJagdG - Geltendmachung des Schadens

Der Anspruch auf Ersatz von Wild- oder Jagdschaden erlischt, wenn der Berechtigte den Schadensfall nicht binnen einer Woche,
nachdem er von dem Schaden Kenntnis erhalten hat oder bei Beobachtung gehöriger Sorgfalt erhalten hätte,
bei der für das beschädigte Grundstück zuständigen Behörde anmeldet.
Bei Schaden an forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken genügt es, wenn er zweimal im Jahre,
jeweils bis zum 1. Mai oder 1. Oktober, bei der zuständigen Behörde angemeldet wird.

Die Anmeldung soll die als ersatzpflichtig in Anspruch genommene Person bezeichnen.

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§ 29 BJagdG

§ 29 - BJagdG - Schadensersatzpflicht

(1) Wird ein Grundstück, das zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehört oder einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk angegliedert
ist (§ 5 Abs. 1), durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen beschädigt, so hat die Jagdgenossenschaft dem Geschädigten
den Wildschaden zu ersetzen.
Der aus der Genossenschaftskasse geleistete Ersatz ist von den einzelnen Jagdgenossen nach dem Verhältnis des Flächeninhalts
ihrer beteiligten Grundstücke zu tragen.
Hat der Jagdpächter den Ersatz des Wildschadens ganz oder teilweise übernommen, so trifft die Ersatzpflicht den Jagdpächter.
Die Ersatzpflicht der Jagdgenossenschaft bleibt bestehen, soweit der Geschädigte Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(2) Wildschaden an Grundstücken, die einem Eigenjagdbezirk angegliedert sind (§ 5 Abs. 1), hat der Eigentümer oder der Nutznießer
des Eigenjagdbezirks zu ersetzen.
Im Falle der Verpachtung haftet der Jagdpächter, wenn er sich im Pachtvertrag zum Ersatz des Wildschadens verpflichtet hat.
In diesem Falle haftet der Eigentümer oder der Nutznießer nur, soweit der Geschädigte Ersatz von dem Pächter nicht erlangen kann.

(3) Bei Grundstücken, die zu einem Eigenjagdbezirk gehören, richtet sich, abgesehen von den Fällen des Absatzes 2,
die Verpflichtung zum Ersatz von Wildschaden (Absatz 1) nach dem zwischen dem Geschädigten und dem Jagdausübungsberechtigten
bestehenden Rechtsverhältnis. Sofern nichts anderes bestimmt ist, ist der Jagdausübungsberechtigte ersatzpflichtig,
wenn er durch unzulänglichen Abschuß den Schaden verschuldet hat.

(4) Die Länder können bestimmen, daß die Wildschadensersatzpflicht auch auf anderes Wild ausgedehnt wird und daß der
Wildschadensbetrag für bestimmtes Wild durch Schaffung eines Wildschadensausgleichs auf eine Mehrheit
von Beteiligten zu verteilen ist (Wildschadensausgleichskasse).

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§ 31 BJagdG - Umfang der Ersatzpflicht

(1) Nach den §§ 29 und 30 ist auch der Wildschaden zu ersetzen, der an den getrennten, aber noch nicht eingeernteten
Erzeugnissen eines Grundstücks eintritt.

(2) Werden Bodenerzeugnisse, deren voller Wert sich erst zur Zeit der Ernte bemessen läßt, vor diesem Zeitpunkt durch
Wild beschädigt, so ist der Wildschaden in dem Umfange zu ersetzen, wie er sich zur Zeit der Ernte darstellt.
Bei der Feststellung der Schadenshöhe ist jedoch zu berücksichtigen, ob der Schaden nach den Grundsätzen einer
ordentlichen Wirtschaft durch Wiederanbau im gleichen Wirtschaftsjahr ausgeglichen werden kann.

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§ 32 BJagdG - Schutzvorrichtungen

(1) Ein Anspruch auf Ersatz von Wildschaden ist nicht gegeben, wenn der Geschädigte die von dem Jagdausübungsberechtigten
zur Abwehr von Wildschaden getroffenen Maßnahmen unwirksam macht.

(2) Der Wildschaden, der an Weinbergen, Gärten, Obstgärten, Baumschulen, Alleen, einzelstehenden Bäumen, Forstkulturen
die durch Einbringen anderer als der im Jagdbezirk vorkommenden Hauptholzarten einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind,
oder Freilandpflanzungen von Garten- oder hochwertigen Handelsgewächsen entsteht, wird, soweit die Länder nicht anders
bestimmen, nicht ersetzt, wenn die Herstellung von üblichen Schutzvorrichtungen unterblieben ist, die unter gewöhnlichen
Umständen zur Abwendung des Schadens ausreichen. Die Länder können bestimmen, welche Schutzvorrichtungen als üblich anzusehen sind.
 
106) Welche Art von Wildschäden gibt es?

- Fege-, Schäl- und Verbissschäden an Bäumen und Büschen,
- Fraßschäden z.B. Aufnahme der Aussaat, Abäsen von Pflanzen oder Grünflächen
- Schäden durch Lagern und Niedertrampeln
- Schäden an der Grundstückssubstanz z.B. Brechen oder Garben von Bauen (insbesondere durch Kaninchen)
107) Sie haben ein Revier gepachtet und wollen eine Gesellschaftsjagd veranstalten.
Was ist eine Gesellschaftsjagd und was müssen Sie dabei beachten?

