Jürgen Schilling - Natur | Fotografie | Technik .

 

JürgenSchilling

Natur | Fotografie | Technik

 
 

  Home

  Black&White
  Cyanotypie
  Fotogramme
  Infrarot
  Jägerprüfung
  Kategorien
  Kirlianfotografie
  Lochkamera
  Makroaufnahmen

 
 

  Lightbox


  Manuals:
  
Alle Manuals
  Aluminium eloxieren
  Hochspannungsgenerator
  Belichtungszeitentabelle
  Beurteilung v. Negativen
  Blitzlichtfotographie
  Farbmischung
  Filmentwicklung
  Infrarotfotografie
  Teslatrafo
  Teslatrafo Rechner
  Schrauben u. Gewinde

  Entwicklingszeiten:
  Agfa Rodinal
  Kodak D76

  Tiefenschäferechner

 
  Impressum


______

















  
   Bilder pro Gast
   phpMyAdmin
   B4YCounter
   Most viewed
   Logout
   Login
Seifensieden – Anleitung zur Herstellung von Kernseife mit einem kleinen Boraxanteil.


Die Seifenherstellung ist nicht aufwändiger, als einen Eintopf zu kochen.
Das meiste was dafür benötigt, hat man ohnehin schon zuhause.
Alles andere gibt es günstig im Supermarkt oder bei eBay und Amazon.
Hauptbestandteile der Seife sind Fette und Öle sowie Natriumhydroxid.
Besonders einfach ist die Herstellung von Kernseife mit Palmöl oder Olivenöl.
Diese beiden Öle bilden eine sehr feste Seife, die schon nach einem Tag trocknen benutzt werden kann.


Arbeitsschritte:

1) Rezept
2) Rohstoffe
3) Die Natronlauge anmischen
4) Die Natronlauge in das Olivenöl geben
5) Die Rohseife sieden
6) Den Seifenleim Aussalzen
7) Seifenleim / Salzgemisch sieden
8) Die Kernseife absieben
9) Das zweite Aussalzen
10) Die Kernseife wieder in den Topf geben
11) Den Seifenleim / das Salzgemisch zum 2. Mal sieden
12) Die Kernseife zu 2. Mal absieben
13) Die Kernseife im Sieb abspülen
14) Die Zusätze zugeben
15) Die Kernseife in eine Form gießen
16) Die Kernseife aus der Form nehmen


1) Kernseiferezept:

1 Liter    Olivenöl
180 g    Natriumhydroxid
333 ml   Wasser
1000 g    Kochsalz
80g        Borax (optional)


2) Rohstoffe:
Als Fett für die Seife wird hier Olivenöl verwendet.
Als Salz zum Aussalzen des Seifenleims kann man ein beliebiges, feinkörniges Kochsalz benutzen.
Das Natriumhydroxid bekommt an über eBay oder Amazon.
Rohrreiniger kann nicht verwendet werden, das diesem noch Aluminiumschrot beigemischt ist.
 


Die Natriumhydroxidmenge für eine 100% -ige Verseifung berechnen:
Jedes Fett besitzt eine eigene Verseifungszahl die angibt, wie viel Natriumhydroxid nötig ist, um das jeweilige Fett vollständig zu verseifen.
Das hier verwendete Olivenöl hat die Verseifungszahl 0.1345.

Um 1 Liter Olivenöl zu verseifen rechnet man wie folgt:

Dichte von Olivenöl: 0,91 g/cm3

0,91 g/cm3 x 1000 ml Olivenöl  x 0,1345 = 122,39 NaOH (Natriumhydroxid)

Die berechnete NaOH Menge gilt wenn man Seife im Kaltverfahren herstellt, die kein unverseiftes Fett mehr beinhaltet.

Wenn man wie wir hier Kernseife herstellt, kann man auch deutlich mehr NaOH nehmen. Dann verseift das gesamte Olivenöl zuverlässig in etwa 1/2 Stunde.
So hat man am Ende die höchste Ausbeute an Kernseife. In diesen Rezept habe ich 180g NaOH verwendet.
Nicht verseiftes Öl und überflüssiges NaOH wird später beim aussalzen aus der Seife ausgewaschen.

Die Wassermenge in der das NaOH gelöst wird, beträt 1/3 der verwendeten Fettmenge.
In unserem Fall 333 ml.


3) Die Natronlauge anmischen:
Das lässt sich am genauesten mit eine Küchenwaage machen.
Zuerst wiegt man das Wasser ab, dann stellt man die Waage auf "Null" und wiegt das Natriumhygroxid ab.
Das Gemisch wird heiß und erzeugt einen beißenden Dampf.
Diesen Punkt macht man am besten im Freien oder in einem sehr gut gelüfteten Raum.

