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Instandsetzen eines Geberit Schwimmerventils und der Geberit Heberglocke an einem Unterputz-Spülkasten

Nach 20 - 30 Jahren treuer Dienste schließt das Ablaufventil in einem Spülkasten nicht mehr richtig.
In der Regel sind dann der Schwimmer und die Heberglocke so verkalkt, daß sie blockieren.

Wie man eine verkalkte Spülengarnitur instand setzt, beschreibt dieser Artikel am Beispiel eines Geberit-Unterputz-Spülkastens aus den 80er-Jahren.
1) Zuerst eine Explosionszeichnung des Spülkastens und die Ersatzteilnummern von Geberit.
Der untere Teil der Explosionszeichnung ist für diese Beschreibung relevant.
 

 
Pos.
Bezeichnung
Art.-Nr.
Bemerkung
1
Schutzplatte zu Unterputz-Spülkasten, große Serviceöffnung
240.073.00.1
 
2
Befestigungslasche zu Distanzbolzen
889.246.00.1
 
3
Dichtungsset Kompakt Füllventil
240.182.00.1
 
4
Panzerschlauch
240.069.00.1
G 3/8"
5
Eckventil
216.599.00.1
G 1/2"
6
Lagerbock
240.076.00.1
 
7
Spülgarnitur
240.114.00.1
 
7.1
Bügel zu Spülgarnitur
813.426.93.1
 
7.2
Dichtung zu Spülgarnitur, 63 x 32 mm
816.418.00.1
 
7.3
Niederhalter zu Spülgarnitur
241.170.00.1
 
8
Verschlußzapfen zu Spülgarnitur, für Umstellung von 6 auf 9 l
240.031.00.1
 
9
Bassin mit Dichtung
240.195.00.1
 
9.1
Dichtung zu Bassin
240.282.00.1
 
10
Staueinsatz
217.807.00.1
 
11
Heber pneumatisch für 1-Mengen-Spülung
240.004.00.1
 
11.1
Membrane zu Heber pneumatisch
813.716.00.1
 
12
Elektromagnetheber
115.487.00.1
 
12.1
Anker zu Elektromagnetheber
240.184.00.1
 
13
Umbauset
240.515.00.1
 
14
Schutzplatte zu Unterputz-Spülkasten, große Serviceöffnung
240.512.00.1
 
15
Lagerbock
240.510.00.1
 
16
Spülgarnitur
240.501.00.1
 
16.1
Bügel zu Spülgarnitur
240.505.00.1
 
16.2
Teilmengen-Zugstange zu Spülgarnitur
240.508.00.1
 
16.3
Dichtung zu Spülgarnitur, 63 x 32 mm
816.418.00.1
 
17
Bassin mit Dichtung
240.500.00.1
 
17.1
Dichtung zu Bassin
240.282.00.1
 
18
Niederhalter zu Spülgarnitur
240.506.00.1
 
19
Füllventil Impuls380
240.719.00.1
 
19.1
Dichtungsset Füllventil Impuls380
240.771.00.1
 
20
Staueinsatz
240.476.00.1
 
2) Die Drückerplatte mit leichtem Druck von unten nach oben und anschließendem Abziehen abnehmen. Dann die darunter liegende Kunststoffblende abschrauben.
3) Die Wippe (Lagerbock mit Stößelstangen) auf der zum Vorschein kommenden weißen Kunststoffblende ausrasten.

4) Die beiden Gewindestifte senkrecht drehen und abziehen.
An dem blauem Rad kann jetzt schon das Wasser abgedreht werden.
5) An dem blauem Rad das Wasser abdrehen.
6) Den Stahlflexschlauch vom Schwimmer bzw. Einlaßventil abschrauben.*
*
An dieser Stelle aufpassen, daß keine Dichtungsringe in den Spülkasten fallen.
Die sind nur sehr schwer aus dem Spülkasten zu fischen - sofern man überhaupt weis, ob sie existiert haben.

Wenn nach dem zusammen Bauen das Einlaßventil nicht dicht zu kriegen ist, liegt es möglicher weise an einer verlorenen Dichtung.
 
7) Die Wippe aus den Halterungen des Auslaßventils aushängen.*

*
Die mit den Pfeilen markierte Kunststoff-Halterung ist der Niederhalter der Spülgarnitur.
Nach dem Zusammenbau hat mir dieses Bauteil den Kolben des Auslaßventils
so blockiert, daß er nicht mehr von alleine schloß.
Ich habe das Teil einfach weggelassen - und alles funktionierte einwandfrei.
Der Stahlflexschlauch der zum Schwimmer führt, drückt die Spülgarnitur zuverlässig nach unten.