Eine Gesellschaftsjagd ist die Jagd an der mehr als vier Personen teilnehmen. (Art. 30 BayJG)
Die Inhaber von Jugendjagdscheinen dürfen an Gesellschaftsjagden nicht teilnehmen (§ 16 (3) BJagdG)
Für eine Gesellschaftsjagd ist ein Jagdleiter notwendig (§ 4 VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd“)

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Lesen und wissen!
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§ 4 VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd" - Besondere Bestimmungen für Gesellschaftsjagden

(1) Bei Gesellschaftsjagden muss der Unternehmer einen Jagdleiter bestimmen, wenn er nicht selbst
diese Aufgabe wahrnimmt. Die Anordnungen des Jagdleiters sind zu befolgen.

(2) Der Jagdleiter hat den Schützen und Treibern die erforderlichen Anordnungen für den gefahrlosen Ablauf
der Jagd zu geben. Er hat insbesondere die Schützen und Treiber vor Beginn der Jagd zu belehren
und ihnen die Signale bekanntzugeben.

(3) Sofern der Jagdleiter nichts anderes anordnet, ist die Waffe erst auf dem Stand zu laden und nach
Beendigung des Treibens sofort zu entladen.

(4) Der Jagdleiter hat Personen, die infolge mangelnder geistiger und körperlicher Eignung besonders unfallgefährdet sind,
die Teilnahme an der Jagd zu untersagen.

(5) Der Jagdleiter kann für einzelne Aufgaben Beauftragte einsetzen.

(6) Bei Standtreiben haben der Jagdleiter oder die von ihm zum Anstellen bestimmten Beauftragten den Schützen ihre jeweiligen
Stände anzuweisen und den jeweils einzuhaltenden Schussbereich genau zu bezeichnen.
Nach Einnehmen der Stände haben sich die Schützen mit den jeweiligen Nachbarn zu verständigen;
bei fehlender Sichtverbindung hat der Jagdleiter diese Verständigung sicherzustellen.
Sofern der Jagdleiter nichts anderes bestimmt, darf der Stand vor Beendigung des Treibens weder verändert noch verlassen werden.
Verändert oder verlässt ein Schütze mit Zustimmung des Jagdleiters seinen Stand,
so hat er sich vorher mit seinen Nachbarn zu verständigen.

(7) Wenn sich Personen in gefahrbringender Nähe befinden, darf in diese Richtung weder angeschlagen noch geschossen werden.
Ein Durchziehen mit der Schusswaffe durch die Schützen- oder Treiberlinie ist unzulässig.

(8) Mit Büchsen- oder Flintenlaufgeschossen darf nicht in das Treiben hineingeschossen werden.
Ausnahmen kann der Jagdleiter nur unter besonderen Verhältnissen zulassen, sofern hierdurch eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

(9) Bei Kesseltreiben bestimmt der Jagdleiter, ab wann nicht mehr in den Kessel geschossen werden darf;
spätestens darf jedoch nach dem Signal „Treiber rein“ nicht mehr in den Kessel geschossen werden.

(10) Die Waffe ist außerhalb des Treibens stets ungeladen, mit geöffnetem Verschluss und mit der Mündung nach oben
oder abgeknickt, zu tragen. Bei besonderen Witterungsverhältnissen kann der Jagdleiter zulassen, dass Waffen geschlossen
und mit der Mündung nach unten getragen werden, wenn sie entladen sind.

(11) Durchgeh- oder Treiberschützen dürfen während des Treibens nur entladene Schusswaffen mitführen. Dies gilt nicht für
Feldstreifen und Kesseltreiben.

(12) Bei Gesellschaftsjagden müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben.

(13) Bei schlechten Sichtverhältnissen hat der Jagdleiter die Jagd einzustellen.
 
108) Wo steht denn, daß ein Jagdleiter bestimmt werden muß?

In der „UVV Jagd“
Im § 4 der VSG 4.4 „Unfallverhütungsvorschrift Jagd“
109) Wer gibt die UVV-Jagd heraus?

Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG)
110) Was ist eine Drückjagd?

Aus rechtlicher Sicht ist eine Drückjagd eine der Treibjagd ähnliche Jagd, bei der jedoch höchstens vier Personen
als Treiber oder Abwehrer teilnehmen dürfen.
Im Gegensatz zur Treibjagd darf bei der Drückjagd alles Schalenwild erlegt werden.

Bei einer Drückjagd gehen maximal vier Treiber – mit oder ohne Begleitung von Hunden – ruhig durch das zu bejagende Gebiet,
um die Wildtiere langsam in Bewegung zu bringen und aus den Einständen zu „drücken“.
Das Wild wird im Gegensatz zur Treibjagd nicht hochflüchtig aus seinen Einständen getrieben, sondern zieht in gemäßigtem Tempo durch das bejagte Gebiet.
Das Wild kommt zumeist auf seinen gewohnten Wechseln auf die wartenden Jäger zu.
Diese haben ausreichend Zeit, das Wild zu anzusprechen und zu erlegen – oder eben auch nicht.
111) Sie sind im Oktober auf eine Treibjagd eingeladen, stehen an Ihrem Stand und das Treiben ist angeblasen.
Nun wechselt ein Schmalreh über die Lichtung. Was tun Sie?

Nicht schießen. Rehe dürfen auf einer Treibjagd nicht geschossen werden.
112) Die Treibjagd (im Oktober) war nicht so erfolgreich und Sie beschließen, gegen 22:00 Uhr, sich noch auf den Fuchs anzusetzen.
Ist das erlaubt?