->

Achtung!
Nicht das Wasser in das bereits abgewogene NaOH schütten. Das führt zu einer explosionsartigen Reaktion.
Keine Aluminiumbehälter benutzen. Natriumhydroxid reagiert heftig mit Aluminium.


4) Die Natronlauge in das Olivenöl geben:
Das flüssige Öl darf nicht zu heiß sein. Sonst riskiert man eine Fettexplosion.




5) Die Rohseife sieden:
Die Herdplatte einschalten und das Öl / NaOH Gemisch unter leichtem köcheln mit einem Schneebesen umrühren.
Das macht man solange, bis ein zäher Seifenleim entstanden ist.
Man kann hierfür kann man, je nach verwendeter NaOH Menge eine halbe Stunde oder mehr rechnen.

   ->  


6) Den Seifenleim Aussalzen:
Das Aussalzen dient dazu, Verunreinigungen mithilfe von Salzwasser aus dem rohen Seifenleim zu entfernen.
Die Seife ist im Gegensatz zum NaOH, Glycerin und anderen Verunreinigungen in Salzwasser sehr schlecht löslich.
Es trennt sich daher die Kernseife von dem bei der Verseifung mit entstandenen Glycerin, nicht aufgebrauchtem NaOH, und anderen Verunreinigungen.
 

Am Ende des Aussalzens schwimmt dann die Kernseife als dicke Schicht oben auf.
Darunter befindet sich die "Unterlauge" mit den unerwünschten Bestandteilen des Seifenleims
Das Aussalzen wird in diesem Rezept 2x durchgeführt.
Je nach Qualität des Ausgangsmaterials kann der Vorgang auf öfter notwendig sein.

Zum Aussalzen gibt man in den Seifenleim etwa 2 Liter Wasser, in dem zuvor ein Päckchen Kochsalz gelöst wurde.

-> ->


7) Das Seifenleim / Salzgemisch sieden:
Das Seifenleim / Salzgemisch mit einem Schneebesen gut mischen.
Dann etwa eine 3/4 Stunde köcheln lassen.

  ->


8) Die Kernseife absieben:
Die Kernseifeflocken  in ein mit Küchenkrepp ausgekleidetes Nudelsieb gegeben und abtropfen lassen.




9) Das zweite Aussalzen:
Zwei Aussalzdurchgänge reichen bei den hier verwendeten Ausgangsmaterialien völlig aus.
Es wird hierfür wieder ein Päckchen Kochsalz in 2 Liter Wasser gelöst.

->


10) Die Kernseife wieder in den Topfgeben:
Den Siebinhalt für den 2. Aussalzprozeß wieder in den Topf geben, und die frische Salzlösung hinzu schütten.

-> ->


11) Das Seifenleim / Salzgemisch zum 2. Mal sieden:
Die Kernseife wieder mit dem Schneebesen kräftig durchrühren.
Dann noch einmal eine 3/4 Stunde köcheln lassen.
Nach dem zweiten "aussalzen" ist die Kernseife fertig.

->


12) Die Kernseife zu 2. Mal absieben:
Die Kernseife in ein mit frischem Küchenkrepp ausgekleidetes Sieb gegeben und abtropfen lassen.



13) Die Kernseife im Sieb abspülen
Um das restliche Salz aus den Seifenflocken zu bekommen, spült man die Seifenflocken im Sieb kurz mit heißem Wasser aus der Wasserleitung ab.
Dann gründlich abtropfen lassen und wieder zurück in den Topf schütten.

->

14) Die Zusätze zugeben:
Wenn die Kernseife fertig ist, kann man sie noch mit Zusätzen versehen.
Dies sind vor allem Zusätze, die nicht durch das zur Verseifung verwendete NaOH verändert werden sollen.

In diesen Rezept werden der Seife noch 80g Borax mit zugegeben.
Hierfür werden erst etwa 150ml kochendes Frischwasser in die Kernseifemasse gegeben.
Dann wird das Boraxpulver untergemischt.
Das Frischwasser sorgt dafür, daß die Kernseifemasse dünnflüssig genug bleibt, um sie am Ende in eine Form gießen zu können.

An dieser Stelle kann man den Topf mit der Seifenmasse noch einmal auf die Herdplatte stellen, und alles einige Zeit aufkochen lassen.
Dann kann man die Seifenmasse gut und ohne Hohlräume in die Form gießen.

-> -> -> 


15) Die Kernseife in eine Form gießen:

  ->


16) Die Kernseife aus der Form nehmen:
Nach etwa einem Tag ist die Kernseife hart und kann aus der Gefrierdose genommen werden.
Klebt die Seife in der Gefrierdose fest, stellt man die Dose mit der Seife über Nacht in den Gerierschrank.
Dann fällt die Seife von alleine aus der Form.

->

 

(c) Juergen Schilling 01.11.2019