 
8) Den Schwimmer und das Einlaßventil herausnehmen.
Hier sieht man schon, wie stark der Schwimmer verkalkt ist -
 und wundert sich nicht mehr, warum er blockiert.
9) Die Halterung für die Wippe (Bügel zu Spülgarnitur) von der Heberglocke lösen und entfernen.
10) Die grüne Halterung  (Teilmengen-Zugstange zu Spülgarnitur) von der Heberglocke vorsichtig nach vorne klappen.
11) Das ganze Auslaßventil nach links kippen und herausnehmen.
12) Alle Teile in einen Eimer legen und mit Essigreiniger einen Tag lang entkalken.
13) Die Heberglockendichtung (Dichtung zu Spülgarnitur, 63 x 32 mm) austauschen .
Bevor das nun entkalkte Ventil eingebaut wird, lohnt sich ein Blick auf die Heberglockendichtung. Nach Jahren kann auch sie undicht werden. Grundsätzlich empfiehlt sich daher der Austausch der ohnehin preiswerten Dichtung.
Die Dichtung gibt es unter andern bei OBI. Zum Austauschen muß sie einfach von dem Rohr gezogen werden.
14) Das entkalkte Auslaßventil
15) Das Auslaßventil und den Niederhalter wieder einbauen.     
Zuerst fummelt man das Auslaßventil  wieder in den Spülkasten. Das klappt nur, wenn man es nach links kippt.
Wenn das Auslaßventil richtig im Spülkasten sitzt und die Zugstange nebst Kolben frei beweglich ist, setzt man den Niederhalter ein.
Der Niederhalter muß am oberen Rand Glocke aufsitzen. Durch die Bohrung im Niederhalter wird dieser auf die Schraube im Spülkasten gedrückt.
Nach der Montage des Niederhalters, muß die Zugstange und der Kolben immer noch frei beweglich sein. Nach nach dem Anheben muß der Kolben von alleine auf den Ausfluss vom Spülkasten fallen.
Das Ganze erfordert ein wenig Übung, und etwa 10 - 20 Versuche.

16) Das Einlaßventil.
Funktionsweise:
Der Innere Teil des Schwimmers wird durch das steigende Wasser nach oben gedrückt. Die Wippe die an einem Gewinderohr oberhalb des Schwimmers befestigt ist, klappt so ebenfalls nach oben und schiebt über einen Hebelmechanismus den Kolben mit der schwarzen Dichtung nach vorne. Dieser Kolben verschließt dann das Stahlflexrohr.
Die Höhe und damit die Wassermenge im Spülkasten, kann durch drehen des Gewinderohres verstellt werden.
In dem Schraubverschluß des Stahlflexrohres befindet sich ein Dichtungsring. Dieser wird leicht bei der Demontage / Montage beschädigt. Am besten wechselt man in auch gleich mit aus (hiervon gibt es kein Foto).
17) Das Stahlflexrohr mit neuem Dichtungsring am Einlaßventil festschrauben.
18) Fertig -> Nun testen ob alles dicht ist
Wenn das Wasser trotz gründlichem Entkalken immer noch aus dem Füllventil lauft, tauscht man am besten das ganze Füllventil aus.
19) Das alte Füllventil durch das neue Füllventil ersetzen.
Das "alte" quadratische Ventil wurde zwischenzeitlich durch ein kleineres Ventil ersetzt. Es heißt Geberit Impuls 380 (240.705.00.1) und ist u.a. bei Obi zu bekommen.
In der Verpackung liegen Adapter für X verschiedene Spülkästen bei. Man schaut sich einfach die Kupplung auf dem Stahlflexschlauch an und sucht sich die passenden Teile zusammen.
In meinem Fall mußte ich einfach die große Überwurfmutter am neue Füllventil abschrauben, dann paßte schon alles.
20) Fertig.
Das kleinere Einlaßventil läßt sich deutlich einfacher einbauen, als das klobige Alte und schaltet auch deutlich exakter.
21) Fertig.
Jetzt wieder alles zusammen bauen und testen ob diesmal alles dicht ist.
 
 
(c) Juergen Schilling 07.03.2017