Der Fuchs darf ganzjährig auch nachts gejagt werden.
113) Wann ist Nachtzeit?

1,5 Stunden nach Sonnenuntergang bis 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang.
114) Sie sitzen Ende Mai an und sehen ein Stück Schwarzwild. Wie verhalten Sie sich?

Ich spreche das Stück an und prüfe insbesondere ob es ein Frischling, ein Überläufer oder ein älteres Stück ist.
Des Weiteren stelle ich fest ob es sich um ein führendes Elterntier handelt (Frischling in der Nähe, „gezogene Striche“).
Frischlinge und Überläufer dürfen ganzjährig bejagt werden, jedoch ist die Elterntierregelung zu beachten.

Schwarzwild:
Keiler 16. Juni - 31. Januar
Bachen 16. Juni - 31. Januar
Überläufer ganzjährig
Frischlinge ganzjährig
115) Sie erlegen beim Ansitzen einen Schäferhund, der auf dem vor Ihnen liegenden Feld ein Reh gehetzt hat. Dürfen Sie das?

Der Hund hat erkennbar dem Wild nachgestellt (gehetzt) und war in der Lage es zu gefährden.
Wenn der Hund nicht als Jagd-, Dienst-, Blinden- oder Hirtenhund erkennbar war, durfte er getötet werden.
ACHTUNG!
Würde die Frage lauten „ein Reh gehetzt hatte“, dann wäre der Abschuss unzulässig gewesen,
denn der Hund hatte dann das Nachstellen aufgegeben.
116) Sie sind Revierinhaber und treffen im Wald auf einen zur Jagd gerüsteten Mann. Was dürfen Sie unternehmen?

Der Jagdschutzberechtigte darf Personen, die widerrechtlich in seinem Revier jagen, oder außerhalb der allgemein gebräuchlichen
Wege jagdlich gerüstet angetroffen werden anhalten und ihre Personalien feststellen.
Er darf ihnen auch erlegtes Wild, Waffen, Fanggeräte, Hunde, Frettchen oder Beizvögel abnehmen.
Wildernde Hunde und streunende Katzen zu töten.
117) Dürfen Sie als Revierinhaber auch sein Auto durchsuchen?

Nein.

Mit "Nein" ist die Frage beantwortet.
Ob die Polizei, ein Staatsanwalt oder ein bestätigter Jagdaufseher, der Berufsjäger ist, das Auto durchsuchen dürften ist nicht gefragt.
118) Sie sind Jagdgast und treffen im Wald auf einen zur Jagd gerüsteten Mann. Was dürfen Sie unternehmen?

Ich als Jagdgast habe keine Befugnis den Mann aufzuhalten.
Ggf. greife ich zum Handy und informiere den Revierinhaber.
119) Ein Jagdgast mit eingeschränktem Jagdschutz hat einen wildernden Hund angeschossen,
der schwer verletzt in das im Revier liegende Anwesen flüchtet. War der Jagdgast dazu berechtigt?

Ja - Wenn die Absicht des Jagdgastes darin bestand den wildernden Hund, im Rahmen des übertragenen Jagdschutzes,
zu töten, dann war die Handlung rechtmäßig.
120) Muss ein Jagdgast, der einen wildernden Hund krank geschossen hat, diesen Hund nachsuchen?
Das sachliche Gebot krankgeschossenes Wild zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen
(Art. 29 Absatz 1 BayJG), erstreckt sich ausdrücklich nur auf Wild.
Der Hund ist aber kein Wild - von daher muß er nicht nachgesucht werden.
Aber zumindest aus moralischen Gründen muß nachgesucht werden, es besteht
aber keine Berechtigung einen Fangschuss anzutragen.

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Art. 29 Absatz 1 BayJG - Sachliche Gebote und Verbote
(1) Auf krankgeschossenes Wild ist zeitgerecht und fachgemäß nachzusuchen.
121) Ein Jagdgast schießt einen wildernden Hund krank, der sich dann in ein Anwesen flüchtet.
Darf er das Anwesen betreten und dem Hund einen Fangschuß geben?

Weder darf er das Anwesen ohne Erlaubnis betreten, noch hat er eine Berechtigung den Hund zu töten, da dieser nicht mehr wildert.
122) Wem steht das Aneignungsrecht im Befriedeten Bezirk zu?

1. Wurde eine jagdlich Handlung im befriedeten Bezirk durch die Untere Jagdbehörde gestattet, so hat das Aneigungsrecht
    derjenige, dem die jagdliche Handlung gestattet worden ist. (Art. 6 (3) Satz 5 BayJG)

2. In befriedeten Bezirken darf sich - unbeschadet der Vorschriften des Art. 38 BayJG - der Grundstückseigentümer
   oder Nutzungsberechtigte verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen aneignen. (§ 1 (2) AVBayJG)

3. Flüchtet krankes oder krankgeschossenes Wild in einen befriedeten Bezirk und wird es dabei verfolgt,
   so steht das Aneignungsrecht dem Revierinhaber zu. Der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte von Wohngebäuden,
   Hofräumen und Hausgärten, die unmittelbar an eine „menschliche Behausung“ angrenzen hat dem Revierinhaber
   das Wild herauszugeben. (Art. 38 BayJG).

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Art. 6 (3) Satz 5 BayJG - Bayerisches Jagdgesetz

(3) In befriedeten Bezirken kann die Jagdbehörde dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten, dem Revierinhaber oder deren
    Beauftragten bestimmte Jagdhandlungen unter Beschränkung auf bestimmte Wildarten und auf eine bestimmte Zeit gestatten.
    Eines Jagdscheins bedarf es nicht.
    Jagdhandlungen mit der Schusswaffe dürfen dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten
   oder einem Beauftragten nur gestattet werden, wenn diese im Besitz eines gültigen Jagdscheins oder für den Gebrauch
   von Schusswaffen im Sinn des § 17 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes ausreichend versichert sind.
   Die waffenrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.
   Das Aneignungsrecht hat derjenige, dem oder dessen Beauftragten die Jagdhandlung gestattet wurde.

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Art. 38 BayJG - Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes in befriedeten Bezirken

1 Die Verfolgung kranken oder krankgeschossenen Wildes im eigenen Jagdrevier ist in Gebieten zulässig,
   in denen die Jagd ruht oder nur eine beschränkte Jagdausübung gestattet ist.
2 Das gilt nicht für Gebäude, Hofräume und Hausgärten im Sinn von Art. 6 Abs. 1 Nrn. 1 und 2;
   dem Revierinhaber steht jedoch auch in diesen Fällen das Aneignungsrecht zu; der Grundstückseigentümer oder
  Nutzungsberechtigte ist zur Herausgabe verpflichtet.

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§ 1 (2) AVBayJG - Jagdhandlungen in befriedeten Bezirken

(1) Die Gestattung nach Art. 6 Abs. 3 Satz 1 BayJG gilt als erteilt, wenn der Revierinhaber mit Zustimmung des Grundstückseigentümers
     oder Nutzungsberechtigten die Jagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen mit Fanggeräten
     (§ 19 Abs. 1 Nr. 9 des Bundesjagdgesetzes - BJagdG -, Art. 29 Abs. 2 Nr. 2 BayJG) innerhalb der Jagdzeiten ausübt.
(2) In befriedeten Bezirken darf sich - unbeschadetder Vorschriften des Art. 38 BayJG - der Grundstückseigentümer oder Nutzungsberechtigte
    verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen aneignen.
123) Ein Bauer bittet Sie, als Revierinhaber, in seinem Hofraum eine Falle zum Fang eines Marders aufzustellen.
Dürfen Sie das?


Unterstellt der Hausgarten oder Hofraum erfüllt die Bedingungen an einen befriedeten Bezirk, so gilt:
Hat der Marder zur fraglichen Zeit Jagdzeit, so darf der Revierinhaber der Bitte des Bauern entsprechen,
wenn er (der Revierinhaber) nicht auf die Ausübung der Fallenjagd verzichtet hat.
Die Falle muss den Vorschriften des Art. 29a BayJG und der §§ 12a oder 12b AVBayJG entsprechen.
Eine Falle für den Totfang darf nur in einem Fangbunker, einem Fanggarten oder sonst einem geschlossenen Raum aufgestellt werden.
Einer Gestattung durch die Untere Jagdbehörde (UJB) bedarf es nicht, denn diese gilt gem. § 1 (1) AVBayJG als erteilt.
Die Verwendung einer Schlagfalle ist der UJB jedoch vorher anzuzeigen (§ 12c AVBayJG).
Die Vorschriften über die Kennzeichnung und Überprüfung von Schlagfallen sind zu beachten (§§ 12e ff AVBayJG)

Erläuterung:
Ein Hofraum oder Hausgarten ist ein befriedeter Bezirk, wenn er sich unmittelbar an ein Gebäude anschließt,
dass dem Aufenthalt von Menschen dient und umfriedet ist. (Art. 6 (1) BayJG).

In befriedeten Bezirken ruht die Jagd (§ 6 BJagdG)

In befriedeten Bezirken kann die Jagdbehörde dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten, dem Revierinhaber oder deren
Beauftragten bestimmte Jagdhandlungen unter Beschränkung auf bestimmte Wildarten und auf eine bestimmte Zeit gestatten. (Art. 6 (3) BayJG).

Die Gestattung nach Art. 6 Abs. 3 Satz 1 BayJG gilt als erteilt, wenn der Revierinhaber mit Zustimmung des
Grundstückseigentümers oder Nutzungsberechtigten die Jagd auf Haarraubwild und Wildkaninchen mit Fanggeräten
(§ 19 Abs. 1 Nr. 9 des Bundesjagdgesetzes - BJagdG -, Art. 29 Abs. 2 Nr. 2 BayJG) innerhalb der Jagdzeiten ausübt. (§ 1 (1) AVBayJG)

Gem. § 19 (1) Nr. 9 dürfen nur Fangeräte benutzt werden, die „unversehrt fangen“ oder „sofort töten“.
Gem. Art. 29 (2) BayJG darf die Jagd mit Fanggeräten nur auf Raubwild und Wildkaninchen ausgeübt
werden, auf den Art 29a BayJG wird verwiesen.

Die §§ 12 a „Fallen für den Lebendfang“ und 12b „Fallen für den Totfang“ der AvBayJG beschreiben die in Bayern zulässigen Fanggeräte.

Hat der Marder zu der geplanten Zeit Schonzeit (1. März bis 15. Oktober) so darf dem Ansinnen des Bauern nicht entsprochen werden.
124) Darf der Bauer in seinem Garten selber Fallen stellen, um einen Marder zu fangen?

Unterstellt der Garten ist ein befriedeter Bezirk, dann:
Ja, wenn ihm die Untere Jagbehörde die jagdliche Handlung vorher gestattet hat. (Art. 6 (3) BayJG)
Die Vorschriften über die Fangjagd § 29a BayJG und §§ 12a ff AVBayJG und die Jagd und Schonzeiten sind zu beachten.

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Art. 6 (3) BayJG - Befriedete Bezirke; Ruhen der Jagd:

(3)
1  In befriedeten Bezirken kann die Jagdbehörde dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten,
   dem Revierinhaber oder deren Beauftragten bestimmte Jagdhandlungen unter Beschränkung
   auf bestimmte Wildarten und auf eine bestimmte Zeit gestatten.
2 Eines Jagdscheins bedarf es nicht.
3 Jagdhandlungen mit der Schußwaffe dürfen dem Eigentümer, dem Nutzungsberechtigten oder
   einem Beauftragten nur gestattet werden, wenn diese im Besitz eines gültigen Jagdscheins
   oder für den Gebrauch von Schußwaffen im Sinn des § 17 Abs. 1 Nr. 4 des Bundesjagdgesetzes
   ausreichend versichert sind.
4 Die waffenrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.
5 Das Aneignungsrecht hat derjenige, dem oder dessen Beauftragten die Jagdhandlung gestattet wurde

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§ 29a BayJG - Jagd mit Fallen:

(1) Die verwendeten Fallen müssen ihrer Bauart nach Mindestanforderungen erfüllen, die ein sofortiges
     Töten oder einen unversehrten Lebendfang gewährleisten. Fangeisen dürfen nur verwendet werden, wenn zusätzlich
   1. ihre Betriebssicherheit regelmäßig überprüft wird und
   2. sie dauerhaft so gekennzeichnet sind, daß ihr Besitzer feststellbar ist.

(2) Fangeisen dürfen nur in geschlossenen Räumen, Fangbunkern oder Fanggärten, in denen die Schlagfalle nach oben verblendet
     ist, so aufgestellt werden, daß von ihnen keine Gefährdung von Menschen, geschützten Tieren und Haustieren ausgeht.
     Art. 42 Abs. 1 Nr. 2 bleibt unberührt.

(3) Die Verwendung von Schlagfallen ist der Jagdbehörde anzuzeigen.

(4) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Staatsministerium
     für Umwelt und Verbraucherschutz das Nähere durch Rechtsverordnung zu regeln.
     Mit der Durchführung der Lehrgänge (Art. 28 Abs. 1 Satz 4), der Überprüfung der Fangeisen
     auf ihre Betriebssicherheit, ihrer Kennzeichnung und Registrierung (Absatz 1 Satz 2 Nrn. 1 und 2) kann der
     Landesjagdverband Bayern e. V. betraut werden;
     in diesem Fall hat der Landesjagdverband Bayern e. V. oder dessen zuständige Kreisgruppe
     der Jagdbehörde auf Verlangen die Ergebnisse der Funktionsprüfung sowie die Namen und
     Anschriften der Besitzer der gekennzeichneten Fangeisen mitzuteilen.

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AVBayJG - Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes:
§ 12a Fallen für den Lebendfang
§ 12b Fallen für den Totfang
§ 12c Anzeigepflicht
§ 12d Überprüfung der Fangeisen
§ 12e Kennzeichnung und Registrierung der Fangeisen
§ 12f Prüfstelle, Aufsicht


§ 12a Fallen für den Lebendfang:

(1) Fallen für den Lebendfang müssen so beschaffen sein, dass eine Verletzung der gefangenen Tiere ausgeschlossen ist.
     Die Verwendung von Drahtgitter ist nur für Kontrollöffnungen und für Drahtgitterfallen zum Lebendfang von Jungfüchsen zulässig.

(2) Für den Lebendfang dürfen nur folgende Fallentypen mit den entsprechenden Mindestgrößen (Innenmaße) verwendet werden:


 
1. Kastenfalle für Wiesel (Wiesel-Wippbrettfalle):
Länge: 50 cm
Breite: 8 cm
Höhe: 8 cm vorne, 13 cm hinten
4. Drahtgitterfalle für Jungfüchse:
Länge: 85 cm oben, 40 cm unten
Breite: 20 cm
Höhe: 20 cm vorne, 40 cm hinten
2. Kastenfalle für Tiere unter Fuchsgröße:
Länge: 100 cm
Breite: 15 cm
Höhe: 15 cm
Einschlupfbreite und -höhe: 15 cm x 15 cm,
falls die Mindestgrößen für die Breite und Höhe überschritten werden.
5. Röhrenfalle für Tiere unter Fuchsgröße:
Länge: 100 cm
Durchmesser: 15 cm
3. Kastenfalle für Tiere ab Fuchsgröße:
Länge: 130 cm
Breite: 25 cm
Höhe: 25 cm
6. Röhrenfalle für Tiere ab Fuchsgröße:
Länge: 130 cm
Durchmesser: 25 cm.









 

 

 

Die Fallen müssen so gebaut oder verblendet sein, dass dem gefangenen Tier die Sicht nach außen möglichst verwehrt wird.
Die Wiesel-Wippbrettfalle muss außerdem so konstruiert sein, dass der Fang kleinerer Tiere verhindert wird.

(3) Die Jagdbehörde kann über Absatz 2 Satz 1 hinaus den Einsatz anderer Fallen zulassen, wenn diese einen unversehrten Fang
     im Sinn von § 19Abs. 1 Nr. 9 BJagdG und Art. 29a Abs. 1 Satz 1 BayJG gewährleisten.

(4) Fängisch gestellte Fallen müssen täglich einmal am Morgen, Wiesel-Wippbrettfallen täglich zweimal - mittags und abends -,
    die Drahtgitterfalle zum Fang von Jungfüchsen tagsüber im Abstand von zwei Stunden kontrolliert werden.


§ 12b - Fallen für den Totfang:

(1) Als Fallen für den Totfang (Schlagfallen) dürfen nur Fangeisen mit zwei Halbrundbügeln und einer oder zwei Spannfedern
     (sog. "Schwanenhälse" oder "Eiabzugseisen") verwendet werden, wenn sie
  1. über einen Köderabzug ausgelöst werden und
  2. im Verhältnis zur Bügelweite folgende Mindestklemmkräfte in Newton (N) einhalten:

Bügelweite        33 cm bis 41 cm: 150 N
Bügelweite über 41 cm bis 51 cm: 175 N
Bügelweite über 51 cm bis 66 cm: 200 N
Bügelweite über 66 cm bis 74 cm: 300 N

(2) Die Jagdbehörde kann über Absatz 1 hinaus den Einsatz anderer Schlagfallen im Einzelfall zulassen, wenn sie ein sofortiges Töten
     gewährleisten und Belange der öffentlichen Sicherheit und des Artenschutzes nicht entgegenstehen.

(3) Fängisch gestellte Fallen müssen täglich am Morgen kontrolliert werden.


§ 12c Anzeigepflicht (Zu Art. 29a Abs. 3, 4 Satz 1 BayJG):

Wer Schlagfallen verwendet, hat dies vorher der Jagdbehörde anzuzeigen, in deren Bezirk sie eingesetzt werden sollen.
Die Anzeige muss folgende Angaben enthalten:

1. Anzahl und Art der Fallen,
2. Kennzeichen der Fangeisen (Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BayJG, § 12e),
3. Einsatzort (Jagdrevier) und Verwendungszeitraum.

Bei Änderung der angezeigten Verhältnisse ist entsprechend zu verfahren.


§ 12d - Überprüfung der Fangeisen (Zu Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und Abs. 4 BayJG):

(1) Die Besitzer haben die Fangeisen vor der erstmaligen Verwendung und in Zeitabständen von fünf Jahren auf ihre Kosten durch
    die Prüfstelle (§ 12f) prüfen zu lassen. Sie haben den Monat, in dem die Fallen spätestens erneut zu prüfen sind,
    durch ein Prüfzeichen, das auf dem Hauptfallenkörper der Fangeisen dauerhaft anzubringen ist, nachzuweisen.

(2) Das Prüfzeichen ist von der Prüfstelle zuzuteilen, wenn keine Bedenken gegen die Betriebssicherheit (Funktionssicherheit) der Falle
    bestehen, insbesondere die vorgeschriebene Mindestklemmkraft eingehalten wird.


§ 12e - Kennzeichnung und Registrierung der Fangeisen (Zu Art. 29a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und Abs. 4 BayJG):

(1) Jedes Fangeisen muss mit einem Kennzeichen versehen sein, das mit dem Hauptfallenkörper dauerhaft verbunden ist und die
     Feststellung der Herkunft der Falle ermöglicht.
 
(2) Die Prüfstelle führt ein Verzeichnis über die Ergebnisse der Funktionsprüfung sowie die Namen und Anschriften der Besitzer der
     gekennzeichneten Fangeisen.
     Die Aufzeichnungen sind der Jagdbehörde auf Verlangen mitzuteilen und mindestens fünf Jahre lang aufzubewahren.

(3) Besitzwechsel und -verlust von Fangeisen sind durch deren bisherige Besitzer unverzüglich der Prüfstelle mitzuteilen.


§ 12f - Prüfstelle, Aufsicht (Zu Art. 29a Abs. 4 BayJG):

(1) Mit der Überprüfung der Fangeisen auf ihre Betriebssicherheit, ihrer Kennzeichnung und Registrierung nach
    Art. 29a Abs. 4 Satz 2 BayJG wird der Landesjagdverband Bayern e.V. betraut.
    Er kann diese Aufgaben auf seine Kreisgruppen im Sinn des Art. 29a Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 BayJG übertragen.
    Der Landesjagdverband Bayern e.V. oder die von ihm beauftragten Kreisgruppen sind Prüfstelle im Sinn der §§ 12d und 12e .

(2) Die Rechts- und Fachaufsicht über die Kreisgruppen als Prüfstelle und die Entscheidung über Widersprüche gegen Verwaltungsakte
     der Kreisgruppen obliegen dem Landesjagdverband Bayern e.V.

125) Nur bittet der Bauer Sie, als Revierinhaber, in seinem Hausgarten einen Fuchs zu schießen. Dürfen Sie das?

Wenn es sich bei dem Hofraum oder Hausgarten um einen befriedeten Bezirk handelt (Art. 6 (1) BayJG,
benötige ich eine Gestattung der Unteren Jagdbehörde. (Art. 6 (3) BayJG).
126) Der Bauer hat jetzt den Jagdschein- darf er den Fuchs, der große Schäden bei den Hühnern angerichtet hat, auf seinem Hof erlegen?

Wenn es sich bei dem Hofraum oder Hausgarten um einen befriedeten Bezirk handelt (Art. 6 (1) BayJG,
benötigt der Bauer eine Gestattung der Unteren Jagdbehörde. (Art. 6 (3) BayJG).
127) Muss ein Hund, der zur Nachsuche eingesetzt wird, im Sinne des Gesetztes brauchbar sein?

Ja
128) Im November gehen Sie zum Ansitzen. Sie haben einen Drilling dabei. Auf dem Weg zum Ansitz
kommen Sie an einem Weiher vorbei und beschließen, noch auf Enten zu gehen. Ist das erlaubt?

Wenn ich bleifreie Schrotpatronen verwende, einen brauchbaren Hund mitführe und die Jagd außerhalb
der Nachtzeit den nicht ganzjährig geschonten Enten gilt, ist das erlaubt.

1. Im November haben alle nicht ganzjährig geschonten Enten Jagdzeit.

Ganzjährig geschont sind: Brand-, Eider-, Eis-, Kolben-, Löffel-, Moor-, Schell-, Schnatter- und Knäk-Ente.
Jagdzeit haben: die Stockente sowie Pfeif-, Krick-, Spieß-; Berg-; Reiher-; Tafel-; Samt- und Trauerenten

2. Bei der Jagd auf Wasserfederwild an und über Gewässern ist die Verwendung bleihaltiger Schrote verboten.(§ 11 AVBayJG).

3. Bei jeder Jagdart auf Wasserwild sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden. (Art. 39 BayJG)

4. Die Jagd zur Nachtzeit auf Enten ist verboten (§ 19 (1) Ziffer 4 BJagdG)

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§ 11 AVBayJG - Ausübung der Jagd auf Wasserfederwild an und über Gewässern

Bei der Jagd auf Wasserfederwild an und über Gewässern ist die Verwendung bleihaltiger Schrote verboten

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Art. 39 BayJG - Verwendung von Jagdhunden

(1) Bei jeder Such-, Drück-, Riegel- und Treibjagd sowie bei jeder Jagdart auf Wasserwild
sind brauchbare Jagdhunde in genügender Zahl zu verwenden.
Auch der bei einer anderen Jagdart zur Nachsuche verwendete Hund muß brauchbar sein.

(2) Die Jagdbehörde kann dem Revierinhaber die Verpflichtung zur Haltung eines zur
Nachsuche brauchbaren Jagdhunds auferlegen.

(3) Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird ermächtigt,
durch Rechtsverordnung Vorschriften über die Feststellung der Brauchbarkeit von
Jagdhunden zu erlassen und hierbei Prüfungen vorzuschreiben sowie ihre Durchführung
und die Prüfungszulassung zu regeln; mit der Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen
und der Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden können die anerkannten
Vereinigungen der Jäger (Art. 51) betraut werden.

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§ 19 (1) Ziffer 4 BJagdG - Sachliche Verbote

(1) Verboten ist:
4. Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu erlegen; als Nachtzeit
gilt die Zeit von eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor
Sonnenaufgang; das Verbot umfaßt nicht die Jagd auf Möwen, Waldschnepfen, Auer-, Birk- und Rackelwild;
129) Sie fahren nachts durch Ihr Revier. Im Lichtkegel des Autos sehen Sie eine Katze.
Sie öffnen Ihr Fenster und erlegen aus dem Auto heraus die Katze. Ist das Erlaubt?

Die Katze ist kein Wild, somit gelten die im Jagdrecht definierten "Sachlichen Verbote"
wie das Schießen aus Fahrzeugen und das Blenden mit Scheinwerfern nicht.
Das Töten der Katze ist als Jagdschutzhandlung erlaubt, wenn die Katze mehr als 300 Meter
vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen wurde. (Art 42 (1) BayJG).

Beachte:
Die Bundesartenschutzverordnung (BaArtSchV) enthält im § 4 „Verbotene Handlungen, Verfahren und Geräte“ ähnliche
Bestimmungen wie der § 19 BJagdG „Sachliche Verbote“. Diese Bestimmungen sind zu befolgen, wenn freilebende
Tiere, die nicht dem Jagdrecht unterliegen getötet werden sollen.

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Art 42 (1) BayJG - Aufgaben und Befugnisse der Jagdschutzberechtigten

(1) Die zur Ausübung des Jagdschutzes berechtigten Personen sind befugt,
   1. Personen, die in einem Jagdrevier unberechtigt jagen oder eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen oder außerhalb
      der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege ohne Berechtigung hierzu zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden, zur Feststellung ihrer Personalien
      anzuhalten und ihnen gefangenes oder erlegtes Wild, Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und Frettchen sowie Beizvögel abzunehmen,

   2. wildernde Hunde und Katzen zu töten.
       Hunde gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können.
       Katzen gelten als wildernd, wenn sie im Jagdrevier in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude angetroffen werden.
       Diese Befugnis erstreckt sich auch auf solche Katzen, die sich in Fallen gefangen haben, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter
       vom nächsten bewohnten Gebäude aufgestellt worden sind.
       Sie gilt nicht gegenüber Jagd-, Dienst-, Blinden- und Hirtenhunden, soweit sie als solche kenntlich sind und solange sie von der führenden
       Person zu ihrem Dienst verwendet werden oder sich aus Anlaß des Dienstes ihrer Einwirkung entzogen haben sowie gegenüber in Fallen gefangenen Katzen,
       deren Besitzer eindeutig und für den Jagdschutzberechtigten in zumutbarer Weise festgestellt werden können.

(2) Soweit der Revierinhaber einem Jagdgast nach Art. 41 Abs. 4 die Ausübung des Jagdschutzes übertragen hat, stehen diesem die Befugnisse nach Absatz 1 Nr. 2 ebenfalls zu.

(3) Die bestätigten Jagdaufseher, die Berufsjäger oder forstlich ausgebildet sind, haben die Aufgaben und Befugnisse der Naturschutzwacht.
130) Unterschied Wilderei / Diebstahl

Diebstahl richtet sich gegen fremdes Eigentum, Jagdwilderei richtet sich gegen fremdes Jagd- oder Jagdausübungsrecht.
Wild ist herrenlos, bis es sich der Jagdausübungsberechtigte aneignet
(deutliches, äußeres Zeichen aber nicht Voraussetzung ist z.B. der Inbesitznahmebruch)
131) Bei welcher Behörde lösen Sie den Jagdschein?

In der Unteren Jagdbehörde.
132) Wo finden Sie die Untere Jagdbehörde?

Im KVR oder im Landratsamt
133) Welche übergeordneten Behörden kennen Sie?

Die Obere Jagdbehörde
Die Oberste Jagdbehörde
134) Wer ist die Oberste Jagdbehörde in Bayern?

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
Ist in München
135) Wer ist die Obere Jagdbehörde in Bayern?

Die Regierung des Regierungsbezirks.

Regierungsbezirke in Bayern
136) Welche Unterlagen müssen Sie vorlegen, wenn Sie Ihren ersten Jagdschein lösen wollen?

Nachweis einer Jagdhaftpflichtversicherung, Jagdprüfungszeugnis, Passfoto, Personalausweis oder Reisepass.
Die Jagdversicherung muß eine Mindestdeckung bei Sachschäden bis 50.000 Euro
und bei Personenschäden 500.000 Euro haben.
137) Wo überall gilt der Jagdschein?

Bundesweit
138) Was für Jagdscheine gibt es?

- Tagesjagdschein: Gültig für 14 aufeinanderfolgende Tage
- Jahresjagdschein: Gültig max. 3 Jahre.
- Tages- und Jahresjagdscheine für Ausländer

- Jugendjagdschein:
   mindestens 16 Jahre alt, Jagdausübung nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten oder einer vom Erziehungsberechtigten
   schriftlich beauftragten Person (Jagd erfahren), keine Teilnahme an Gesellschaftsjagden.
   Bekommt keine WBK.
   Darf Waffen erwerben, aber nicht besitzen - sprich, er darf sich Waffen ausleihen, aber keine eigenen kaufen. 
139) Ich erstelle einen Abschußplan zum ersten Mal. wie gehe ich vor? Was muß ich beachten?

Ich nehme Einblick in das Vegetationsgutachten und die Streckenliste der Vorjahre.
Basis für den neuen Abschussplan ist der tatsächlich getätigte Abschuss, nicht der Abschussplan der Vorjahre.
Zusätzlich beobachte ich den Wildbestand und seine körperliche Verfassung.

Das forstliche Gutachten enthält eine Empfehlung für die Abschussplanung
Die Empfehlung kann lauten: deutlich senken, senken, beibehalten, erhöhen, oder deutlich erhöhen.
Basierend auf dem Abschuss der Vorjahre und gemäß der Empfehlung des forstlichen Gutachtens erstelle ich den Abschussplan,
dabei berücksichtige ich auch die körperliche Verfassung des Wildes und den Wildbestand.

Ich stelle das Einvernehmen mit dem Jagdvorstand oder dem Jagdberechtigten des Eigenjagdbezirks her.
Der Abschussplan wird der Hegegemeinschaft vorgelegt, die dazu eine Stellungnahme abgibt.
Der Abschussplan ist bis zum 10. April (bei Gamswild bis zum 30. Juni) der Unteren Jagdbehörde vorzulegen.

Die Untere Jagdbehörde bestätigt den Abschussplan oder setzt ihn fest.
Dabei stellt sie das Einvernehmen mit dem Jagdbeirat her.
Informationen, Beratung und Hilfe kann ich von der UJB, dem Jagdberater, der Hegegemeinschaft und dem Verpächter erhalten.
140) Was ist die Bundeswildschutzverordnung?

Soll den Wildbrethandel besser kontrollieren um die Wilderei einzudämmen.
Sie ist jedoch mehr auf den Schutz gefährdeter Tierarten – mit Schwerpunkt Federwild- abgestellt.
Regeln tut sie:
- Die Inbesitznahme, den Erwerb bestimmter Tierarten
- die tatsächliche Gewalt über bestimmte Tierarten auszuüben
- das Inverkehrbringen bestimmter Tierarten
- Das Halten von Greifen und Falken
- Die gewerbliche Verarbeitung z. B. das Präparieren bestimmter Tierarten
- Die Nachweispflicht über den rechtmäßigen Besitz bestimmter Tierarten
141) Wie ist der Begriff "Eigenjagdbezirk" definiert?

Zusammenhängend nutzbare Grundstücke mit landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher
oder fischereiwirtschaftlicher Nutzung, welche sich im Eigentum einer Person oder Personengemeinschaft
befinden und über eine festgelegte Mindestgröße (in Bayern z. B. 81,755 Hektar) verfügen, werden gemeinhin als Eigenjagd
oder auch Eigenjagdbezirk bezeichnet.
Wenn der Grundeigentümer die Voraussetzung für die Jagd, den Jagdschein, besitzt, kann er in seinem Eigenjagdbezirk jagen.
Ansonsten kann er den Eigenjagdbezirk an einen oder mehrere Jäger verpachten.

 
  (c) Jürgen Schilling 13.12.2014
   

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